Klimaschutz

:

Neuer Windpark südlich der Müritz geplant

Hartmut Lehmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Lärz, will dafür kämpfen, dass die südliche Müritzregion um Lärz und Schwarz windräderfrei bleibt.
Hartmut Lehmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Lärz, will dafür kämpfen, dass die südliche Müritzregion um Lärz und Schwarz windräderfrei bleibt.
Petra Konermann

Die Energiewende macht nicht vor der Müritzregion halt. Neue Eignungsfelder für Windenergie sind bereits in Planung. Aber schon regt sich Widerstand.

Geht es nach dem sogenannten Regionalen Raumentwicklungsprogramm (RREP) Mecklenburgische Seenplatte, dann könnten sich bei Massow, Grabow-Below, bei Schwarz und Kogel womöglich in Zukunft Windräder drehen. Derzeit liegt der Entwurf zur Teilfortschreibung des RREP vor und befindet sich in der Beteiligungsstufe. Das heißt, der Entwurf kann in Ämtern eingesehen werden, er kann aber auch aus dem im Internet heruntergeladen werden, damit Betroffene sich dazu äußern können. Darin ausgewiesen werden für die Müritzregion insgesamt fünf Eignungsgebiete, die aus Sicht der Planer für den Bau von Windrädern in Frage kommen. Das bekannteste der Müritzregion, das zwischen Bütow und Zepkow liegt, und auf dem nahe der A 19 bereits seit Jahren Windräder stehen, ist – logisch – auch dabei.

Da weht Ärger heran

Aber es sind auch Gebiete dabei, die neu aufgenommen wurden und gegen die sich Widerstand regt. Hartmut Lehmann (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Lärz, zum Beispiel hat angekündigt, gegen das geplante Windfeld zwischen Schwarz und Buschhof Widerspruch einzulegen. „Schon vor einigen Jahren hat die Gemeindevertretung Lärz einen Beschluss verabschiedet, keine Windparks um Umkreis haben zu wollen. Wir haben uns hier für eine touristische Entwicklung entschieden und sind diesen Weg gegangen. Aber die Windparks mit ihren riesigen Windrädern würden diese Entwicklung behindern“, ist der Lärzer überzeugt. Eine Landschaft, die nahezu unberührt sei, deren Himmel nicht einmal durch die auch in Mecklenburg so unvermeidlichen Hochspannungsmasten zerschnitten werde, müsse erhalten bleiben, so Lehmann.

Dass das Gebiet der südlichen Müritzregion rund um Lärz und Schwarz schon öfter für Windkraftanlagen vorgesehen war, das weiß der Bürgermeister nur zu gut. Ende der 1990er-Jahre sollte ein Windpark beim Lärzer Ortsteil Troja entstehen, das Vorhaben wurde aber letztendlich aus den Planungen heraus genommen, auch weil Widerstand kam. „Wir hatten zehn Jahre Ruhe, jetzt geht alles wieder los“, beklagt der Bürgermeister.

Mehr als 6000 Kraniche leben hier

Die Argumente, die gegen einen Windpark bei der Splittersiedlung Langenschlage sprächen, wiegen aus Lehmanns Sicht schwer. Die Zahl der Kraniche, die zum Beispiel am Krümmeler See rasten, sei in den vergangenen Jahren von ursprünglich 2000 Tieren auf heute rund 6000 gestiegen. „Bei uns hier gibt es eine intensive Vogelwelt, mit Störchen, sogar Schwarzstörchen, es gibt Adler und Rotmilane. Das alles will man durch Windräder gefährden? Das kann und will ich nicht verstehen. Gerade weil die Natur hier unverbaut und abgeschieden ist, leben diese Tiere hier, deshalb kommen Touristen“, so Lehmann. Er appelliert an die Bürger, sich in das Beteiligungsverfahren zum Regionalen Entwicklungsprogramm einzubringen. „Die Beteiligung hat bereits begonnen, wir dürfen jetzt nicht schlafen“, betont Lehmann.

Seit dem 1. August liegt der Entwurf zum Beispiel im Bauamt in Waren aus und kann dort noch bis zum 31. Oktober eingesehen werden. Im Internet ist das Papier unter www.region-seenplatte.de ebenfalls zu finden.

 

Kommentare (1)

Dann sollte man besser die dort lebenden Bürger in den Gemeinden zu 10 Prozent des Jahresgewinns mit beteiligen. Anderswo geht das auch, der Bürger geht diesen Kompromiss fast immer gern mit ein, weil er selbst dann ein Teil des Unternehmens Windenergie wird. Machen die Stromproduzenten dies nicht, werden diese Anlagen zurecht boykottiert und abgelehnt.