Rund 75.000 Gäste übernachten im Jahr im Schlosshotel Klink an der Müritz.
Rund 75.000 Gäste übernachten im Jahr im Schlosshotel Klink an der Müritz. Bernd Wüstneck
Schlosshotel Klink verkauft

Neuer Besitzer will Schloss Klink deutlich aufwerten

Das Klinker Schlosshotel ist an eine private Hotelgruppe verkauft worden. Die will das Haus nun zu einem Vier-Sterne-Plus-Hotel umbauen. Aber auch der alte Besitzer wird einen Teil des Kaufpreises wieder in ein Schloss-Projekt in der Region investieren.
Klink

Eine buchstäbliche Perle an der Müritz hat den Eigentümer gewechselt: Das Schicksal des Klinker Loire-Schlosses mitsamt der Orangerie und dem Fischerhaus am Hafen liegt fortan in den geschäftigen Händen von Rolf Lohbeck. Der bisherige Schlossherr und Hotelier Guido Gabriel hat nun seine Unterschrift unter den Kaufvertrag gesetzt. Lohbeck als neuer Investor zahlte für die Hotelanlagen direkt am Müritzufer mehrere Millionen Euro. Über die genaue Verkaufssumme wurde von beiden Parteien aus Stillschweigen vereinbart.

Seit über drei Jahren suchte der 57-jährige Guido Gabriel einen neuen Eigentümer für die Ferienanlage in Klink, den Klinker Sportpark (dort brannte 2019 die Tennishalle nieder) sowie das Groß Plastener Herrenhaus. Die anfängliche Kaufsumme von 18 Millionen Euro sank zuletzt auf 16 Millionen Euro für alle Anlagen. Liebend gern hätte Guido Gabriel alles auf einen Schlag verkauft. Nun aber bleiben der Sportpark sowie das Plastener Herrenhaus übrig.

„Ich bin meinen Idealen dafür treu geblieben“, zeigte sich der Müritzer Schlossherr zufrieden mit dem Verkauf an die „Privathotels Dr. Lohbeck“. Zu diesen Idealen gehörte für Gabriel unter anderem die Garantie, dass seine Mitarbeiter bei einem Eigentümerwechsel nicht auf der Straße stehen. Allein im Schloss Klink arbeiten laut Gabriel rund 60 Mitarbeiter; insgesamt seien es mehr als 100. Sie alle müssten durch den Leitungswechsel nicht um ihren Job bangen. Ihr Vertrag laufe unbefristet weiter, sagte Gabriel der nach eigenen Angaben allein am Standort Klink acht Millionen Euro mithilfe von Fördermitteln in die Weiterentwicklung der Ferienanlage steckte.

Um die Weiterentwicklung wird sich nun die neue Hotelgruppe kümmern. Laut Gründer Rolf Lohbeck befinde sich das Anwesen ab der offiziellen Übergabe am 1. Oktober im Besitz der privaten Familienstiftung. Für Lohbeck ist Klink das 24. Hotel in einem internationalen Portfolio und eines, in das schon in den kommenden Herbst- und Wintermonaten tüchtig Geld fließen soll, um es umzubauen und zu einem zertifizierten Vier-Sterne-Plus-Hotel zu entwickeln.

Neue Böden, neue Bäder, neue Einrichtungen geplant

„Über zwei Millionen Euro wollen wir investieren, um damit zum Beispiel Holzfußböden statt Teppich in den Zimmern zu verlegen, die Einrichtung teilweise auszutauschen und um sich den Bädern zu widmen“, so Lohbeck. Aufwertung, ja – mehr Gästezimmer: nein. Die aktuell 106 Zimmer können in Klink nicht erhöht werden: Die Maximalgrenze sei wegen der dichten Uferbebauung bereits ausgereizt, bestätigen beide Hoteliers.

Es war das einzigartige Design des im Stil der Loire-Schlösser 1898 erbauten Hauses und die einmalige Lage der Feriendomizile direkt am Müritzufer, die Rolf Lohbeck im Januar 2020 dazu bewegten, sich die zum Verkauf stehenden Objekte näher anzuschauen. Interessant war auch das Plastener Herrenhaus für den neuen Eigentümer. Einziges Manko dort: Das Herrenhaus mit seinen 53 Zimmern, das Guido Gabriels Eltern 1993/94 erwarben, verfügt über keinen Fahrstuhl. Dass es mit diesem Verkauf nicht geklappt hat, stimmt den Müritzer Hotelier alles andere als traurig. „Ich brauch ja auch noch eine Beschäftigung nach Klink“, erklärt Gabriel im Gespräch mit dem Nordkurier.

An dem Plastener Herrenhaus hänge Gabriels Herz. Das Objekt sei für den zweifachen Vater wie ein drittes Kind. In dieses Baby möchte er in nächster Zeit nun rund 600.000 Euro investieren; gut 50 Prozent davon entfallen auf Fördermittel. Davon soll das Objekt in puncto Wellness und Außenfassade auf den neuesten Stand gebracht werden. Ein Aufzug soll zudem künftig den komfortablen Transport ins entsprechende Geschoss gewährleisten. „Durch die Gelder vom Land werden wir wieder wettbewerbsfähig“, zeigte er sich begeistert von den Förderquellen auf Landesebene.

Im Jahr übernachten im Klinker Schloss etwa 75.000 Gäste, im Plastener Schloss sind es rund 20.000. Bis auf weiteres wird der Betrieb an beiden Standorten wie gewohnt fortgeführt.

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