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Alt-Rehse-Prozess

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Ist der Mörder von Sarah H. schuldfähig?

In diesem Haus starb Sarah H.
Winfried Wagner

Im neuen Prozess gegen Axel-Ingo G. aus Alt Rehse, der sein Opfer Sarah H. misshandelt hatte, soll nun dessen Schuldfähigkeit geklärt werden. Können Anwohner helfen?

In welchem Geisteszustand befand sich Axel-Ingo G. im Sommer 2016? Gab es Auffälligkeiten in seinem Verhalten, die Aufschluss in der Beurteilung seiner Schuldfähigkeit geben könnten? Um dies herauszufinden, wurden am Donnerstag und Freitag im nichtöffentlichen Prozess am Landgericht Neubrandenburg Zeugen aus der Nachbarschaft des Angeklagten befragt, wie Sprecher Benjamin Beischer auf Nachfrage mitteilte.

Der 52-Jährige soll seine Lebensgefährtin Sarah H. im Sommer 2016 in seinem Haus in Alt Rehse nackt an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt haben. Die Frau starb in Folge der Misshandlungen.

Polizisten sagen zum Schluss aus

Axel-Ingo G. war wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ihm war aber eine „verminderte Schuldfähigkeit“ attestiert worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und ordnete die Neuverhandlung an. Jetzt soll geklärt werden, ob der Mann zur Tatzeit überhaupt schuldfähig war.

Dafür sollen bis Ende August bei mehr als 20 Prozesstagen neben zwei forensisch-psychiatrischen Sachverständigen und einem Rechtsmediziner 60 Zeugen gehört werden. Nach den Verhandlungstagen am Donnerstag und Freitag soll es laut Benjamin Beischer am kommenden Dienstag weitergehen. Als neuer Pflichtverteidiger wurde Rechtsanwalt Stefan Tabbert aus Demmin bestellt. Die Polizeibeamten, die die Leiche im Haus des Angeklagten entdeckten, werden erst zum Schluss aussagen, informiert Beischer.