Sonntagsöffnung

Müritzregion von neuer Bäderregelung eiskalt erwischt

Entsetzen in Penkow. Der kleine Ort profitiert zukünftig nicht mehr von der Bäderregelung. Dafür ist Bollewick neu dabei. Doch statt Jubel herrscht auch dort Unverständnis und Angst.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
In einigen Orten des Landes müssen solche Werbebanner jetzt verschwinden, weil die Bäderregelung dort nicht mehr greift. Betroffen ist auch ein Ort an der Müritz. Foto: Bernd Wüstneck
In einigen Orten des Landes müssen solche Werbebanner jetzt verschwinden, weil die Bäderregelung dort nicht mehr greift. Betroffen ist auch ein Ort an der Müritz. Foto: Bernd Wüstneck Bernd Wüstneck
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Bollewick.

Die neue Bäderverkaufsordnung ist das Gesprächsthema Nummer eins an der Müritz. Denn die betroffenen Geschäfte in Waren, Röbel, Malchow, Göhren-Lebbin, Rechlin und Boek und anderen betroffenen Orten dürfen künftig nur noch an 26 statt bisher 32 Sonntagen im Jahr öffnen.

Die Zahl der Orte und Ortsteile, die von der Bäderregelung profitieren, wurde von 79 auf 72 reduziert. Zwölf Orte und Ortsteile sind aus dem Anwendungsbereich der Bäderregelung herausgefallen. Dazu gehört auch Penkow. Beim MDM Outlet Fleesensee ist die Stimmung entsprechend im Keller. In einer Mitteilung des Einzelhandelsverbands hat Geschäftsführer Steffen Becker von der Entscheidung erfahren und wurde eiskalt überrascht. Die Ware für den Sommer ist schon geordert, im Frühjahr soll mit einem Anbau die Ladenfläche um 250 Quadratmeter vergrößert werden.

Sonntage machen großen Teil des Umsatzes aus

„Das müssen wir jetzt noch mal durchrechnen“, sagt Steffen Becker, denn die Sonntage machen etwa zwölf Prozent seines Wochenumsatzes aus. Ein großer Einschnitt. Neben den Urlaubern würden sonntags auch viele Selbstständige aus der Region zum entspannten Shoppen in den Laden kommen, die selbst an den Werktagen keine Zeit dafür finden. „Diese Entscheidung ist eine Katastrophe und völlig unzeitgemäß. Denn bei Amazon oder Zalando kann ich auch sonntags bestellen“, kritisiert Steffen Becker.

Sonntag ist der stärkste Tag der Woche

Landesweit wurden fünf Orte und Ortsteile zusätzlich aufgenommen. Darunter sind Klink und Bollewick. In Bollewick herrscht deshalb aber kein Jubel. Ganz im Gegenteil. Denn von der Regelung sind nun die 13 Geschäfte und Werkstätten der Scheune betroffen. Bisher hatten die sonntags immer geöffnet. Jetzt greift die Bäderregelung mit der Begrenzung. Das könnte dramatische Folgen haben. Denn wie Scheunenmanagerin Doreen Hörning sagt, würden die Händler an den Wochenenden rund 40 Prozent ihres Wochenumsatzes einfahren. „Wir haben an den Samstagen und Sonntagen viele Veranstaltungen und die Besucher gehen gern vorher oder danach durch die Läden und Werkstätten. Der Sonntag ist der stärkste Tag der Woche“, sagt Doreen Hörning. Rund 200 000 Besucher kommen jährlich in die Scheune. 70 Arbeitskräfte leben davon.

„Der Sommer rettet die Branche über den Winter. Wenn man jetzt reglementiert und eingreift, wird es für einige schwer. Jobs stehen auf dem Spiel“, sagt Doreen Hörning. Nach Bollewick verirre sich niemand, dort müsse man gezielt hinfahren.

Kommentare (1)

Gejammer, alle jammern rum. Die Fischer , die Imbissbudenbesitzer , Hoteliers etc und wenn man sich bei denen Mal genauer umsieht, stehen die dicken Karossen auf dem Hof. Fisch wird gleich von Kutter verkauft, natürlich an der Steuer vorbei Usw,usf