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Protestmarsch

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Ministerium verbietet Bahn-Demo auf den Gleisen

Derzeit pendelt der Hans-Zug zwischen Waren und Malchow. Anhänger der BI „Pro Schiene“ kämpfen dafür, dass die Bahn von Malchow aus weiter nach Parchim fährt. 
Derzeit pendelt der Hans-Zug zwischen Waren und Malchow. Anhänger der BI „Pro Schiene“ kämpfen dafür, dass die Bahn von Malchow aus weiter nach Parchim fährt.
Petra Konermann

Eine Demo für die Weiterführung der Südbahn muss auf die Straße verlegt werden. Zu gefährlich, sagt das Land. Dabei ist die Strecke fast ungenutzt.

Eigentlich war die Demonstration am 19. Mai genau dort geplant, worum es auch gehen soll: Auf den Gleisen der Bahnstrecke von Malchow nach Lübz und Parchim, um für eine Weiterführung der Strecke von der Inselstadt aus in Richtung Parchim zu kämpfen. Doch der Protestmarsch darf dort nicht stattfinden. Nun soll am Pfingstsonnabend auf Fahrrädern protestiert werden. Das erklärte Monika Göpper, eine Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) „Pro Schiene“.

Die Demo zu Fuß auf den Gleisanlagen war der BI vom Infrastrukturministerium untersagt worden – mit dem Hinweis, dass ein Protestmarsch in den Gleisen eine Ordnungswidrigkeit sei, die geahndet werde. Und dass sich die Demonstranten auch potenziellen Gefahren aussetzen würden, erklärt Monika Göpper. Das betreibende Eisenbahnunternehmen RegioInfra wurde daraufhin vom Ministerium angewiesen, entsprechende Vorkehrungen zu treffen „um ein rechtswidriges Betreten der Gleise zu verhindern“, heißt es in einem Schreiben an die BI.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim zeige wenig Interesse

Für Monika Göpper ist das an den Haaren herbei gezogen: „Das Land beschließt das Aus der Strecke, es fährt so ungefähr ein Mal die Woche ein Güterzug. Auf der Strecke ist nichts los, deshalb wollen wir ja dafür demonstrieren, dass wieder etwas los ist“, sagt die Malchowerin. Zudem hätte die RegioInfra ihre Zustimmung zur Demo auf den Gleisen gegeben. „An diesem Tag fährt nur ein Zug: unser Sonderzug für die Demo“, machte die BI-Sprecherin deutlich. Wem die gesamte Strecke mit dem Fahrrad zu lang ist, der kann unterwegs in den Sonderzug steigen.

Die Mitglieder der BI wollen für eine Weiterführung der Bahnstrecke von Malchow nach Lübz und Parchim demonstrieren. Am Pfingstsonnabend soll es nun per Rad und auch per Bahn in Richtung Lübz und Parchim gehen. Start ist um 8 Uhr am Malchower Bahnhalt.

Göpper und ihre Mitstreiter kritisieren, dass der Landkreis Ludwigslust-Parchim nur sehr wenig Interesse an einer Weiterführung des Schienenverkehrs auch über die Grenze hinweg zeige. Dass ein Streckenerhalt für den Personenverkehr möglich sei, das habe der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte vorgemacht. „Leider nimmt das offenbar jenseits der Kreisgrenze niemand wahr oder zum Anlass, ein ähnliches Projekt zu starten“, bemängelt Monika Göpper.