Knapp 50 Bürger aus Schwarz und auch aus umliegenden Orten folgten der Einladung und tauschten sich zum Thema Windkraft kritisch und kontrovers aus. Foto: I. Nehls
Knapp 50 Bürger aus Schwarz und auch aus umliegenden Orten folgten der Einladung und tauschten sich zum Thema Windkraft kritisch und kontrovers aus. Foto: I. Nehls Ingmar Nehls
Windkraftärger

Müritzer verbünden sich für freien Ausblick

Sie wollen nicht warten, bis es zu spät ist. In Schwarz formiert sich der Widerstand gegen eine Windkraftanlage.
Schwarz

Anfangen. Nicht warten. Bürger aus Schwarz und auch aus umliegenden Orten am Südzipfel der Müritz haben am Freitagabend eine neue Bürgerinitiative gegründet. „Wir weigern uns, sehenden Auges und tatenlos hinzunehmen, dass durch die mögliche Ausweisung des Eignungsgebietes und des damit drohenden Errichtung eines Windparks Schäden an Natur, Landschaft, Tourismus, Eigentum, Umwelt, Gesundheit und Lebensqualität zu erwarten sind”, sagte die Sprecherin und Vorsitzende der neuen Bürgerinitiative, Anette Schlumbach. Gemeinsam mit sieben anderen Initiatoren hatte Anette Schlumbach alle interessiereten Bürger in die alte Schmiede eingeladen, um sich zu dem Thema auszutauschen. Zur Einstimmung schauten die knapp 50 Bürger den Film „End of Landschaft-Wie Deutschland das Gesicht verliert” von Jörg Rehmann, der sich sehr kritisch mit der Errichtung von Windparks auseinandersetzt. Der Filmemacher rüttelte auf, klärte auf, verbreitete durch die Aneinanderreihung von Negativbeispielen aber auch etwas Pessimismus.

Zum Glück hatten die Initiatoren aber auch Norbert Schumacher aus Penzlin eingeladen. „Die Messen sind noch nicht gesungen”, beruhigte Schumacher die verzweifelten Schwarzer. Seit 20 Jahren beschäftigt sich der Tierarzt mit dem Thema. Als Mitglied der Wählergemeinschaft „Freier Horizont” wurde Schumacher erneut in den Kreistag gewählt und hofft nun, dass er auch wieder einen Sitz im Planungsverband bekommt. Dieses Gremium trifft die Entscheidung, welche Gebiete als Vorranggebiete ausgewisen werden. Zwar habe er nur eine Stimme und müsse sich Mehrheiten suchen. Dennoch könne er Diskussionen anregen, was auch schon zu einem Umdenken geführt habe. „Vor ein paar Jahren wurden einige Pläne ohne Diskussionen einstimmig durchgewunken. Die zeiten sind vorbei. Der Planungsverband hat schon etliche Gebiete gestrichen und oft dort, wo der Widerstand am stärksten war. Das sollte Ansporn für Schwarz sein”, sagte Schumacher.

In der dritten Fortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms ist eine 144 Hektar große Fläche zwischen Buschhof und Schwarz als Windeignungsgebiet ausgewiesen. Bis zum vergangenen Herbst lag der Entwurf aus und Bürger und Initiativen konnten Stellungsnahmen schreiben. Nach Informationen von Norbert Schumacher soll es wohl eine vierte Fortschreibung geben. Gut möglich, dass Schwarz dann gar nicht mehr auftaucht. Darauf hoffen oder spekulieren wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative aber nicht. Sie planen, sich dem 2014 in Ivenack gegründetem Aktionsbündnis „Gegen den unkontrollierten Windkraftausbau – Freier Horizont“ anzuschließen und weitere Menschen in der Gemeinde zu informieren und aktivieren.

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