Finanzausschuss
Ohne Haushalt müssen Vereine wieder aufs Geld warten

Im Finanzausschuss der Malchwoer Stadtvertretung wurde wieder nach einem Konzept zur Sommernutzung der Eishalle gefragt. Foto: Archiv
Im Finanzausschuss der Malchwoer Stadtvertretung wurde wieder nach einem Konzept zur Sommernutzung der Eishalle gefragt. Foto: Archiv
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Geld hat Malchow offenbar genug, doch trotzdem kann der Haushalt für 2019 noch nicht verabschiedet werden. Das weckt Erinnerungen an ein düsteres Jahr.

Malchow. Malchower Vereine, die wie in den vergangenen Jahren aus dem Stadtsäckel unterstützt werden sollen, müssen nun wohl doch länger auf ihr Geld warten als ursprünglich gedacht. Das wurde jetzt auf der Sitzung des Finanzausschusses deutlich. An dem Haushaltsentwurf der Inselstadt für 2019 wird im Rathaus und in den Ausschüssen derzeit zwar kräftig gefeilt und um verschiedene Positionen auch ordentlich gerungen, verabschiedet werden kann der Etat aber wohl frühestens im Januar, also erst Anfang des Jahres.

Und das obwohl die Inselstadt auf guten finanziellen Füßen steht und gute Rücklagen gebildet hat, wie Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) gegenüber dem Nordkurier betonte. Der Haushalt wäre sogar genehmigungsfrei und bräuchte den „Segen“ der Kommunalaufsicht nicht. Denn das Papier ist nach jetzigem Stand ausgeglichen. Wo also hakt es in Sachen Malchower Haushalt?

Die Rechtsaufsicht des Landkreises bemängelte bereits im September in einem Gespräch mit der Verwaltung die nach wie vor fehlenden Haushaltsabschlüsse der Stadt Malchow für die Jahre ab 2012, so Bürgermeister Putzar. So lange die Jahresabschlüsse von 2012 bis 2015 nicht erledigt sind, gibt es auch keine Genehmigung für den Etat 2019. Eine vorläufige Haushaltsführung ist die Folge.

Geld für freiwillige Aufgaben, zu denen eine Kommune nicht verpflichtet ist, wie zum Beispiel die Unterstützung von Vereinen, ist dann nicht vorgesehen und muss ausgesetzt werden – so lange, wie der Haushalt nicht beschlossene Sache ist. Das Problem: Die Vereine sind auf die Zuschüsse der Stadt angewiesen, vor allem, um Mitarbeiter zu bezahlen.

Bürgermeister Putzar machte deutlich, dass in der Kämmerei nun mit Hochdruck an den Jahresabschlüssen von 2012 bis 2015 gearbeitet werde. Die noch fehlenden Abschlüsse bis 2017 sollen dann im neuen Jahr abgearbeitet werden. „Wir hatten den Jahresabschlüssen der Gemeinden des Amtes Priorität eingeräumt, und diese zunächst bearbeitet, vor allem auch, damit wichtige geplante Investitionen in einigen Gemeinden erfolgen können“, erklärte Putzar. Doch nun stünden die Jahresabschlüsse der Stadt ganz oben, damit der Haushalt hoffentlich Anfang 2019 verabschiedet werden kann, so Putzar.

Die Sorge der Malchower Vereine, die zu Beginn des Jahres wohl ohne Zuschüsse der Stadt wirtschaften müssen, kann er verstehen. Ist die Erinnerung an das Jahr 2015, als der Etat und damit die Unterstützung für die Vereine erst im September durch war, doch noch allzu lebendig. „Wir werden eine Lösung finden. Die Vereine fallen in kein Loch“, versprach er.

Der Entwurf des Haushaltspapiers wird unterdessen weiter diskutiert, auch und vor allem im Finanzausschuss. Dort stand wiederum der Bedarf des Kultur- und Sportringes „Regenbogen“ e. V. zur Diskussion, unter dessen Dach Vereine und Museen organisiert sind. Vor allem das nach wie vor fehlende Konzept für eine mögliche Sommernutzung der Eissporthall sorgte für Kritik bei den Ausschussmitgliedern.

Die sprachen sich zudem für einen nun auf ein Jahr begrenzten Sponsorenvertrag zwischen den Stadtwerken Malchow und dem Malchower SV 90 aus, um den Verein zu unterstützen, der unter anderem auch wegen des Rückzugs eines Groß-Sponsors vor einigen Jahren in finanzielle Nöte geraten war.

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p.konermann@nordkurier.de