NEUE ORGANISATION GEGRÜNDET

Milchbauern zeigen Molkereien breite Brust

"Nord-Meg" heißt die neue Vertreter-Organisation der Milchbauern in Südmecklenburg. Deren große Hoffnung: eine stärkere Lobby bei Preisverhandlungen.
Petra Konermann Petra Konermann
Nicht nur die Milch machts, auch der Preis.             
Nicht nur die Milch machts, auch der Preis.   © Marco2811 - Fotolia.com
Priborn.

Eigentlich könnte Sabine Siedler, geschäftsführende Gesellschafterin der Agrar GmbH Vipperow, durchatmen. Der Milchpreis steht bei 40 Cent je Liter. Die Zeiten, als die Molkereien den Milchviehbetrieben 27 Cent je Liter und noch weniger zumuteten, scheinen vorbei. Zum Glück. Doch hinter den Kulissen wird weiter gekämpft - um neue Absatzmöglichkeiten und bessere Verkaufsargumente. Nur ein paar Monate noch, dann wollen die Mitglieder der Milcherzeuger-Gemeinschaft Südmecklenburg mit anderen Gemeinschaften ihre Kräfte bündeln.

Ein Zusammenschluss der Zusammenschlüsse

Dann geht die Nord-Meg an den Start - ein Zusammenschluss der Zusammenschlüsse. Dort können nur Milch-Erzeugergemeinschaften Mitglieder werden, wie Sabine Siedler als Vorsitzende der "Südmecklenburger" erklärt. Das Ziel: Die Nord-Meg soll als starker Vertreter mit den Molkereien verhandeln.

Bislang hat die Erzeugergemeinschaft der Südmecklenburger eigene Verträge mit den Molkereien geschlossen. "Das ist gar nicht so leicht. Wir haben unsere tägliche Arbeit, 365 Tage im Jahr kümmern wir uns um die Kühe, wir bilden aus, wir machen alles selbst, wir stecken alles in unsere Betriebe. Da kann man den Vertreten der Molkereien gar nicht auf Augenhöhe begegnen", ist ihre Erfahrung.

Zuschiessen, statt aufgeben

Mit der Nord-Meg, in der sich eigens Fachleute um die Verträge mit den Abnehmern kümmern, soll das anders werden. "Ich setze echte Hoffnungen in diesen großen Zusammenschluss", sagt Sabine Siedler, die sich noch bestens an die Zeiten erinnern kann, als den Milchviehbauern der geringe Preis drückte. Die Kosten für die Milcherzeugung waren nicht gedeckt. "Wir haben Geld zugeschossen. Wir können ja nicht einfach so aufgeben."

Mittlerweile sei durch den recht stabilen Milchpreis, der auch aus der gestiegenen Nachfrage in China resultiere, eine gewisse Entspannung eingetreten. "In den knappen Jahren zuvor hat sich aber ein Investitionsstau aufgetürmt. Selbst jetzt sind wir nicht auf Rosen gebettet", meint Sabine Siedler. Bei der Agrar GmbH Vipperow, bei der 360 Milchkühe im Stall stehen, wurde in einen neuen Jungrinder-Stall investiert. Wenn sich in der nächsten Woche Milchvieh-Halter zu ihrem landesweiten Milchbauerntag in Karow treffen, ist Sabine Siedler mit von der Partie. "Wir brauchen eine starke Lobby", meint sie.

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