KINDERGARTEN-KNÖLLCHEN

Mutter aus Waren sauer über Strafzettel vor der Kita

Fünf Minuten stand eine Warenerin im Halteverbot, um ihr Kind zur Kita zu bringen. Prompt hing ein Strafzettel an der Scheibe. Zufall oder gezielte Abzocke?
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Anja Kraschutzki am Ort des Geschehens. In der Warener Goethestraße stellte sie ihr Auto kurz ab, um ihr Kind in die Kita zu bringen. Dafür gab es einen Strafzettel.
Anja Kraschutzki am Ort des Geschehens. In der Warener Goethestraße stellte sie ihr Auto kurz ab, um ihr Kind in die Kita zu bringen. Dafür gab es einen Strafzettel. Ingmar Nehls
Waren.

Nein, um die 15 Euro Strafe gehe es Anja Kraschutzki nicht. „Die werde ich selbstverständlich bezahlen. Mir geht es aber ums Prinzip“, sagt die Warenerin.

Die dreifache Mutter hatte ihr jüngstes Kind zur Kita „Die kleinen Strolche“ in der Goethestraße gebracht. Aus Zeitdruck, denn Anja Kraschutzki musste gleich weiter zur Arbeit nach Neubrandenburg fahren, hat sie möglichst dicht an der Kita geparkt. Dort herrscht vorübergehend aber ein Halteverbot, weil Teile der Straße saniert werden. Die Mutter parkte ihr Auto bewusst so, dass sie keine Ausfahrt versperrte, wie sie auf Fotos und auch vor Ort zeigte. Nach ein paar Minuten kam sie wieder zum Auto zurück, wo schon der Denkzettel auf sie wartete.

Größerer Parkplatz 400 Meter entfernt

„Durch die Baustelle herrscht eine besondere Situation“, findet Anja Kraschutzki. „Alle Parkplätze in der Nähe sind morgens schnell belegt, wenn viele Eltern ihre Kinder zur Kita bringen. Es muss doch einen Ermessensspielraum geben.“ Mit Wut im Bauch fuhr sie gleich zum Ordnungsamt, um die Situation zu beschreiben und vielleicht eine Lösung zu finden.

Das Ergebnis war wohl für beide Seiten kein Erfolg. Die Warenerin schildert, dass sie lediglich über die Rechtslage aufgeklärt worden sei und man ihr sagte, dass sie ja auch auf dem Festplatz, der etwa 400 Meter entfernt ist, parken könne. Von dem Mitarbeiter, der das Ticket verteilt hatte, hieß es auf Nordkurier-Nachfrage, dass er beschimpft worden sei.

Anja Kraschutzki weiß, dass sie aus lauter Ärger wohl zu laut wurde. Sie habe das Gefühl, dass die Verwaltung ihr Problem nicht ernst nimmt und nicht gewillt ist, im Sinne des Bürgers zu handeln. Weil sie den Mitarbeiter des Ordnungsamtes kennt, weiß sie, dass er nahe der Kita wohnt. Sie habe darum den Verdacht, dass der Mitarbeiter morgens regelrecht darauf wartet, dass Eltern das Halteverbot ignorieren, um dann ein Ticket zu verteilen.

Parkplatznot wird sich Ende April entspannen

Dem Vorwurf tritt Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel energisch entgegen. „Ich muss mich vor meine Mitarbeiter stellen. Wir dürfen den Berufsstand im öffentlichen Ansehen nicht kaputt machen lassen, so wie es bei Lehrern und Polizisten schon passiert ist“, sagt er.

Der Mitarbeiter selbst sagte dem Nordkurier, dass er das Ticket verteilte, nachdem er schon in der benachbarten Karl-Liebknecht-Straße unterwegs war. Gezielte Kontrollen zu den Bring- und Holzeiten habe es nicht gegeben. Auch wenn die Mutter ihr Auto nicht direkt vor eine Ausfahrt gestellt habe, stand es doch so, dass es nach Verwaltungssicht Baustellenfahrzeuge blockierte. Die Belieferung der Baustelle sei auch der Grund für das Halteverbot.

Was Anja Kraschutzki passierte, ist kein Einzelfall. Von einem systematischen Abzocken kann man mit Blick auf die Statistik aber auch nicht sprechen. Nach Angaben des Ordnungsamtes hat vom 1. Januar bis zum 28. Februar 2019 sieben Verwarnungen in der Goethestraße gegeben.

Die Parkplatznot wird sich bald entspannen, denn bis Ende April sollen laut Henkel die Bauarbeiten in der Goethestraße abgeschlossen sein. Danach kann in einem bestimmten Zeitfenster wieder vor der Kita geparkt werden.

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Kommentare (6)

Wieso denkt die Dame, dass allgemein gültige Regeln für sie nicht gelten und wieso denkt sie, dass es einen für sie gültigen Ermessungsspielraum geben müsse? Wenn sie die Regeln der Straßenverkehrsordnung nicht kennt sollte sie schleunigst ihren Führerschein abgeben.

Mutti baut Mist, regt sich auf und steht in der Zeitung. Sogar mit Foto. In der selben Zeitung, die am gleichen Tag den Zeigefinger über böse Helikopter-Eltern und die Gefahren, die deren Verhalten mit sich bringt, aufregt. Hat man so etwas echt nötig? Absolut peinlich. Von Mutti und vom Nordkurier.
https://www.nordkurier.de/uckermark/halteverbot-vor-templiner-schule-ignoriert-1834888603.html

Dieser Blick sagt alles, zu Hause nicht in der lage ein normales Zeitmanagment zu organisieren, zu spät aus dem Haus, zu fail mal einen Schritt selber zu tun, Ordnungshüter beleidigen, da sage ich nur sofortiger Führerscheinentzug. Diese Frau ist nicht in der Lage Gesetz und Ordnung einzuhalten. Wer weiß was sie auf Arbeit macht . Die Regeln und Gesetze sind für alle da! Sie kann ja dann den Bus benutzen, da hat sie genug Zeit über sich und ihre Einstellung zum Recht nachzudenken, es gibt ja auch noch genug Raser die dann noch schnell zur Arbeit fahren. Kein Pardon !!

Ein Halteverbot ist ein Halteverbot und gilt für ALLE Bürger, auch für diese Frau, die meint, dort Sonderrechte zu genießen! Die Allgemeinheit gilt für diese Dame scheinbar nicht, also was soll jetzt dieser Auftritt ohne jegliches Unrechtsempfinden?
Die Frau ist ein sehr schlechtes Beispiel für vernünftiges Verhalten!
Ich sage nur: "Gut und weiter so!"

"Die Welt wird nicht bedroht von denen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen!"
Sagte schon A. Einstein

Da frage ich mich doch gleich, woher kennt sie den Mann des Ordnungsamtes, den sie meint, einfach mal so beschimpfen zu dürfen und alles muss an dem abprallen?
Das kann sie machen, wo sie her stammt!
Einen Menschen kennt man immer von früher, ich vermute die unfreundliche Dame kennt den Mann nicht von einem Kaffeeklatsch?

Einfach an die Regeln halten.
Ich kann auch nicht verkehrt rum die Autobahn benutzen, nur weil die nächste Abfahrt dann dichter liegt!