LANDGERICHT NEUBRANDENBURG

Mutmaßlicher Vergewaltiger versäumt Berufungstermin

Ein Mann wurde wegen zweifacher Vergewaltigung zu einer Haftstrafe verurteilt. Er legte Einspruch ein – und verpasste nun seine Chance.
Ein Mann wurde wegen Vergewaltigung verurteilt und hat jetzt den Berufungstermin verpasst.
Ein Mann wurde wegen Vergewaltigung verurteilt und hat jetzt den Berufungstermin verpasst. Jens Kalaene
Neubrandenburg ·

Ein 58-Jähriger wurde im Herbst 2019 vom Warener Amtsgericht zu drei Jahren und zwei Monaten Haft wegen zweifacher Vergewaltigung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin verurteilt. Nun sollte das Verfahren vor dem Neubrandenburger Landgericht noch einmal komplett aufgerollt werden, weil der Neustrelitzer sein Urteil vom Amtsgericht nicht akzeptierte. Doch der Berufungstermin fand ohne den Mann statt.

Als sein Pflichtverteidiger Ernst von der Wense den Mann telefonisch erreichte, hatte die Verhandlung formal längst begonnen. Gutachter und Mediziner, Nebenklägeranwalt, Staatsanwalt sowie Schöffen waren gekommen – nur die Hauptperson nicht. Der Strelitzer habe den „Termin verbaselt und gedacht, es geht einen Tag später los“, begründete von der Wense das Verhalten seines Mandanten vor dem Vorsitzenden Richter Jochen Unterlöhner.

Gerichtskosten im vierstelligen Bereich

Das Schöffengericht aber schloss an diesem ersten von drei geplanten Verhandlungstagen die Angeklagten-Akte wieder. Die Berufung wurde verworfen; das Schöffengericht war erheblich verärgert über die Abwesenheit des Mannes, der in diesem Verfahren Fokus auf seine psychischen Vorerkrankungen nehmen wollte, um so das Hafturteil des Warener Amtsgerichts abzumildern.

„Wir warten nicht auf Absichtserklärungen“, reagierte Unterlöhner auf das telefonische Bekunden des Strelitzers, dass er sich bei Schnee und Eisregen doch noch schnellstmöglich auf den Weg machte. Was für den noch nicht rechtskräftig verurteilten Vergewaltiger bleibt, sind Kosten im vierstelligen Bereich für den Termin beim Landgericht. Eine Wiederansetzung des Verfahrens vor dem Landgericht wäre möglich, wenn sich Tatsachen fänden, die dies rechtfertigen. Anderenfalls bliebe dem Mann noch die Revision. Das Vergewaltigungsverfahren würde dann in dritter Instanz vor dem Oberlandesgericht verhandelt.

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