TRADITION ZUM ASCHERMITTWOCH

Nach der Geldbörsenwäsche ist alles sauber und alles vorbei

Im Warener Ratskeller wird zum Ende der Karnevalszeit eine schöne Tradition zelebriert. Die beförderte 50 Brieftaschen in einen großen Waschtrog.
Stephan Radtke Stephan Radtke
Vor dem Spaß kommt die Arbeit: Fabian Kerber (l.) und René Drühl hatten zur Geldbörsenwäsche viel zu schrubben.
Vor dem Spaß kommt die Arbeit: Fabian Kerber (l.) und René Drühl hatten zur Geldbörsenwäsche viel zu schrubben. Stephan Radtke
Waren.

„Traditionen verbinden Menschen und Traditionen sollte man wahren“, meinte Wolfgang Kerber am Aschermittwoch. Und der Gastwirt aus Waren hat Recht. Ursprünglich aus der schwäbischen Fastnacht stammend, hat es die Geldbörsenwäsche vor 26 Jahren bis an die Seenplatte und in den Ratskeller von Waren geschafft. „Heute ist die 25. Geldbörsenwäsche, denn ein Jahr mussten wir leider aussetzen. Damals war es zu heiß hier“, konnte Kerber mittlerweile über den verheerenden Brand im Ratskeller vom 28. Dezember 2007 lachen.

Vergessen sind Schutt und Asche, aber die Tradition nicht. Das honorierten zahlreiche Warener und neugierige Gäste. Auch Uwe Rohde packte morgens eine alte lederne Geldbörse ein und pilgerte zum Neuen Markt. „Ich komme schon ewig zum Aschermittwoch hierher. Die Stimmung ist immer ausgelassen“, sagte der Warener, während sich der Ratskeller langsam füllte.

Leere Brieftaschen füllen sich durchs Waschen wieder

Und noch etwas füllte sich – nämlich eine große Metallschale. „Ich brauch nur den Eintritt, eine leere Geldbörse bitte“, zog Fabian Kerber von Tisch zu Tisch. Nach altem Glauben sollten die leeren Brieftaschen gewaschen werden, damit sie sich nach der Faschingszeit wieder füllen.

Doch vorher füllten sich die Gläser, denn den Frühschoppen spendierte der Gastwirt mit einigen Unterstützern. Mit närrischen Klängen und heiteren Gesprächen stimmten sich die Gäste ein, die bereits ungeduldig auf Müllmann Wernis Büttenrede warteten. Der steuerte im flippigen Hawaiihemd an sein Rednerpult und gab erfrischende Anekdoten aus dem aktuellen Zeitgeschehen zum Besten. Deutschlandweite Ereignisse und heimische Episoden wurden närrisch beleuchtet und strapazierten die Lachmuskeln der Gäste.

„Nun geht es aber raus zur Geldbörsenwäsche“, sagte DJ Peter Sohr. Vor dem Ratskeller wurde ein großer Waschtropf mit heißem Fitwasser gefüllt und René Drühl kippte insgesamt 50 Geldbörsen und zwei Sparstrümpfe hinein. Diese wurden durch den Stadtpräsidenten und Fabian Kerber ordentlich gereinigt und zum Trocknen auf eine lange Wäscheleine gehängt. Derweil ließ das Partyvolk die Faschingszeit heiter und feucht ausklingen.

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