GESELLSCHAFTLICHES ENGAGEMENT

Neue Klönstube in Lärz soll für mehr Miteinander im Dorf sorgen

In kleinen Orten ist meist nicht viel los. Lärzer wollen mit einem neuen Angebot Abhilfe schaffen. Auch junge Leute will man damit ansprechen.
Walter Brähmer ruft die Klönstube ins Leben, damit besonders die älteren Leute einen Anlaufpunkt haben. Bä
Walter Brähmer ruft die Klönstube ins Leben, damit besonders die älteren Leute einen Anlaufpunkt haben. Bärbel Gremkow, Edelgard Hinrichs und Ursula Krause (von links) wollen auf jeden Fall vorbeikommen. Nadine Schuldt
Lärz.

„Hier ist ja nichts mehr“, sagt Ursula Krause. Diesen Satz hat der Lärzer Walter Brähmer in den vergangenen Monaten zur Genüge gehört. Für die älteren Leute, die in Lärz wohnen und keinen Pkw (mehr) fahren, hat der Ort nicht viel zu bieten. Der öffentliche Nahverkehr beschränkt sich weitestgehend auf den Schülerverkehr und ein Konsum, wo viele beim Einkauf noch für einen kleinen Schnack stehen blieben, hat längst dichtgemacht. Die Gaststätte, der Lindenkrug, hat außerhalb der Saison auch nur eingeschränkt geöffnet. Auch für die Jugend geht nicht viel ab im Ort – außer beim großen Fusion-Festival im Sommer.

Doch nun wird der Alltag für die Lärzer Bürger wieder etwas bunter. Ab Dienstag, 25. Februar, öffnet die „Klönstube“ um 16 Uhr im Gemeindehaus. „Es soll eine Beratungsstelle für Jung und Alt in allen Lebens- und Überlebensfragen sein“, sagt der Rentner und engagierte Bürger Walter Brähmer, der die Klönstube ins Leben gerufen hat. Sie soll stets dienstags ab 15 und ab 19 Uhr geöffnet haben.

Hier gibt es Unterstützung und Unterhaltung

Er wolle hier unter anderem Hilfe beim Umgang mit Behörden und Ämtern geben. So könne er sich vorstellen, beim Testamentschreiben oder einer Patientenverfügung zur Seite zu stehen. „Ich habe das für mich schon erledigt“, sagte Brähmer. Auch zu den Themen Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung wolle er Fragen beantworten. Und: „Ich möchte auch Nachbarschaftshilfe koordinieren und organisieren“, sagte Brähmer.

Allerdings solle es in der Klönstube nicht nur ernst zugehen, Buchlesungen und Diskussionsrunden soll es ebenfalls geben. „Wir haben hier auch eine kleine Büchersammlung, die man sich ausleihen und tauschen kann“, erzählt der 70-Jährige.

Vorlese-Aktion im Kindergarten geplant

Der Lärzer ist kein Unbekannter in dem Ort an der Südmüritz. Vor fünf Jahren hatte er die „Plattsnackers“ gemeinsam mit den Sportfrauen ins Leben gerufen. „Ich hatte damals bei Spaziergängen mit Edelgard Hinrichs schon gemeint, dass es schade wäre, wenn das Platt aussterben würde“, erzählte Ursula Krause. Schließlich hatten sie die Idee, einen Spiele- und Kaffeenachmittag auf die Beine zu stellen. Walter Brähmer vertellte an diesem Nachmittag en lütt bäten up platt. Darunter waren beispielsweise „Läuschen und Riemels“ von Fritz Reuter und Rudolf Tarnow. „Ich hatte beim ersten Termin gedacht, dass zehn Leute kommen würden, aber als dann 25 vor der Tür standen, war ich richtig überrascht“, erzählt Brähmer. Eigentlich wollte er den Nachmittag mit Helga Wilhelm im Mirower Stadtcafé veranstalten. Weil die meist schon älteren Teilnehmer das Hin und Her der Fahrt nicht auf sich nehmen wollten, wurde der Nachmittag ins Gemeindehaus gelegt. Mit nach wie vor gleich bleibender Beliebtheit.

Eines stellt Brähmer jedoch klar: Die Klönstube soll nicht zum Plattsnacker-Treff werden. Beide Veranstaltungen wolle er getrennt halten. Auch die jüngeren Einwohner hat er im Blick. Doch um auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können, hoffe er, dass sie zunächst auf ihn zukommen. Eine Idee hat er schon, um junge Einwohner kennenzulernen. „Ich möchte auch in die Kita gehen und dort Märchen vorlesen“, sagte Walter Brähmer.

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