Barmer-Gesundheitsreport

Müritzer öfter krank als Durchschnitts-Deutsche

Eine Krankenkasse stellt für die Müritzregion hohe Zahlen von Krankschreibungen fest. Die Fehlzeiten liegen weit über dem Bundesdurchschnitt.
Der häufigste Grund für eine Krankschreibung waren Atemwegserkrankungen. Das ist wenig erstaunlich: Anfang 2018 gab
Der häufigste Grund für eine Krankschreibung waren Atemwegserkrankungen. Das ist wenig erstaunlich: Anfang 2018 gab es eine Grippe und Erkältungswelle in MV. Maurizio Gambarini
Waren

An der Müritz sind die Menschen häufiger krank als im Bundesdurchschnitt. Laut einer Erhebung der örtlichen Barmer-Krankenkasse haben sich Erwerbstätige aus dem Altkreis Müritz im Jahr 2018 durchschnittlich 22,2 Tage krankgemeldet. Deutschlandweit lag der Schnitt bei 18,3 Krankheitstagen pro Arbeitnehmer. Das geht aus aktuellen Erhebungen des Barmer-Gesundheitsreports hervor, für den auch die Daten von 5400 Beschäftigten aus dem Altkreis Müritz ausgewertet wurden.

„Die Menschen aus unserer Region waren im letzten Jahr fast vier Tage länger krankgeschrieben als der durchschnittliche Bundesbürger. Das sind alarmierend hohe Zahlen“, macht Mario Homuth, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Waren, deutlich. „Die Fehlzeiten in unserer Region liegen 20 Prozent über dem Bundesschnitt. Die genauen Ursachen hierfür gilt es zu ermitteln.“

Der häufigste Grund für eine Krankschreibung waren Atemwegserkrankungen. „Das ist wenig überraschend. Die heftige Grippe- und Erkältungswelle Anfang letzten Jahres schlägt sich in den Zahlen nieder. Durchschnittlich 2,9 Tage blieben Beschäftigte aus Malchow, Röbel oder Waren aufgrund von Husten, Schnupfen und Co. zu Hause“, so Homuth. Im Vergleich zu den anderen Teilen des Landes sei die Müritz-Region jedoch verhältnismäßig weniger stark betroffen. „Während beispielsweise in Greifswald oder Bad Doberan jeder zweite Arbeitnehmer unter einer Erkältung oder einem grippalen Infekt litt, war es hier jeder dritte Beschäftigte“, erklärt Mario Homuth.

Mehr körperliche Arbeit, öfter krank wegen „Rücken“

Die längsten Fehlzeiten gab es im Altkreis Müritz aufgrund von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, insbesondere wegen Rückenschmerzen. Wegen „Rücken“ seien Beschäftigte im Schnitt fünf Tage ausgefallen. Die Fehlzeiten aufgrund dieser Diagnose liegen mehr als 30 Prozent über dem Bundesmittel, so der Warener Barmer-Chef. „Bei Rückenschmerzen deuten sich im Vergleich tendenziell höhere Fehlzeiten in ländlichen Gebieten an. Ursache könnte sein, dass Menschen hier häufiger körperlich belastenden Tätigkeiten nachgehen als in städtischen Räumen“, sagt Homuth. Weiterhin lange Fehlzeiten gab es im Altkreis aufgrund von psychischen Erkrankungen (3,9 Tage) sowie Verletzungen und Vergiftungen (3 Tage).

Übrigens waren Frauen an der Müritz im Jahr 2018 länger krank geschrieben als die hiesigen Männer. Während die Arbeitnehmerinnen sich im Schnitt 23,9 Tage zu Hause auskurierten, waren es bei den Männern durchschnittlich 20,8 Tage.

 

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