MÖGLICHER WOLFSRISS

Schafs-Genproben auf dem Weg ins Labor verschwunden

Im Oktober sorgte ein totes Schaf an der Müritz für Aufsehen. Hat ein Wolf hier mit Kehlbiss getötet? Die Experten stritten. Die Frage wird wohl für immer ungeklärt bleiben. Die Genprobe ging auf dem Weg zum Labor bei der Post verloren.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Um den Wolf als Täter endgültig auszuschließen, sollten Proben vom Fachinstitut untersucht werden.
Um den Wolf als Täter endgültig auszuschließen, sollten Proben vom Fachinstitut untersucht werden. R. Seidemann
Boek.

Im Oktober stritten sich Fachleute über den Tod eines Schafes, das bei Boek am Ostufer der Müritz aufgefunden wurde. Im Landwirtschaftsministerium bestritt man einen möglichen Wolfsriss. Andere Fachleute sahen das anders. Endgültige Klärung erhoffte man sich von Genproben des Schafes, die Experten der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung im hessischen Gelnhausen untersucht werden sollten.

Doch eine endgültige Entlastung für Isegrim als Täter durch eine Genanalyse wird es nun wohl nicht mehr geben. Denn die Genproben sind nicht an ihrem Bestimmungsort in Hessen angekommen.

Nicht per Einschreiben versandt

Eva Klaußner-Ziebarth, die Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums: „Unglücklicherweise sind die versandten Proben auf dem Postweg verloren gegangen. Trotz eines vom Nationalparkamt Müritz initiierten Suchauftrages bei der Post, gibt es derzeit keinen Hinweis auf den Verbleib der Proben“. Per Einschreiben seien sie auch nicht versandt worden.

Das wirft einen Schatten auf die Vorgehensweise des Ministeriums und gibt dessen Kritikern wieder Nahrung für Gedanken zu einer möglichen Vertuschung eines Wolfsvorfalles. Zweifel an der Darstellung des Landes hegten unter anderem Thomas Diener und Volker Koch, der Vorsitzende der Müritz-Jäger.

Vertrauen ist erschüttert

Für Thomas Diener sei die Marderhund- und Fuchs-Täter-Diskussion von Anfang an unglaubwürdig gewesen. „Zumal alles auf einen Wolf hindeutet“, spricht er vom Kehlbiss. Wäre das Tier schon tot gewesen, wie seitens des Landes argumentiert wurde, hätten sich „Aasfresser gleich an den Stellen bedient, an denen es schmeckt“, so Diener. Und dazu zähle seines Erachtens nicht der Hals. Das Vertrauen ins ministerielle Vorgehen sei mit diesem Skandal erschüttert, so Diener. „Den Marderhund kann man nicht ausschließen, aber es ist schon ein toller Zufall, dass er oder der Fuchs den Hals in dieser Form annagen“, sagt der Landwirt.

Ministerium will sein Verfahren überprüfen

Auf dem Bild war bei dem Schaf ein Kehlbiss und eine Wunde am Bauch zu erkennen. Das Landwirtschafts- und Umweltministerium dementiert, dass der Wolf der einzig in Frage kommende Tatverdächtige sein kann. Marderhund oder Fuchs hätten sich als Aasfresser über das vorher schon tote Tier hergemacht, heißt es aus Schwerin. Die Ministeriumsvariante schien schon damals vielen unplausibel.

Eva Klaußner-Ziebarth erklärt, dass derartige Verluste von Sendungen auf dem Postwege bislang noch nicht auftraten. Damit sich so etwas nicht wiederhole, werde nun das bisherige Verfahren geprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen. Nochmals aber betont sie, dass nach Einschätzung des Rissgutachters der Wolf als Verursacher für unwahrscheinlich erklärt wurde.

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Kommentare (1)

Was für komisches Deutsch, es muss heißen: die Genproben wurden verloren gegangen.
Selbstverständlich will man das wieder vertuschen.