NACH ANTHRAX-DROHUNG

Neue Wählergemeinschaft will Ortsfrieden in Zislow

In Zislow will eine neue politische Kraft wieder Ruhe ins Dorf bringen. Zur Kommunalwahl tritt eine Wählergemeinschaft mit rund einem Viertel aller Einwohner an.
Petra Konermann Petra Konermann
Mehr geht nicht: Alle 48 Mitglieder der neuen Wählergruppe „Ortsfrieden Suckow/Zislow” haben Uwe Albrecht zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten gekürt.
Mehr geht nicht: Alle 48 Mitglieder der neuen Wählergruppe „Ortsfrieden Suckow/Zislow” haben Uwe Albrecht zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten gekürt. Petra Konermann
Zislow.

In Zislow hat sich die neue Wählergemeinschaft „Ortsfrieden Suckow/Zislow“ (OSZ) mit insgesamt 48 Mitgliedern formiert. Uwe Albrecht (parteilos), jetziger Bürgermeister der Gemeinde, wurde von den OSZ-Mitgliedern zum Bürgermeister-Kandidaten gewählt – mit 100 Prozent aller Stimmen, die in einer geheimen Wahl abgegeben worden waren.

Voll besetzt ist auch die Kandidatenliste, mit der die OSZ zur Kommunalwahl am 26. Mai ins Rennen geht: Elf Bürger aus Zislow und Suckow treten zur Wahl an und wollen Gemeindevertreter werden. In dem Gemeinderat Zislow, der demnächst wie in allen anderen Gemeinden im Land neu gewählt werden soll, gibt es insgesamt sieben Sitze: Einen Bürgermeister und sechs Gemeindevertreter, hinzu kommen vier sachkundige Bürger.

Viele hitzige Debatten in der Vergangenheit

Zur Gründungsveranstaltung ins Zislower „Heimathaus“ waren rund 50 Bürger gekommen, immerhin rund ein Viertel der Einwohner der 200-Seelen-Gemeinde Suckow/Zislow. „Dass die Resonanz so groß war, damit hatten wir nicht gerechnet, das war überwältigend“, sagte Uwe Albrecht. Für ihn ist gerade auch die rund dreistündige Gründungsveranstaltung der OSZ ein Zeichen dafür, dass die Einwohner einen Wandel in ihrem Ort bewirken wollen.

Alle Bewerber, die sich für die Kandidatenliste der OSZ aufstellen ließen, wurden nach ihren Bewerbungsreden beklatscht, so Albrecht. „Was für eine Wohltat nach vielen hitzigen und zum Teil respektlosen Gemeindedebatten der vergangenen Jahre und ein guter Kontrast zu bösen Briefen und Gewissensrücktritten der Vergangenheit. Ein ehemals zerstrittener Ort rückt sichtbar zusammen und befreit sich mit diesen Wahlvorschlägen sicher bald aus seinem langjährigen Dilemma“, sagte er.

Ehemaliger Bürgermeister macht wieder mit

Dass beweist wohl auch der Umstand, dass Hartmut Kyek ebenfalls wieder mit von der Partie ist und sich zur Wahl als sachkundiger Bürger in der Gemeindevertretung aufstellen ließ. Kyek war Amtsvorgänger von Uwe Albrecht und im vergangenen Jahr als Bürgermeister zurück getreten, weil er Entscheidungen und Beschlüsse des Gemeinderates aus Gewissensgründen, wie er damals sagte, nicht mittragen konnte. Dies betraf vor allem die Besetzung von Führungspositionen in der gemeindeeigenen Camp- und Seeblick GmbH.

Trauriger Höhepunkt war ein Umschlag, in dem am 7. Februar vorgetäuschtes Anthrax an Bürgermeister Albrecht geschickt worden war. Die Kriminalpolizei ermittelt seitdem.

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