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Mit dem Busfahrschein im Winter ins Warme

Kann das Kombiticket eine Lösung sein, damit mehr Warener in der Therme schwimmen gehen können?
Kann das Kombiticket eine Lösung sein, damit mehr Warener in der Therme schwimmen gehen können?
Petra Konermann

Liebesdienste für zwei private Unternehmen oder ein Signal, wie ernst die Kommunalpolitiker die Sorgen der Warener um ein fehlendes Schwimmbad nehmen? Die Finanzexperten diskutieren darüber, ob der Besuch der Therme in Röbel mit öffentlichen Geldern gestützt werden soll.

Ralf Spohr hat sich entschieden. Die Idee eines Kombitickets, mit dem die Warener per Bus direkt bis vor die Müritz Therme in Röbel gefahren werden, hält der Vorsitzende des Finanzausschusses der Stadtvertretung für eine gute. Denn auch für den CDU-Politiker steht fest: Nach der geplanten Schließung der Schwimmhalle in Klink muss adäquater Ersatz für die Warener her. Da kommt der Vorschlag des Busunternehmens Personenverkehr Müritz (pvm) und des Spaßbades gerade recht. Beide offerierten, die Warener zum halben Preis zu fahren und im warmen Wasser plantschen zu lassen. Erwachsene könnten für zehn Euro Bus fahren und baden, Kinder für 5,50 Euro. Aber – daran ist eine Bedingung geknüpft. Beide Unternehmen erwarten, dass sich die Stadt an der Aktion beteiligt und diese mit öffentlichen Geldern fördert.

Noch mal über den Etat nachdenken?

Von 4000 Euro ist im Finanzausschuss die Rede. Spohr begründet seine Sympathie mit der Idee auch damit, in einer sechsmonatigen Testphase ab dem 1. Januar die Angelegenheit zu beobachten. Vielleicht 1000 Warener, so die vorsichtige Schätzung, kämen in die Versuchung, so zum Baden nach Röbel zu reisen. Der Chef-Finanzer ist aber ehrlich genug, den großen Druck zu erwähnen, dem sich die Warener Politik ausgesetzt fühlt. Denn erst vor wenigen Wochen ist im Rathaus eine Liste mit mehr als 2000 Unterschriften angelangt, die allesamt den Bau einer Schwimmhalle in Waren fordern. Finanzieller Schaden, so wirbt Spohr weiter um Zustimmung für das Kombi-Ticket, entstehe der Stadt kaum.

Da ist Ingo Warnke von der Wählergemeinschaft MUG ganz anderer Meinung. 4000 Euro, immerhin. „Können wir uns die Liebesdienste für zwei Firmen leisten?“, fragt er in die Runde. Denn nichts anderes sei die Subventionierung des Bus- und Thermentickets. „Haben wir das Geld übrig?“ Die Kämmerin im Rathaus, Wera Ulm, zuckt mit den Schultern. Im Moment sei der geplante Ergebnishaushalt für 2015 ausgeglichen. Gebe man jetzt 4000 Euro zusätzlich aus, müsste woanders wieder gespart werden. Nachdenken ist angesagt. In genau einer Woche soll eine Empfehlung ausgesprochen werden.

 

Kommentare (2)

Eine gute Idee, die vor allem bei Eltern mit Kindern aus Waren auf Begeisterung treffen wird. Damit gibt es dann wieder eine günstige Möglichkeit schwimmen zu gehen.

Eine gute Idee, die vor allem bei Eltern mit Kindern aus Waren auf Begeisterung treffen wird. Damit gibt es dann wieder eine günstige Möglichkeit schwimmen zu gehen.