„Gretha van Holland”

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Neuer Kapitän saniert Pannen-Schiff

Kapitän Miroslaw Marchlewski hat mit der Gretha van Holland viel vor.
Kapitän Miroslaw Marchlewski hat mit der Gretha van Holland viel vor.
Stephan Radtke

Mit moderner Technik und neuem Konzept will Kapitän Miroslaw Marchlewski der „Gretha van Holland“ frischen Wind einhauchen.

„Ja, es ist in den vergangenen Jahren viel schief gelaufen und ich kann den Ärger um die Gretha van Holland verstehen“, sagt Miroslaw Marchlewski, der das Fahrgastschiff zum Jahresanfang als neuer Eigentümer erworben hat. Der 35-jährige Kapitän setzt zwar auf das altbewährte Konzept eines kombinierten Fahrrad-Schiffsurlaubs, versichert aber, dass das Sicherheitskonzept grundlegen überarbeitet wurde. „Ich bin seit vielen Jahren in der Berufsschifffahrt und mir meiner Verantwortung gegenüber den Passagieren, der Crew und der Umwelt bewusst“, so der gebürtige Breslauer.

Bis zum vergangenen Jahr schipperte Miroslaw Marchlewski als Kapitän eines Flusskreuzers über den Rhein und die Mosel. Zuvor besuchte er fünf Jahre eine technische Schule und qualifizierte sich seit 2003 über den Deck-, Boots- und Steuermann zum Kapitän. „Das erste Skippertraining habe ich aber schon viel früher bei meinem Vater abgelegt, der ebenfalls ein versierter Kapitän auf den Fahrgastschiffen ist“, unterstreicht Miroslaw Marchlewski.

Der Kapitän will künftige Havarien verhindern

„Natürlich habe ich von den Schlagzeilen und Problemen gehört, die durch zahlreiche Umwelteinsätze entstanden sind. Aber ich habe in die Gretha van Holland investiert und derartige Havarien sollten nicht mehr auftreten“, beteuert der gebürtige Pole, der fließend Deutsch spricht. So wurde das aus dem Jahr 1950 stammende Schiff grundsaniert und neue Sensoren in den Tanks für Öl und Diesel sowie in der Schmutzwasseranlage installiert.

„Ein Defekt oder eine Übertankung würde gleich angezeigt werden und die Pumpen schalten ab“, so der Skipper. Gleichzeitig bittet der junge Unternehmer um eine Chance. „Ich würde gerne beweisen, dass ich es besser und nach den notwendigen Standards realisieren kann“, so Miroslaw Marchlewski, der neben seiner Ehefrau Danuta vier weiteren Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bietet.

Im Winter liegt das Schiff in Berlin

„Auch unsere Produkte für die Versorgung der Gäste mit Frühstück und Abendessen kaufen wir in der Region, in der wir gerade vor Anker liegen“, erklärt der Skipper, der jährlich 500 Gäste durch die Mecklenburgische Seenplatte fahren will. Im Winter liegt die Gretha van Holland in Berlin an der Jannowitzbrücke und verdingt sich dann am Ufer der Spree als Hostel.

Das Flussschiff war in den vergangenen Jahren gleich mehrfach in die Schlagzeilen geraten: So war aus dem Schiff im Jahr 2017 eine beträchtliche Menge Diesel-Kraftstoff in die Müritz geflossen. Und schon vor drei Jahren war das Schiff auf Grund gelaufen.