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Mit dem Brand schlug die Stunde der Besserwisser

Drei Tage lang mussten die Kameraden Schaufel für Schaufel löschen.
Drei Tage lang mussten die Kameraden Schaufel für Schaufel löschen.
Petra Konermann

75 Stunden dauerte es, bis der Großbrand in Malchow endlich gelöscht war, und sich die Einsatzkräfte von den Strapazen erholen konnten. Doch viel mehr als die Eiseskälte beim Löschen schmerzt wohl die Kritik, die sich die Kameraden anhören müssen.

Der Großbrand im Malchower Recyclingbetrieb Ziems war noch nicht gelöscht, da schlug schon die Stunde der Schlaumeier. Warum haben die Einsatzkräfte keine beheizbare Schläuche verwendet, fragte ein Nutzer auf Facebook. Warum dauerte das Löschen so lange, haben die denn keine Ahnung, motze ein anderer. Warum lässt man den ganzen Müll nicht einfach abbrennen, gab der nächste einen Tipp.

„Alle diese Leute lade ich herzlich ein, Mitglied in der Malchower Feuerwehr zu werden. Wir haben noch Plätze frei. Neue Ideen wären uns während des Einsatzes willkommen gewesen. Auch Helfer, um die Kameraden zu entlasten“, antwortet Wehrführer Heiko Delph. Keiner dieser Besserwisser sei zwischen den schwelenden Müllbergen gewesen und habe seine Hilfe angeboten.

Beheizbare Schläuche? Gibts leider nicht

Die Länge des Einsatzes und die Kälte hätten allen extrem zu schaffen gemacht. Nur durch das gute Zusammenspiel zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Einsatzkräften sei es möglich gewesen, den Brand zu bewältigen. „Und der Einsatz des Katastrophenschutzzuges des Landkreises hatte dazu beigetragen, dass wir einige Wehren nicht ein zweites oder drittes Mal alarmieren mussten“, resümiert er. „Tatsache ist, dass der Einsatz mit einer optimaleren Löschwasserversorgung nie so lange gedauert hätte.“

Auch für den „Nichteinsatz“ beheizbarer Feuerwehrschläuche gibt es eine Erklärung. „Mir ist nicht bekannt, dass es solche Schläuche gibt“, so Heiko Delph. Und auch das Abbrennen der Müllberge sei keine Option gewesen: „Angesichts der Massen, die dort lagen, wäre die Rauchbelastung für die Menschen in Malchow unverantwortlich gewesen.“

Kommentare (2)

Schön ist, dass der Nordkurier hier als Sprachrohr gegen aus Halbwissen und Besserwisserei gespeiste Nörgelei dient. Betrachte ich jedoch die Berichterstattung quer durch die Thematik "unserer" Lokalzeitung, frage ich mich, ob sich damit nicht der Bock selbst zum Gärtner gemacht hat.

Sehr geehrter Ich_Eben, als Macher Ihrer Lokalzeitung würde uns natürlich sehr interessieren, welche Themen Sie genau meinen. Vielen Dank!