OHNE AUTO MOBIL

Müritz rundum: Für den Ausbau fließt viel Geld

Ohne Auto um die Müritz und durch die Region: Das Nahverkehrsprojekt, das 2018 aus der Taufe gehoben wurde, soll nun durch das Einbinden weiterer Angebote noch attraktiver werden. Und genau dafür gibt’s sogar eine Finanzspritze von ganz oben.
„Müritz rundum“ soll zum Vorzeigeprojekt „Seenplatte rundum“ entwickelt werden. Zur Umsetzung hab
„Müritz rundum“ soll zum Vorzeigeprojekt „Seenplatte rundum“ entwickelt werden. Zur Umsetzung haben sich zahlreiche Unterstützer gefunden. Susann Salzmann
„Müritz rundum” soll weiterentwickelt werden. Dafür gibt es nun auch Geld vom Land.
„Müritz rundum” soll weiterentwickelt werden. Dafür gibt es nun auch Geld vom Land. Susann Salzmann
Müritzregion.

Statt abzuspecken setzen die Befürworter des Mobilitätsprojektes „Müritz rundum“ auf Expansion. Seit 2018 können Urlauber mit Zahlung ihrer Kurtaxe einige Buslinien kostenlos nutzen, ohne dafür extra Fahrgeld zu berappen. Besucher soll das motivieren, die Natur zu genießen, ohne unbedingt aufs Auto angewiesen zu sein. Aufmerksamkeit für dieses Angebot und die Erweiterungspläne bekamen die Müritzer nun vom Wirtschaftsministerium. Das Land wählte „Müritz rundum“ als eines von fünf Modellprojekten aus. die mit jeweils100 000 Euro in den Jahren 2021 und 2022 unterstützt werden. Die Freude über die zweijährige Förderung ist vor Ort groß.

Fördermittel für Koordinierung

„Das Projekt baut auf dem erfolgreichen Konzept ‚Müritz rundum‘ auf und soll auf weitere Gemeinden zum Konzept ‚Seenplatte rundum‘ ausgedehnt werden“, begründete MVs Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) die Auswahl als landesweites Vorzeigeprojekt. Mit der sechsstelligen Geldsumme sollen laut Ministerium Personalstellen für die Projektleitung in der entsprechenden Region finanziert werden.

Laut Pressestelle wird im Wirtschaftsministerium selbst eigens für die Modellregionen eine neue Stelle geschaffen. Darüber sollen die Einzelvorhaben koordiniert und begleitet werden. Zudem stellt das Land weitere 200 000 Euro zur Verfügung. Damit sollen externe Fachleute für spezielle Themen wie Digitalisierung, Gästekarte, Mobilität bezahlt werden.

Einheimische sollen einbezogen werden

Seit geraumer Zeit arbeiten teilnehmende Kommunen sowie Touristiker an einem Konzept, Müritz rundum sinnvoll zu erweitern. Ziel ist ein „Seenplatte rundum“, das dann nicht nur für Urlauber kostenlose Fahrten vorhält, sondern auch Einheimische bedenkt. Eine zentrale Erweiterung soll künftig darin bestehen, dass die Gästekarte zu einer Kombikarte aus Mobilität und Attraktionen sowie digitalen Nutzungsmöglichkeiten erweitert wird. Am 27. Oktober wird es zu einzelnen Projektideen erste Gespräche in Schwerin geben, sagte Bert Balke vom Tourismusverband. Letzterer reichte die Bewerbung für die Modellregionen beim Ministerium ein. Neben den Müritz-rundum-Orten Klink, Rechlin, Röbel und Waren sowie Kargow (unter anderem mit den Nationalparkgemeinden Federow, Speck und Schwarzenhof) haben sich mit der Kleinseenplatte (Mirow, Wesenberg, Wustrow), Neubrandenburg, Neustrelitz, Feldberg, Burg Stargard sowie Teterow und Stavenhagen eine Reihe an Unterstützern gefunden.

„Große Chance”

„Das Thema der Modellregion, verbunden mit der entsprechenden Wertschätzung des Vorhabens, ist eine große Chance für die Mecklenburgische Seenplatte“, teilte Röbels Stadtsprecher Karsten Thorun auf Nachfrage mit. Röbel ist neben Waren und Rechlin eine der Kommunen, die mit der Kurabgabe das Projekt finanzieren. Allein aus Röbel fließen 39 Cent pro kurabgabepflichtiger Übernachtung in das Verkehrsprojekt.

Kritik aus Waren

Gegenwind zu Müritz rundum kam zuletzt in Waren von der CDU- und der FDP/MUG-Fraktion. Sie kritisierten die Wirtschaftlichkeit und forderten Nachbesserungen, etwa bei Mobilitätsangeboten für Warener Urlauber. Die Stadt Waren zahlt für Müritz rundum aktuell den Löwenanteil. Auf Druck der Warener Stadtvertretung kündigte Bürgermeister Norbert Möller (SPD) die Kooperationsvereinbarung über die Erweiterung des touristischen Stadtverkehrs in Waren mit Wirkung zum 31. Dezember 2021 vorsorglich. Insgesamt bleibe die Stadt jedoch Partner des Projektes.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Müritzregion

Kommende Events in Müritzregion (Anzeige)

zur Homepage