LANDGERICHT NEUBRANDENBURG

Mehrjährige Haftstrafen wegen Drogenhandels verhängt

In Neubrandenburg ist Mittwoch der Prozess um bandenmäßigen Drogenhandel in größerem Stil zu Ende gegangen. Zwei Männer müssen einige Jahre ins Gefängnis.
Carina Göls Carina Göls
Die beiden Angeklagten müssen mehrere Jahre ins Gefängnis.
Die beiden Angeklagten müssen mehrere Jahre ins Gefängnis. Carina Goels
Neubrandenburg.

Im Prozess um bandenmäßigen Drogenhandel am Landgericht Neubrandenburg hat die Kammer am Mittwoch einen 39-Jährigen und seinen 28 Jahre alten Komplizen zu vier beziehungsweise drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Männer aus der Mecklenburgischen Seenplatte wurden in sechs von sieben Fällen schuldig gesprochen, wie Richterin Nicola Schmidt-Nissen am Mittwoch sagte. Sie blieb mit ihrem Urteil nur knapp unter der Forderung Staatsanwältin Daniela Röder-Rößner. Die Anklägerin hatte viereinhalb beziehungsweise drei Jahre verlangt. Das Urteil entspricht weitgehend einem sogenannten Deal, den alle Seiten vorher im Falle von Geständnissen abgesprochen hatten.

Als strafmildernd hatte die Richterin bei beiden Männern gewertet, dass sie „umfangreiche Geständnisse abgelegt und damit das Verfahren beschleunigt haben”. Vor allem der jüngere der beiden Drogenhändler habe bereits zu Prozessbeginn als erster Angaben gemacht, „die weit über seinen eigenen Tatbeitrag hinaus gehen”. Dennoch habe er, den eine Polizistin als „Handlanger” eingestuft hatte, „täterschaftlich gehandelt" und sei mehr als Gehilfe in dem Geflecht gewesen.

Der Ältere, der als „Kopf” bezeichnet wurde, habe zwar auch gestanden. Doch da er „erheblich strafrechtlich vorbelastet ist, brachte das mehr Gewicht in die Waagschale zu seinen Ungunsten. „Er hat das Ganze organisiert, und seine Vertriebsstrukturen waren relativ professionell”, so die Richterin weiter zur Urteilsbegründung. Zudem sei es nicht nur um weiche Drogen gegangen.

Bei Großrazzia im Juni aufgeflogen

Die Männer waren bei einer Großrazzia im Juni an der Mecklenburgischen Seenplatte, in Nordbrandenburg und Hamburg aufgeflogen. Mehr als 100.000 Euro Bargeld und kiloweise Drogen konnten damals beschlagnahmt werden. Sie hatten gestanden, von Mitte 2017 bis Juni 2018 kiloweise mit Drogen gehandelt zu haben, die sie unter anderem aus Hamburg, Lübz (Ludwigslust-Parchim) und dem brandenburgischen  Rheinsberg geholt hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich drei Männer aus der Seenplatte wegen bandenmäßigen Drogenhandel in sieben Fällen angeklagt. Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten wurde abgetrennt, nachdem dieser kein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Zu der Gruppe sollen noch neun weitere Beschuldigte gehören, gegen die gesondert ermittelt wird.

Der Bitte der beiden Drogenhändler, das die Haft wenigsten zu den bevorstehenden Feiertagen aufgehoben werden möge, gab das Gericht nicht nach. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Am Mittwoch blieb noch unklar, ob die Verteidiger in Revision gehen.

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