Mädchen missbraucht

Mutter gesteht Vergewaltigung ihrer Töchter durch Malchower

Ein Malchower soll die erst ein- bzw. vierjährigen Töchter seiner Freundin vergewaltigt haben. Der Mann ist bereits mehrfach wegen sexuellen Übergriffen auf Schutzbefohlene aufgefallen.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Das Dresdner Landgericht prüft derzeit die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung wegen sexuellen Missbrauchs.
Das Dresdner Landgericht prüft derzeit die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung wegen sexuellen Missbrauchs. Patrick Pleul
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Malchow.

Rund fünf Monate liegt es zurück, dass ein heute 34-Jähriger aus Malchow von der Polizei festgenommen wurde. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft in Sachsen. Dem Mann wird vorgeworfen, sich im September und Oktober 2018 an den Kindern seiner Freundin aus Dresden vergangen zu haben.

Vor dem Dresdner Landgericht müsse er sich deshalb laut zuständigem Richter Thomas Ziegler „relativ zeitnah“ verantworten. Der konkrete Verhandlungstermin steht zwar noch nicht fest, aber schon im April könnte er zusammen mit der Mutter der betroffenen Kinder vor Richter und Schöffen sitzen.

Die Liste der Anklagepunkte ist lang: Insgesamt sieben Mal soll der Beschuldigte zwei Kleinkinder schwer sexuell missbraucht haben. Der 31 Jahre alten Mutter wird im Falle der Vergewaltigungen mit Körperverletzung Beihilfe zur Last gelegt.

Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs

„Die Anklage geht davon aus, dass sie von allen Fällen wusste und teilweise dabei war“, sagt der Dresdner Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt. Inzwischen habe die Mutter umfassende Angaben gemacht, die Taten eingeräumt und ein Geständnis abgelegt, erklärt Schmidt auf Nordkurier-Nachfrage. Auch die Ältere der beiden Töchter – sie war zum Zeitpunkt der Taten gerade einmal vier Jahre alt – wurde inzwischen angehört. Ihre Angaben hätten sich mit denen der Mutter gedeckt, so Schmidt weiter.

Wird dem Paar der Prozess gemacht, kann der Malchower für seine Gräueltaten mit einer Gesamtstrafe von bis zu 15 Jahren Freiheitsentzug mit anschließender Sicherheitsverwahrung rechnen. Das gründet sich vor allem auf der Schwere der Straftaten. Denn der „schwere sexuelle Missbrauch“ setze voraus, dass es – unter Anwendung von Gewalt – zum Geschlechtsverkehr gekommen ist: zweimal in der Dresdner Wohnung mit der einjährigen Tochter und fünfmal mit der älteren Schwester im Rahmen einer rund zweiwöchigen Reise nach Ungarn und Rumänien.

Mutter muss mit Strafe von mehr als elf Jahren rechnen

Das Geständnis der Mutter wirke sich „erheblich strafmildernd“ für sie aus, wie Oberstaatsanwalt Schmidt betont. Insbesondere dann, wenn dem vierjährigen Mädchen eine erneute Aussage der Tathergänge und eine Retraumatisierung erspart bleibe. Grundsätzlich müsse aber auch die Mutter mit einer Strafe von mehr als elf Jahren rechnen. Wie Jürgen Schmidt bestätigt, befindet sich die Frau aus Sachsen derzeit auf freiem Fuß. Das Gericht sah bei ihr weder Verdunkelungs- noch Fluchtgefahr – im Gegensatz zu ihrem Malchower Freund, der zu den Vorwürfen gänzlich schweige.

Der Mann sei in der Vergangenheit aber bereits des Öfteren mit sexuellen Übergriffen auf Schutzbefohlene aufgefallen. Immerhin stand der mutmaßliche Sexualstraftäter im September 2018 vor dem Warener Amtsgericht. Damals wurde ihm vorgeworfen, seine eigene vier Jahre alte Tochter zweimal sexuell missbraucht zu haben. Der Richter verurteilte ihn dafür zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten – ohne Bewährung. Da er jedoch gegen das Urteil in Berufung ging, ist es immer noch nicht rechtskräftig. Das bestätigt die Chefin des Amtsgerichtes Waren, Heike Paulmann. Der Malchower hat seine Haftstrafe aus diesem Grund auch noch nicht angetreten.

Am 27. Oktober von Polizei in Malchow festgenommen

Auch schon 2014 fiel der Malchower auf: „Er hatte damals im Biestorfer Weg in Malchow eine 14-Jährige angefallen“, sagte die Warener Amtsrichterin Alexandra Sprigode-Schwenke im Oktober 2018 dem Nordkurier. Das Mädchen habe sich jedoch befreien und entkommen können. Wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung verurteilte man ihn damals zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Nach Aussagen der Richterin bestritt er damals die Taten und habe sich auch nicht weiter dazu geäußert.

Als der Mann am 27. Oktober 2018 von der Reise nach Ungarn und Rumänien zurückgekehrt war, fasste ihn die Polizei in seiner Malchower Wohnung. Dabei wurden auch Beweismittel und ein Computer beschlagnahmt. Der Angeklagte war mit dem Auto vorgefahren, die Mutter wurde später bei ihrer Einreise am Flughafen vernommen.

Ursache für die Festnahme waren laut Staatsanwaltschaft Dresden Hinweise der Väter der Kinder. Beide Mädchen wohnen bei ihren Vätern, die Mutter hatte nur ein Umgangsrecht, ihr war das Sorgerecht für beide Kinder schon vorher entzogen worden.