GASTRONOMIE

Neuer Pächter für Penzliner Burgrestaurant gesucht

Wer tritt die Nachfolge von Swetlana Hoyer als Leiterin des Burgrestaurants an? Die Stadt lockt mit einem Spottpreis, um Interesse zu wecken.
Die frühere Pächterin des Burgrestaurants Penzlin mit ihrem Koch im Sommer 2020, kurz nachdem der Entschluss zum Sch
Die frühere Pächterin des Burgrestaurants Penzlin mit ihrem Koch im Sommer 2020, kurz nachdem der Entschluss zum Schließen des Gewerbes getroffen war. Susann Salzmann
Penzlin ·

In der Kleinstadt gäbe es potenzielle Restaurantgäste sozusagen frei Haus, wenn sich ein neuer Pächter für die Räumlichkeiten des Burgrestaurants finden würde. Denn die Burg zieht Gäste an. Der Stadt wäre ein neuer Pächter höchst willkommen, betont Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (parteilos).

Deshalb sucht die Stadt über eine Ausschreibung nach einem neuen Nutzer, macht als Eigentümer der Räumlichkeit kaum Vorgaben und lockt mit einem Preis, der anderenorts für Gastroeinrichtungen undenkbar wäre.

„Es geht uns nicht um den großen Profit. Wir wollen, dass die Gäste, die zu unserer Burg kommen, bei Bedarf verköstigt werden können“, so Flechner auf Nordkurier-Nachfrage. Die Burg mit ihrem Museum für Alltagsmagie und Hexenverfolgung gehört zu den Touristenmagneten schlechthin in der Region und lockt jährlich zwischen 17 000 und 20 000 Besucher an.

Zuverlässiger Partner mit langem Atem

Direkt neben dem Museum könnte aufgetafelt und gespeist werden. Potenzielle Pächter können sich bei der Stadt melden. Sie können die ersten drei Jahre sogar von Sonderkonditionen profitieren. Da sich ein Geschäft in der Anfangszeit erst einmal aufbauen müsse, verlangt Penzlin laut Flechner im ersten Jahr lediglich eine Pacht von 1,50 Euro pro Quadratmeter. Der Quadratmeterpreis steigt mit den Jahren dann auf maximal 4,50 Euro an. „Wir wünschen uns einen guten Partner“, sagt Punschendörps Bürgermeister. Einen, der zuverlässig ist und ein Konzept mitbringt. Ein Konzept, das möglicherweise auch mit städtischer Unterstützung umgesetzt werden kann.

Passend zur Burg und zum Museum, also zauberhaft oder ritterlich, muss es auf den Tellern nicht zugehen. Gutbürgerliche deutsche Küche wäre freilich ein Wunsch, aber keine Pflicht. Und auch auf eine Mindestpachtdauer verzichtet die Stadt. Ein Restaurantbetreiber mit langfristigen Absichten wäre wünschenswert. Die letzte Pächterin Swetlana Hoyer führte das Burgrestaurant im Zeitraum von 2012 bis 2020 acht Jahre und hielt damit länger durch als mancher ihrer Vorgänger.

Stadt wirbt mit Besuchermagneten

Ob sich bis zur Saisoneröffnung im Frühjahr bereits ein Nachfolger gefunden hat, ist offen. Interessenten habe es gegeben, konkrete Absichtserklärungen blieben bislang allerdings aus, sagte Flechner. Findet sich ein neuer Pächter, dann wäre das der inzwischen achte Pächterwechsel seit der Wende. Der Neue könnte auch das rustikale Mobiliar übernehmen. Das stamme noch von der ersten Pächterin aus den 90er Jahren. In Stein gemeißelt sei das jedoch nicht.

Eine Erhebung, wie viele Burgbesucher sich anschließend im Restaurant mit seinen rund 65 Plätzen niedergelassen haben, gibt es nicht. Flechner aber wirbt noch einmal mit dem Standort: Die Burg sei ein Hauptmagnet, doch auch das Schliemann-Museum in Ankershagen, das Penzliner Literaturmuseum um Johann-Heinrich-Voß, die Campingplätze im Umland, das Urlauberdomizil in Alt Rehse sowie die Kugelhäuser in Wustrow ziehen laut Flechner Gäste an, von denen das Burgrestaurant profitieren könnte.

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