Dieses Mal geht es um ein offenbar unseriöse Internetseite zu Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Im Vorjahr tauchten
Dieses Mal geht es um ein offenbar unseriöse Internetseite zu Ferienwohnungen und Ferienhäusern. Im Vorjahr tauchten zwei gefälschte Internetseiten auf, auf denen Urlaubern Hausbooturlaube zu Günstigpreisen versprochen wurden. Jens Büttner
Internet

Müritzer befürchten Betrug bei Ferienhausportal

Mit traumhaftem Urlaub an der Müritz warben nachweislich zwei Fake-Portale im Internet. Nun scheint ein weiteres Portal unseriöse Geschäfte machen zu wollen.
Seenplatte

Ferienhauseigentümer an Müritz und Fleesensee schlagen Alarm. Nachdem Betrüger 2021 mit Charterbooturlauben an der Müritz auf zwei gefälschten Portalen Kunden abzockten, befürchten seriöse Ferienhausanbieter dasselbe nun ein weiteres Mal. Auf einer noch intakten Homepage wird im Internet die Vermietung exklusiver Ferienobjekte angeboten. Deutschlandweit finden sich Objekte. Einigen Hausanbietern an der Seenplatte scheint das Portal mit einem „Allerweltsnamen“ aber umso ominöser.

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Eigentümer findet sein Objekt im Internet

„Dort wird mein Ferienhaus angeboten, obwohl ich niemanden von dem Portal kenne oder die Vermietung beauftragt habe. Angaben stimmen nicht und Bilder wurden einfach gespiegelt“, schilderte ein Betroffener (Name der Redaktion bekannt) dem Nordkurier seine Entdeckung. Sein Haus am Fleesensee vermietet er selbst. Doch auf der ominösen Seite findet sich kein Hinweis auf den Eigentümer. Bei allen Objekten, die sich der Nordkurier ansah, sind keine weiterführenden Hinweise zum Vermieter zu finden.

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Polizei reagiert auf Nordkurier-Anfrage

Anzeige hat bisher weder der Eigentümer vom Fleesensee noch ein Vermieter aus Waren gestellt. Das bestätigte Nicole Buchfink vom Neubrandenburger Polizeipräsidium. Neubrandenburger Ermittler beschäftigen sich nach der Nordkurier-Anfrage inzwischen mit dem verdächtigen Online-Portal. Man überprüfe, ob es sich um eine betrügerische Website handelt, so Buchfink weiter. „Mit konkreten Geschädigten und Anhaltspunkten sind die Ermittlungen natürlich leichter zu führen“, will die Sprecherin jene ermuntern, sich an die Polizei zu wenden. Bis zum Redaktionsschluss stand noch nicht eindeutig fest, ob es sich bei der Internetseite um ein gefälschtes Portal handelt.

Kein Hinweis auf die Firma an der Aachener Adresse

Wer einen Blick ins Impressum wirft, der findet neben dem Portalnamen auch eine vermeintliche Geschäftsführerin samt Anschrift. Die Spur führt nach Nordrhein-Westfalen. Genauer gesagt, nach Aachen. Auf einer im Internet veröffentlichten Festnetznummer reagiert niemand. An der angegebenen Anschrift – ein ehemals stadtprägendes Gelände Aachens – findet sich weder ein Verweis auf die vermeintliche Chefin noch auf den vermeintlichen Firmennamen.

Noch nicht mal ein Briefkasten

Obwohl auch im Aachener Revier keine einzige Betrugsanzeige in Verbindung mit dem Portal einging, schickte das Aachener Polizeipräsidium Kripo-Beamte aus. Sie fanden zwar die Adresse, aber keine weiteren Hinweise auf das Portal – nicht einmal ein Briefkasten.

„Eine Person mit dem Namen kann für die Städteregion Aachen nicht identifiziert werden“, hieß es von Stefanie Kutsch, Sprecherin beim Aachener Polizeipräsidium. „Es ist davon auszugehen, dass der Name und auch die Anschrift willkürlich gewählt wurden und es keine Verbindung nach Aachen gibt“, so Kutsch weiter. Die angegebenen Impressums-Daten selbst könnten geklaut sein. Außerdem: Zwar fehlt ein Verweis auf eine notwendige Handelsregister-Eintragung, die angegebene Umsatzsteuer-ID ist dafür gültig.

Portal bei anderen Firmen unbekannt

Der Verdacht, dass erneut – wie im Fall der Hausbootbetrügereien – Scheinadressen angegeben wurden, besteht, ließ sich aber bislang nicht erhärten. Weitere Recherchen ergaben allerdings, dass auch das firmengeprägte Umfeld in Aachen noch nie etwas von dem Portal gehört geschweige denn gesehen hat. Dabei wirbt das Portal selbst mit vermeintlich großer Erfahrung als „inhabergeführtes Unternehmen mit lanjähriger (sic!) Erfahrung in der Reisevermittlung“. Als Fälle gefakter Hausbooturlaube zu Schnäppchenpreisen bekannt wurden, rief die Polizei Kunden zu Achtsamkeit auf – Fehler in Syntax, Orthografie und Co. könnten Hinweise auf unseriöse Anbieter sein.

Ende 2021 gelang es Neubrandenburger Ermittlern in Zusammenarbeit mit der NRW-Polizei, im Fall der Hausboot-Betrügereien einen 42-jährigen Tatverdächtigen in Köln festzunehmen. Ihm wird gewerbsmäßiger Betrug in einer Vielzahl von Fällen vorgeworfen. Der Verdächtige soll nach jetzigen Ermittlungen durch die gefälschten Hausbootseiten einen Schaden in Höhe von mindestens 48 000 Euro verursacht haben.

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