FLEISCHHANDEL BOLLEWICK

Nach Listerien-Vorfall läuft die Produktion wieder

Die Produktion bei der Natur Fleischhandels GmbH in Bollewick läuft nach intensiver Reinigung wieder. Nach dem Nachweis von Listerien hatte die Firma einen Rückruf gestartet.
Nadine Schuldt Nadine Schuldt
Der Gebäudeteil, in dem die Natur Fleischhandels GmbH ihre Waren produziert, wurde nach dem Vorfall von oben bis unten ge
Der Gebäudeteil, in dem die Natur Fleischhandels GmbH ihre Waren produziert, wurde nach dem Vorfall von oben bis unten gereinigt. Nadine Schuldt
Bollewick.

Nach dem Nachweis von Listerien in ihrer Streichmettwurst mit Knoblauch am Donnerstag hat die Natur Fleischhandels GmbH am Standort Bollewick nun wieder die Produktion aufgenommen. Die Wurst wurde aus dem Handel zurückgezogen.

Betroffen seien vier Geschäfte in Berlin und eins in Rostock gewesen, wie Geschäftsführer Bruno Jöbkes auf Nordkurier-Nachfrage mitteilte. Die Wurst wird dort eigentlich als lose Ware über Fleischtheken verkauft. Insgesamt hätte die betroffene Charge der Streichmettwurst 100 Kilogramm betragen.

Die Ware konnte bis auf wenige Kilogramm zurück geholt werden, machte Jöbkes deutlich. „Um die Bevölkerung zu erreichen und zu informieren, haben wir die Nachricht ans Portal 'Lebensmittelwarnung.de' gegeben”, erklärte Jöbkes, der den Betrieb in Bollewick bereits seit 2007 leitet. Dort werden 15 Mitarbeiter beschäftigt.

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Bei Eigenkontrolle Listerien gefunden

Er sei erschrocken gewesen, als bei einer Routine-Eigenkontrolle ein positiver Befund mit Listerien in dem Wurstprodukt auftauchte. Es habe allerdings noch eine quantitative Untersuchung gegeben, die sich auf die Menge der Bakterien beziehe, hob er hervor. Dabei habe sich heraus gestellt, dass die Listerien in sehr geringem Umfang aufgetreten seien.

Es habe sich um eine Menge gehandelt, die niedriger sei als die Nachweisgrenze von zehn KBE pro Gramm, was Kolonie bildende Einheit bedeutet. Der gesundheitliche Grenzwert liege Jöbkes zufolge bei 100 KBE pro Gramm. „Gefährlich könnte es jedoch für Risikogruppen wie Schwangere, Senioren, Kleinkinder sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem werden”, sagte Jöbkes. Deshalb sei auch die sofortige Rückhol-Aktion gestartet worden.

Reinigung vorgezogen

Er sowie der Betriebsleiter haben nach dem positiven Befund sofort alle Maschinen angehalten und sich mit dem kreislichen Veterinäramt sowie dem Landwirtschaftsministerium in Verbindung gesetzt. In Absprache mit den beiden Behörden sei sofort eine ganze Reinigungskette im Betrieb in Gang gesetzt worden.

Wie der Geschäftsführer erklärte, gebe es bei ihnen generell immer eine Tages- sowie eine Wochenreinigung. Halbjährlich werden zudem noch Abflüsse sowie die Verdampfer in den Kühlhäusern gesäubert. Diese Reinigungen seien nun vorgezogen worden.

Hygieneschleuse und Einwegschutzkleidung

Abflüsse und jene Verdampfer seien Bereiche, wo sich Listerien einnisten und möglicherweise resistent werden können. Das solle nicht geschehen, machte er deutlich. Zudem achten sie jetzt noch verstärkter darauf, dass von außen keine Listerien reingetragen werden. „Alle Leute, die in die Produktion rein müssen, ziehen entweder die gereinigten Stiefel an der Hygieneschleuse an oder tragen Einwegschutzkleidung”, erklärte der 52-Jährige.

Nachdem die intensive Reinigung am Freitag vollzogen war, lief die Produktion wieder an. In dem Betrieb werden unter anderem Wiener Würstchen, Fleischkäse oder auch Leberwurst produziert. Das Fleisch dazu beziehen sie unter anderem von Bio-Landwirten aus der Region.

 

 

 

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