Gemeindeleben

Nachbarschaftsfahrdienst erhält Auszeichnung

Nachbarschaftsfahrdienst Elli-Bus gewinnt mit 5 000 Euro dotierten Jurypreis. Kann damit ein Solar-Carport gebaut werden?
Bollewicks Bürgermeisterin Antje Styskal freute sich sehr über den „Taz-Panter-Preis“ für das Elli-
Bollewicks Bürgermeisterin Antje Styskal freute sich sehr über den „Taz-Panter-Preis“ für das Elli-Bus-Projekt. Miriam Brümmer
Südmüritz

Nein, samtig schwarz wie ein richtiger Panther ist der „Taz-Panter-Preis” nicht, dafür herrlich bunt bemalt, mit Motiven aus der Natur – denn dafür steht der mit 5000 Euro dotierte Preis, den die Gemeinde Bollewick für das Projekt Elli-Bus erhalten hat. Das Projekt konnte die Jury überzeugen und hat sich damit gegen fünf weitere Nominierte durchgesetzt. Der Taz-Panter-Preis würdigt zivilgesellschaftliches Engagement von Menschen, die sich mit viel persönlichem Einsatz für eine bessere Welt stark machen. Er wird seit 2005 von der gleichnamigen Stiftung vergeben und ist nach der Tageszeitung taz und Peter Panter, einem Pseudonym von Kurt Tucholsky, benannt. Seit zwei Jahren hat die Jury mit der Auszeichnung den Bereich Klimaschutz im Fokus. In diesem Jahr ging es um das Thema nachhaltige Mobilität.

Aus Mecklenburg per Internet zur Preisverleihung

Die Preisverleihung fand wegen der aktuellen Situation als Hybridveranstaltung statt, das heißt live unter 2G-plus-Bedingungen vor kleinem Publikum und via Liveübertragung auf Youtube. Dort ist die Übertragung auch weiterhin zu sehen. Während die Bürgermeisterin der Gemeinde Bollewick Antje Styskal aus Mecklenburg per Internet dazu geschaltet wurde, war Neda Nouri-Fritsche, bei der Preisverleihung vor Ort und ziemlich überrascht, als sie den Jurypreis entgegennahm.

E-Auto statt Schulbus

Sie ist Mitarbeiterin der Stiftung „Nachhaltige Entwicklung MV“ und dadurch Mitbegründerin des Nachbarschaftsfahrdienstes Elde-Quellgebiet, bei dem Ehrenamtliche südlich der Müritz Menschen im ländlichen Raum, die nicht mehr mobil sind, mit Hilfe eines E-Autos helfen. Der Elli-Bus verbindet sowohl auf der Straße als auch sozial. Damit ist es den Bewohnern der Dörfer möglich, zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkaufen in die Stadt zu gelangen. Sonst ist es vielerorts nur möglich, am Morgen mit dem Schulbus nach Röbel zu gelangen und nach Schulschluss wieder zurückzufahren.

Carport mit Solardach ist der große Wunsch

Laut der Bürgermeisterin, die auch Vorstandsmitglied des Vereins ist, sind inzwischen acht Gemeinden an dem Projekt und den Kosten beteiligt. Die 5000 Euro, die es zum „Taz-Panter-Preis“ dazu gab, bringen etwas Stabilität in das Projekt, das sich sonst hauptsächlich aus Spenden finanziert, freut sich Antje Styskal. Für das Auto müssen noch immer Raten, Versicherung und Strom gezahlt werden. Deshalb hofft der Verein, dass vielleicht in Zukunft ein Carport mit Solardach gebaut werden kann, das den Strom für das Fahrzeug liefert, um hier Kosten und fossile Brennstoffe zu sparen. Förderanträge wurden bereits gestellt.

Gestartet ist das Projekt mit logistischer und finanzieller Hilfe vom Kompetenzzentrum für ländliche Mobilität. In diesem Jahr steht es zum ersten Mal auf eigenen Füßen, daher können die tatsächlichen Grundkosten erst am Jahresende benannt werden. Mit etwa 10 000 Euro Kosten pro Jahr muss nach Aussage der Bürgermeisterin jedoch gerechnet werden.

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