SANIERUNG DER TROJA-AUSSTELLUNG

Schliemann-Museum setzt auf neues Pferd und digitale Technik

Bis voraussichtlich Mai 2019 wird das Schliemann-Museum in Ankershagen saniert. Mit dem neuem Konzept soll auch ein Kritikpunkt vieler Besucher ausgeräumt werden.
Der Holzmix aus Eiche und Co., aus dem das Trojanische Pferd besteht, ist morsch geworden. An einigen Stellen lösen sich die Platten, der Kopf senkt sich. Das neue Pferd soll aus Lärchenholz gefertigt werden.
Der Holzmix aus Eiche und Co., aus dem das Trojanische Pferd besteht, ist morsch geworden. An einigen Stellen lösen sich die Platten, der Kopf senkt sich. Das neue Pferd soll aus Lärchenholz gefertigt werden. Susann Salzmann
Die Museumsleiterin Undine Haase hofft, mit Einzug neuer Technik noch mehr Touristen ins Schliemann-Museum zu locken.
Die Museumsleiterin Undine Haase hofft, mit Einzug neuer Technik noch mehr Touristen ins Schliemann-Museum zu locken. Susann Salzmann
An den Außenwänden wird neben Lehmputz auch Schilf an die Wände gebracht. Dieser soll mit dem Lehm eine stabilere Verbindung erzeugen.
An den Außenwänden wird neben Lehmputz auch Schilf an die Wände gebracht. Dieser soll mit dem Lehm eine stabilere Verbindung erzeugen. Susann Salzmann
Der Holzmix aus Eiche und Co., aus dem das Trojanische Pferd besteht, ist morsch geworden. An einigen Stellen lösen sich die Platten, der Kopf senkt sich. Das neue Pferd soll aus Lärchenholz gefertigt werden, sagt Leiterin Undine Haase. Fotos (2): Susann Salzmann
Der Holzmix aus Eiche und Co., aus dem das Trojanische Pferd besteht, ist morsch geworden. An einigen Stellen lösen sich die Platten, der Kopf senkt sich. Das neue Pferd soll aus Lärchenholz gefertigt werden, sagt Leiterin Undine Haase. Fotos (2): Susann Salzmann Susann Salzmann
An den Außenwänden wird neben Lehmputz auch Schilf an die Wände gebracht. Dieser soll mit dem Lehm eine stabilere Verbindung erzeugen.
An den Außenwänden wird neben Lehmputz auch Schilf an die Wände gebracht. Dieser soll mit dem Lehm eine stabilere Verbindung erzeugen. Susann Salzmann
Ankershagen ·

Die Vorstellung vom staubtrockenen Museum war gestern. Denn den digitalen Wandel können Museen nicht an sich vorbeiziehen lassen. Aus diesem Grund hält digitale Technik auch im Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen Einzug. Für knapp 490 000 Euro wird dort seit Mitte September saniert.

Nach mehr als 20 Jahren ändert sich die Raumgestaltung. Zusätzlich vergrößert sich die Ausstellungsfläche um 28 auf insgesamt 175 Quadratmeter. Nach neuem Konnzept stehen für das Leben und Wirken des Entdecker Trojas zehn statt acht Präsentationsräume zur Verfügung. Ausgedehnt wird allerdings auch die Bauzeit: War das gesteckte Ziel einst März 2019, wird nun der Mai 2019 anvisiert.

Trojanisches Pferd ist morsch

Neben neuen Leihgaben aus dem Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte möchte das Museum den „Staub“ des Analogen loswerden. Historie und Hightech sollen im sanierten Objekt verknüpft werden. Tablets sollen in sogenannten Bildertagebüchern Einblicke in das Umfeld des berühmten Archäologen geben. Digitalisierte Illustrationen vermitteln Eindrücke etwa in Schliemanns Russlandaufenthalte und weitere Reiserouten. Tafeln mit kurzen Texten informieren über den Entdecker Trojas und hochgebildeten Mann, der 20 Sprachen gesprochen hat. Ergänzende Informationen stehen für den bereit, der sich mehr als nur die Kerninformationen anlesen möchte. Damit soll der mehrfach von Gästen geäußerten Kritik entgegen gewirkt werden, dass die Ausstellung zwar sehr interessant, aber zu textlastig sei.

Als „Wahrzeichen des Kreises“ soll nun auch das trojanische Pferd komplett neu gebaut werden. Die Kosten belaufen sich auf über 70 000 Euro. Ende November soll der Auftrag an eine Firma vergeben werden. Vielleicht, so Haase, wird der voraussichtliche Abriss im Dezember mit einem kleinen Event verbunden. „Um das Pferd soll zudem ein archäologischer Spielplatz entstehen“, sagt die Museumsleiterin.

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