Frau in Waren erschossen

Nach Mord an Anwältin ist die Obduktion abgeschlossen

Vier Tage nachdem eine Anwältin in Waren erschossen wurde, sucht die Polizei weiter nach der Tatwaffe. An einem Ort wurde sie definitiv nicht gefunden.
Carina Göls Carina Göls
In diesem Tunnel soll der mutmaßlichen Mörder laut einer Zeugin so lange Deckung gesucht haben, bis der Stadtbus kam und er damit nach Hause fahren konnte.
In diesem Tunnel soll der mutmaßlichen Mörder laut einer Zeugin so lange Deckung gesucht haben, bis der Stadtbus kam und er damit nach Hause fahren konnte. Carina Göls
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Waren.

Sie kann überall liegen. In einem Bach, im Tunnel an der Bushaltestelle, in einem Papierkorb, nahe des Tatortes in der Großen Mauerstraße – die Waffe mit der vor vier Tagen eine Warener Anwältin erschossen wurde. Und während die Polizei noch immer fieberhaft nach der Waffe sucht, von der bis jetzt nur Projektile am Tatort gefunden wurden, streitet der in U-Haft sitzende Tatverdächtige ab, die 67-jährige Frau in ihrer Kanzlei umgebracht zu haben. Gegen den 79-Jährigen hatte das Amtsgericht am Freitag Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen.

Wie Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler am Montag auf Nordkurier-Nachfrage informierte, vermuten die Ermittler, dass der Mann seine Waffe – vermutlich eine Pistole – auf dem Weg nach Hause weggeworfen oder einfach versteckt hat. Ein Teil des Fluchtwegs, der an mehreren Seen und sumpfigem Gebiet am Bahndamm vorbeiführte, sei abgesucht worden. Erfolglos. Sollte tatsächlich jemand eine Waffe in Waren finden, der möge sie nicht berühren, sondern den Fundort sichern und die Polizei informieren, so der Oberstaatsanwalt.

Todesdrama nach wie vor Stadtgespräch

Unterdessen sei die Durchsuchung der Wohnung des mutmaßlichen Mörders zwar abgeschlossen, die Räume blieben aber versiegelt. Auch die Obduktion der Toten sei inzwischen beendet, die Leiche frei gegeben. Die Familie könne die Frau nun beerdigen.

In Waren ist das Todesdrama nach wie vor Stadtgespräch. Menschen, die das Opfer oder den Tatverdächtigen kennen, reden darüber, spekulieren über das Warum. Laut ersten Ermittlungen der Polizei sollen „vermögensrechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Mann, der Anwältin und deren Ehemann“, das Motiv gewesen sein. Der Beschuldigte, der kein Mandant der Anwältin war, soll deshalb mehrfach in der Kanzlei gewesen sein.

Im Hochhaus, in dem der Rentner lebte, werden die Mieter vorerst nicht befragt. „Das zählt nicht zu den dringlichsten Aufgaben. Das Wichtigste für uns sind jetzt die kriminaltechnischen Spuren“, so Zeisler. Die Aussagen der Bewohner seien zudem sehr subjektiv und nur bedingt für die Ermittlungen brauchbar.