AUFZÜGE FÜR WARENER PLATTENBAUTEN

Millionen-Investition macht Leben auf dem Papenberg leichter

Täglich bis in den fünften oder sechsten Stock Treppen steigen? Nicht nur manche Ältere haben damit ihre Probleme. Deshalb startet die Warener Wohnungsgenossenschaft nun ein Millionenprojekt.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Veronika Neumann wohnt mit ihrer körperlich und geistig behinderten Tochter im sechsten Stock. Bei unter einem Prozent Leerst
Veronika Neumann wohnt mit ihrer körperlich und geistig behinderten Tochter im sechsten Stock. Bei unter einem Prozent Leerstand fand sie in Waren bisher keine Wohnung im Erdgeschoss und freut sich nun riesig über den geplanten Aufzug. Susann Salzmann
WWG-Chef Mike Albrecht (Mitte) nahm den Fördermittelbescheid für die vier geplanten Aufzüge von Energieminister Christian P
WWG-Chef Mike Albrecht (Mitte) nahm den Fördermittelbescheid für die vier geplanten Aufzüge von Energieminister Christian Pegel freudig entgegen. Susann Salzmann
Waren.

Veronika Neumann fällt eine Last von den Schultern. Und zwar im wortwörtlichen Sinn. Denn der Wohnblock, in dem sie seit drei Jahren wohnt, bekommt einen Aufzug. Endlich. Das zaubert der 32-Jährigen aus der Carl-Struck-Straße auf dem Warener Papenberg ein Lächeln ins Gesicht.

Ihre Wohnung befindet sich nämlich hoch oben – im sechsten Stock. „Ich habe eine behinderte Tochter, die die Treppen nicht allein hochkommt“, beschreibt die junge Mutter die Situation vor Ort. Sie trug das achtjährige Mädchen bislang ganz nach oben. Meist Huckepack auf dem Rücken. Das seien rund 50 Kilogramm auf ihrem Rücken und immerhin 95 Stufen, sagt sie. Denn bisher verfügt der Plattenbau der Warener Wohnungsgenossenschaft (WWG) über keinen Aufzug. Die WWG investiert künftig aber weiter in den Komfort und baut für je 250.000 Euro vier Personenaufzüge an die sechsgeschossigen Gebäude in der Carl-Struck-Straße 3 bis 9. Barrierefreies Wohnen wird so möglich.

Baugenehmigung steht noch aus

Der Bauantrag dafür sei bereits im Februar gestellt worden. Eine Genehmigung steht aber auch ein halbes Jahr später noch aus, nennt Mike Albrecht, Vorstand der Genossenschaft, den Stand der Dinge. Käme in absehbarer Zeit die Genehmigung, könnte der Fahrstuhl bereits im Januar genutzt werden. Für Veronika Neumann eine positive Nachricht. Denn, wie sie sagt, hat sie sich zwar in den letzten Jahren bemüht, eine Wohnung im Erdgeschoss zu bekommen. Doch dabei hatte sie bislang immer das Nachsehen.

Seit der Wende installierte die WWG bereits mehr als 40 Aufzüge an den Plattenbauten, insbesondere auf dem Papenberg. Dort befinden sich rund 800 der insgesamt 1574 WWG-Wohnungen. Dass die Genossenschaft jetzt in der Carl-Struck-Straße weitermacht, ist auf eine Unterschriftensammlung der Mieter von vor über zwei Jahren zurückzuführen, sagt Albrecht. Dort habe es Anträge auf einen Aufzug gegeben. Seine Erfahrung zeige: „Wir haben dort, wo Aufzüge sind, keinen Leerstand“. Allein 2019 wird die WWG über eine Dreiviertelmillion Euro in der Struck-Straße investierten. Diese Investition unterstützt das Land einmalig mit 237 600 Euro Fördermitteln, die Energie- und Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) am Mittwoch überreichte.

16 weitere Aufzüge geplant

Die Wohnungsgenossenschaft möchte in den nächsten fünf Jahren insgesamt 20 Aufzüge – höchstwahrscheinlich alle auf dem Papenberg – anbauen. 2020 werden von diesem Komfort die Mecklenburger und Bürgermeister-Schlaaff-Straße profitieren. Für die Nutznießer geht die neue Technik mit einer höheren Miete einher. Sie soll aber moderat bleiben. „1,70 Euro pro Quadratmeter könnten wir umlegen“, sagt Mike Albrecht. Die Genossenschaft entschied sich aber dafür, dass die zweite und dritte Etage 35 Cent und die vierte bis sechste Etage 50 Cent mehr pro Quadratmeter zahlen. Das macht bei einer 50 Quadratmeter großen Wohnung im sechsten Stock 25 Euro mehr im Monat.

Ein Treppensteigebonus mit einem Mietnachlass von einem Euro pro Quadratmeter hätte die Vermietungsquote laut Albrecht nicht groß verbessert.

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