Ursprünglich sollte der Brandschutzvertrag zwischen beiden Gemeinden um ein ganzes weiteres Jahr verlängert werden.
Ursprünglich sollte der Brandschutzvertrag zwischen beiden Gemeinden um ein ganzes weiteres Jahr verlängert werden. Das klappte nicht. Susann Salzmann
Amtswehrführer Thomas Pieszek ist erleichtert, dass der Brandschutz in Penkow vorerst abgesichert ist.
Amtswehrführer Thomas Pieszek ist erleichtert, dass der Brandschutz in Penkow vorerst abgesichert ist. Petra Konermann
Aufatmen in Penkow

Nachbargemeinde springt doch noch mal beim Brandschutz ein

Erst hü, dann hott: Göhren-Lebbin wollte den Brandschutz für Penkow nicht mehr übernehmen, doch nun sieht es anders aus. Penkow muss trotzdem handeln.
Malchow

Das Amt Malchow war alarmiert. Die Katastrophe wäre mit dem weggefallenen Brandschutz in Penkow ab dem Neujahrstag 2022 perfekt gewesen. Die Nachbargemeinde Göhren-Lebbin wollte nur noch bis zum 31. Dezember 2021 ausrücken, wenn es im Penkower Gemeindegebiet brennt. Einer Fortführung der Verpflichtung stimmten die Göhren-Lebbiner Ende November mehrheitlich nicht zu. Penkow hätte damit ab Januar 2022 keinen Brandschutz mehr gewährleisten können. Nun hat die aushelfende Gemeinde jedoch eine Rolle rückwärts gemacht. Zu den Gründen hieß es von Lebbins Bürgermeister Torsten Zillmer, dass man die Situation nicht weiter eskalieren lassen wolle.

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Vertrag verlängert – aber nur für ein halbes Jahr

Nach einem Gespräch der zwei Gemeinden mit dem Amt Malchow stimmten die Gemeindevertreter in Göhren-Lebbin erneut über den Brandschutzvertrag ab. Dafür wurde extra eine Dringlichkeitssitzung anberaumt. Zu einer ganzjährigen Verlängerung konnten sich die Göhren-Lebbiner allerdings nicht durchringen. Zunächst ist der Vertrag bis 30. Juni 2022 verlängert worden, heißt es von Irina Herling, Amtsleiterin im Amt für Bürgerservice, Stadt- und Gemeindeentwicklung der Stadt Malchow. Vor Fristablauf behält sich die Gemeinde Göhren-Lebbin laut Herling vor, über eine weitere Verlängerung neu zu entscheiden.

Sonst drohte eine Pflichtfeuerwehr

Thomas Pieszek, Wehrführer des Amtes Malchow, kennt die Situation in Penkow. Der Feuerwehrhilfsdienst aus der Nachbargemeinde habe seit fast 20 Jahren Bestand, erinnert sich der Amtswehrführer zurück. Pieszek selbst ist froh über das Übereinkommen. „Aus meiner Sicht ist es auch vernünftig, dass der Brandschutz von Göhren-Lebbin gemacht wird“, meint er und beruft sich auf die funktionierende Einsatzstruktur aus dem nur drei Kilometer entfernten Nachbarort. Göhren-Lebbin wurde nun noch einmal zum Retter in der Not. Denn ohne die Vertragsverlängerung drohten Konsequenzen: „Wenn wir das nicht hinbekommen hätten, dann hätten wir eine Pflichtfeuerwehr aufstellen und das kurzfristig und zügig vorantreiben müssen“, sagt Amtswehrführer Pieszek.

Kosten sind zu hoch

Einwohner aus der Gemeinde Penkow sind zwar in der Feuerwehr organisiert – mangels Angebotes vor Ort aber nicht in Penkow, sondern in Nachbarorten. In dem etwa 300 Seelen-Dorf eine Feuerwehr aufzubauen, ist für Penkow aussichtslos. Es fehlt nicht nur an Mitgliedern. Es fehlt auch an einem Feuerwehrdomizil, an einem Einsatzfahrzeug und überhaupt an Technik. Gutachten im Vorfeld ergaben, dass der Aufbau einer Feuerwehr aus dem sprichwörtlichen Nichts Kosten zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro verursachen würde. Das könnte sich die kleine Gemeinde Penkow auch mit Förderung nicht leisten. Die Finanzausstattung der Gemeinden „ist einfach nicht ausreichend, um diese Pflichtaufgabe zu leisten“, so Pieszek, der sich mehr Unterstützung von Land und Bund wünschen würde.

Fusion unausweichlich

Da Penkow seinen eigenen Brandschutz wohl auch künftig nicht decken kann, scheint eine Fusion unausweichlich. Die Gemeinde an der B 192 verliert dann ihre Eigenständigkeit und muss Ortsteil einer größeren, leistungsfähigeren Kommune werden. Laut Pieszek soll bis Juni feststehen, wer Fusionspartner ist. Folgerichtig wäre nach Ansicht des Amtswehrführers auch, dass jener neue Fusionspartner dann den Brandschutz für Penkow mit übernimmt.

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