Finanzausschuss Malchow
Ohne Haushalt bekommen Vereine weiter kein Geld

Beim Bibliotheksverein Leseratten e. V. wird unter der Leitung von Geschäftsführerin Sabine Schöbel gute Arbeit geleistet. Mehr Geld als beantragt bekam der Verein aber dennoch nicht. 
Beim Bibliotheksverein Leseratten e. V. wird unter der Leitung von Geschäftsführerin Sabine Schöbel gute Arbeit geleistet. Mehr Geld als beantragt bekam der Verein aber dennoch nicht.
Florian Ferber/Archiv

Viele Vereine in Malchow brauchen die Unterstützung der Stadt. Die sollen sie bekommen. Nur noch nicht so bald. Denn Haushalt für 2019 fehlt immer noch.

Welche Vereine sollen von der Stadt unterstützt werden? Mit wie viel Geld? Um diese Fragen drehte sich die Sitzung des Malchower Finanzausschusses.Der Verein Fleesensee Touristik e. V. soll seinen beantragten Zuschuss bekommen. Auch wenn die Verschmelzung mit dem Kultur- und Sportring „Regenbogen“ e. V. in wenigen Monaten geplant sei.

Weniger Geld als beantragt bekommt der MSV. „Wir als Stadt haben uns verpflichtet, mit für den Erhalt der Sportanlagen zu sorgen, ein Büro für einen Übungsleiter zu finanzieren, gehört nicht dazu“, begründete André Zimmermann (CDU) die Kürzung, die der Finanzausschuss dann so beschloss.

Freiwillige Leistungen liegen aud Eis

Die Mitglieder sprachen sich dafür aus, den Seglerverein zu unterstützen, der Geld für die Reparatur eines Regatta-Begleitbootes benötigt, das Boxcenter Müritz e. V. bekommt erstmals Geld aus dem Stadtsäckel für seine Kinder- und Jugendarbeit, genauso wie die Perspektive e. V. für die Schuldnerberatung und der Kultur- und Musikverein, der die Malchower Oldie-Nacht organisiert. Unterstützung erhält zudem das Netzwerk Seenplatte in Form einer Spende, der Kultur- und Sportring wird mit finanziert, auch der Leseratten e. V. bekommt seinen Zuschuss.

Geld bekommen die Malchower Vereine trotz des Votums aus dem Finanzausschuss aber erst einmal nicht von der Stadt. Denn die befindet sich noch immer in der vorläufigen Haushaltsführung. Es darf daher nur für sogenannte Pflichtaufgaben Geld ausgegeben werden. Freiwillige Leistungen, und dazu zählt die Unterstützung der Vereine, liegen solange auf Eis, bis die Stadtvertreter den Haushalt 2019 verabschiedet haben.

Jahresrechnung 2012 fast fertig

Das kann nun aber wohl voraussichtlich doch erst im März passieren, obwohl das Zahlenwerk bereits steht. Erst wenn die Jahresrechnungen des Malchower Haushaltes ab 2012 vorliegen, erst dann, so die Rechtsaufsichtsbehörde des Kreises, bekomme der ansonsten genehmigungsfreie Malchower Haushalt 2019 sein Okay.

Wie Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) auf Nachfrage erklärte, werde in der Kämmerei und parallel bei einem externen Dienstleister mit Hochdruck an den Jahresrechnungen gearbeitet. Der bisherige Knackpunkt, die Jahresrechnung 2012, könne noch in diesem Monat vorliegen, die müsse dann aber noch geprüft werden. „Idealerweise schaffen wir das alles bis zur nächsten Stadtvertretersitzung Ende Februar. Wenn nicht, wird es wohl im März eine zusätzliche Sitzung geben, bei der dann über die Jahresrechnung und auch über den Haushalt 2019 abgestimmt werden könnte“, so Putzar gegenüber dem Nordkurier. Eigentlich hatte der Bürgermeister noch Ende November 2018 gehofft, den Haushalt Anfang des Jahres verabschieden zu können.

Und so kann es sein, dass die Vereine eventuell bis März kein Geld aus dem Stadtsäckel auf ihren Konten haben. Stehen die Verein bis dahin im Regen? Malchows Bürgermeister verneint. Die Vereine seien nicht allein auf die Zuschüsse der Stadt angewiesen und haben oft auch noch andere Spender, Sponsoren und Unterstützer. Es sei angedacht, so Putzar, dass die den Vereinen ihre Gelder nicht wie sonst auf einen Streich überweisen, sondern in Raten schon ab Anfang des Jahres.