Am Fleesensee

Zwei Eurofighter an der Müritz abgestürzt

Am Fleesensee nahe Malchow sind zwei Eurofighter abgestürzt. Ein Pilot kam ums Leben. MV-Innenminister Lorenz Caffier und Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen reisten zum Unglücksort.
Trümmerteile am Waldboden während der Löscharbeiten.
Trümmerteile am Waldboden während der Löscharbeiten. ZVG
An der Absturzstelle laufen gegenwärtig die Löscharbeiten.
An der Absturzstelle laufen gegenwärtig die Löscharbeiten. Petra Konermann
Die ungefähre Lage der Absturzstelle
Die ungefähre Lage der Absturzstelle C. Sauerteig / NK-Grafik
Trümmerteile am Waldboden nach dem Absturz zweier Eurofighter zwischen Silz und Jabel.
Trümmerteile am Waldboden nach dem Absturz zweier Eurofighter zwischen Silz und Jabel. ZVG
Die Rauchsäule am Unglücksort
Die Rauchsäule am Unglücksort Karin Schuldt
Trümmerteile am Waldboden nach dem Absturz zweier Eurofighter zwischen Silz und Jabel.
Trümmerteile am Waldboden nach dem Absturz zweier Eurofighter zwischen Silz und Jabel. ZVG
Vor Ort lief ein Großeinsatz an - das Foto entstand bei Silz.
Vor Ort lief ein Großeinsatz an - das Foto entstand bei Silz. Petra Konermann
Silz

Folgenschwerer Unfall am Fleesensee nahe Malchow an der Müritz: Dort sind am Montagmittag zwei Eurofighter der Luftwaffe in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Ein Sprecher des Luftwaffengeschwaders in Laage bestätigte den Vorfall dem Nordkurier. Die Flugzeuge hatten nach Behördenangaben keine Munition geladen.

An den Absturzstellen brannte es, wie eine Nordkurier-Reporterin vor Ort beobachten konnte. Die Brände konnten einer Sprecherin des Landkreises zufolge gut zwei Stunden nach dem Unglück gelöscht werden. Die Nordkurier-Reporterin berichtete zudem: Ein Pilot habe in 20 Meter Höhe an einem Baum gehangen, sei aber wohlauf. Der Mann wurde gerettet. Der zweite Pilot wurde zunächst noch gesucht. Um kurz nach 16 Uhr dann die traurige Gewissheit: Der Mann ist tot.

Beide Piloten hätten den Schleudersitz betätigt.  Der Unglücksort soll zwischen Silz und Jabel liegen, hieß es von der Bundeswehr. Videos von der Unfallstelle zeigten zwei Rauchsäulen. Die Landkreis-Sprecherin berichtete von Trümmerteilen auf dem Sportplatz und dem Friedhof von Nossentiner Hütte. Menschen oder Häuser wurden nach ihren Worten aber nicht getroffen.

 

 

Polizei warnt vor Berührung von Trümmerteilen

Die Polizei warnte in einem Tweet davor, Trümmerteile anzufassen. Diese könnten potentiell gefährlich sein. Auch die Luftwaffe äußerte sich auf Twitter.

 

Von der Bundeswehr hieß es, die beiden abgestürzten „Eurofighter“ seien bei Luftkampfübungen verunglückt. An der Übung sei auch ein dritter „Eurofighter“ beteiligt gewesen, teilte die Luftwaffe mit. Dieser hatte nach dem Unglück gegen 14.00 Uhr im Luftraum über Plau am See auch zwei Fallschirme niedergehen sehen und gemeldet.

 

Innenminister fliegt zur Unglücksstelle

In der Region lief ein Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften an. An den Absturzstellen wurden zwei Waldbrände gesichtet, ein Video zeigte zwei Rauchsäulen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) flog im Helikopter zur Unglücksstelle, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen reiste zur Absturzstelle . Die CDU-Politikerin traf dort am frühen Abend ein. Von der Leyen wollte dort auch den Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, und Caffier treffen. 

 

 

 

Augenzeugen des Vorfalls berichteten dem Nordkurier von einem lauten Knall unmittelbar vor dem Absturz. Zunächst wurde der Vorfall am Drewitzer See lokalisiert. Eine Urlauberin hatte gegen kurz vor 14 Uhr einen Knall gehört, so als ob etwas explodieren würde. Es sei eine richtige Flamme am Himmel zu sehen gewesen. Ein Urlauber aus Thüringen sagte, dass eine Tragfläche geglitzert und sich vom Hauptrumpf gelöst habe. Das mittlere Teil, der Hauptrumpf, habe gebrannt.

Eurofighter über der Region häufig unterwegs

Dann sei das Flugzeug neben dem See aufgekommen und eine dunkle Rauchsäule in die Luft gestiegen, so der Urlauber weiter. Eine weitere Augenzeugin habe einen Schleudersitz gesehen.

Zuletzt war es 2014 zu einem Zwischenfall mit einem Eurofighter der Luftwaffe gekommen - damals im Sauerland. Eurofighter sind über dem Luftraum der Region keine Seltenheit - immer wieder kommt es auch zu Beschwerden über Lärm.

Der Nordkurier aktualisiert diesen Aritkel, sobald weitere Informationen vorliegen. Alle Nordkurier-Artikel zu dem Zwischenfall finden Sie hier.

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