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Nach dem Kick geht es ins Rathaus zum Duschen

War über viele Jahrzehnte ein Aktivposten im Fußballverein: Hans Strubelt. Sein Vater hatte ihn 1939 beim SV 09 einschreiben lassen. [KT_CREDIT] FOTO: ge

Waren.Die Einladung aus dem Ratskeller an alle Warener Fußball-Oldies zum Frühschoppen am 9. Juli anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums hat auch ...

Waren.Die Einladung aus dem Ratskeller an alle Warener Fußball-Oldies zum Frühschoppen am 9. Juli anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums hat auch einen Empfänger am Seeufer. Hans Strubelt, Jahrgang 1929, ist so ein Altgedienter, sei`s als Aktiver oder seinerzeit mit viel Lob bedachter Initiator der Altherren-Mannschaft im Verein. Auch heute noch ein humorvoller Typ, kann er viel erzählen. „Im Mittwochtraining ging`s beispielsweise jedesmal im Lauftempo vom Kiebitzberg aus quer durch die Wiesen und an der Kargower Bahnstrecke entlang wieder zurück. Mit dem Fahrrad hatten wir es dann mächtig eilig, ins Rathaus zu kommen und danach in den Ratskeller“.Der Grund für die Eile leuchtet ein, da es damals zunächst nur die Waschschüssel mit kaltem Wasser am Kiebitzberg gab, dafür aber im Rathaus zwei Duschen. Und
wichtig genug, nebenan im Ratskeller stand für die Mannschaft schon eine deftige Mahlzeit bereit. So hatten es Trainer und Gastwirt vereinbart. Als Dauergericht Kartoffeln mit viel, viel Fleisch. Appetit war bei den damals sonst zugeteilten mageren Kalorien immer. „Wenn`s in unserer Runde mal zu laut wurde“, sagte Hans Strubelt, „schaute auch die Wirtsfrau herein. Sie meinte ebenso besänftigend: `Na, schmeckt`s denn allen?`“.
Gastwirt Wolfgang Kerber will durch die Veranstaltung für Fußball-Veteranen eine Brücke schlagen von einst bis in die Gegenwart. Der Erlös des Treffens geht nämlich an die Fußballjüngsten. Für fünf Euro Eintritt erhält jeder Teilnehmer als Ausgleich Wertmarken für zwei Getränke und ein Würstchen vom Grill. Wolfgang Kerber ist es zugleich ein Anliegen, sich mit diesem Beitrag zum Stadtjubiläum für die Solidarität und Unterstützung so vieler Warener nach der verherrenden Brandnacht Ende Dezember 2008 zu bedanken. „Der Ratskeller war ausgebrannt, und ich war drauf und dran“, bekennt der 59-Jährige, „nach solch einem Tiefschlag alles hinzuwerfen.“ Hilfe kam von überall. Zu Ostern 2009, nach nur wenigen Monaten, war der Ratskeller moderner denn je wieder auferstanden.ge