Teurere Entsorgung

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Müllgebühren in der Seenplatte steigen 2019

Die Entsorgung des Restmülls wird in der Seenplatte wohl zwischen fünf und zehn Prozent teurer werden. Vor allem die großen 1100-Liter-Tonnen vor Mehrfamilienhäusern sind betroffen.  Foto: G. Wagner
Die Entsorgung des Restmülls wird in der Seenplatte wohl zwischen fünf und zehn Prozent teurer werden. Vor allem die großen 1100-Liter-Tonnen vor Mehrfamilienhäusern sind betroffen. Foto: G. Wagner
Georg Wagner

Der Kreistag Seenplatte wird in der Dezembersitzung eine Verteuerung der Müllgebühren beschließen. Hintergrund sind eigene Mehrkosten des Kreises und auch – ein Phänomen – der Trend zum Müllsparen.

Die 260 000 Einwohner des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte müssen sich darauf einstellen, im kommenden Jahr mehr Geld für die Müllentsorgung zu bezahlen. Das trifft sowohl die Bürger, die eine eigene Restmülltonne vor der Haustür zu stehen haben, als auch die Mieter in Mehrfamilienhäusern mit Gemeinschaftstonnen, da die Vermieter die Müllgebühren auf die Nebenkostenabrechnungen umlegen können.

Die Steigerung beläuft sich auf fünf bis zehn Prozent je nach Größe der Tonne. Dabei sind die kleineren Zweirad-Mülltonnen in einer Größe zwischen 60 und 240 Litern von einer Steigerung zwischen rund fünf und acht Prozent betroffen. Die großen 1100-Liter-Tonnen für Mehrfamilienhäuser sollen etwa zehn Prozent teurer werden.

Bauschutt steigt um 50 Prozent

Die deftigste Kostenerhöhung soll die Bauschuttentsorgung für Privathaushalte treffen – hier sind künftig 30 statt 20 Euro pro halbem Kubikmeter geplant – das ist eine Steigerung um glatte 50 Prozent.

Heike Ameskamp, Leiterin des Kreisumweltamtes, erklärte im Wirtschaftsausschuss die Ursachen für die Kostensteigerung: Die kreiseigenen Kosten für Abfallentsorgung werden sich laut dem Wirtschaftsberatungsunternehmen Econum aus Baden-Württemberg, das mit der Erarbeitung der Kalkulation beauftragt war, von etwa 21,4 auf 21,7 Millionen Euro erhöhen.

Seit 2016 waren die Gebühren drei Jahre lang konstant, momentan müsse man allerdings eine Kostenunterdeckung feststellen. Einer der Gründe dafür liege in den Kostensteigerungen für Dieselkraftstoff. Hinzu kommen höhere Löhne sowie die steigenden Kosten des Landkreises für die Entsorgung von Grünschnitt, Bauschutt und Altholz bei Fremdfirmen.

Preise für Altpapierankauf sind markant gesunken

Altpapier und Schrott kann man zwar verwerten und verkaufen, hier seien die Erlöse allerdings gefallen. Habe man beispielsweise für Altpapier im Jahre 2017 noch 1,7 Millionen Euro bekommen, seien es dieses Jahr nur noch rund 800 000 Euro, rechnete Heike Ameskamp den Mitgliedern des Kreiswirtschaftsausschusses vor.

Hinzu komme ein weiteres Phänomen: Ausgerechnet das Bestreben von Bürgern, ein höheres Müllaufkommen zu vermeiden und den eigenen Abfall sorgfältiger zu trennen, trägt ebenfalls zur Verteuerung bei. Denn auch wenn das Gesamtvolumen des Mülls im Landkreis etwas sinke, bleibe der Aufwand zur Entsorgung doch der gleiche.

Verschiedene Varianten zur Auswahl

Der Kreistag wird zwischen verschiedenen Varianten zu wählen haben. Diese unterscheiden sich vor allem in den Extragebühren wie beispielsweise für die Entsorgung von Sperrmüll, Bauschutt, Asbest oder Grünschnitt. In einer Variante sollen deren Kosten eher auf die allgemeinen Gebühren aufgeschlagen und nur zum Teil durch den Verursacher selbst getragen werden.

In einer anderen Variante gilt eher das Verursacherprinzip – das heißt, die allgemeinen Gebühren werden entlastet und der einzelne Verursacher selbst wird mehr zur Kasse gebeten. Der Wirtschaftsausschuss des Kreises hat sich in Waren bereits für die letztere Variante ausgesprochen, allerdings mit dem Zusatz, dass die Entsorgung von Sperrmüll in definierten Mengen kostenfrei bleiben soll.

 

Kommentare (4)

Nicht zuletzt machen renditeorientierte Unternehmen wie Remondis die Gebühren für die Müllentsorgung teurer und teurer. Alles andere sind nur vorgeschobene Gründe. den Menschen das Geld aus der Tasche zu holen. Auch Entsorgung gehört, wie Gesundheit, Energie, Wasser u.a. zur Daseinsvorsorge. Dies unter renditeorientierten Gründen zu betreiben heißt, den Verbraucher zur Melkkuh zu degradieren.

Glaubt hier wirklich noch jemand an den Sozialstaat wo der Ottonormalo nur abgezogen wird. Und manchmal sogar doppelt, mit schwachsinnigen Begründungen , siehe Altanschliesserneuerhebung MST, weil Gerichte Fehler in der Abrechnung von vor 20 Jahren festgestellt haben . Zum kotzen.

...in ferner Zukunft auf Elektroantrieb umsteigen, wird die Müllentsorgung noch teurer. Bis dahin steigen auch die Gehälter der Müllverursacher und der Müllentsorger :)

"Wir können uns nicht gefallen lassen, dass wir wie ein besetztes Land behandelt werden", sagte Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Er habe den Eindruck, dass der amerikanische Botschafter Deutschland wie ein Besatzungsoffizier behandle - und die Bundesregierung einen verzweifelten Kampf gegen Washington führe: "Deswegen sollten wir doch alles vermeiden, was uns in ein ähnlich schlechtes Licht setzt. Das kann uns nicht helfen."