Verwaltung
Ohne Hunde-Zählung weniger Geld in der Kasse

Eigentlich hatte die Stadt Waren für 2018 mit höheren Einnahmen bei der Hundesteuer gerechnet. Da sie aber die Hundezählung verschoben hat, hatte mancher wohl noch keinen Anreiz, seinen „schwarzen“ Wauwi korrekt anzumelden.
Eigentlich hatte die Stadt Waren für 2018 mit höheren Einnahmen bei der Hundesteuer gerechnet. Da sie aber die Hundezählung verschoben hat, hatte mancher wohl noch keinen Anreiz, seinen „schwarzen“ Wauwi korrekt anzumelden.
Fredrik von Erichsen

Wie viele Hunde leben eigentlich in Waren? Das kann das Ordnungsamt nicht genau benennen. Denn nicht jeder Hundehalter meldet sein Tier auch an. Eine Befragung sollte für Klarheit sorgen.

Wie viele Zweibeiner in Waren wohnen, weiß die Stadtverwaltung ziemlich genau. Bei den Vierbeinern sieht es dagegen anders aus. Vor allem wie viele Hunde im Heilbad herumlaufen, die als gefährlich eingestuft sind, wüsste man im Ordnungsamt gern. Denn nach Aussage des Ordnungsamtsleiters Dietmar Henkel dürfte die tatsächliche Zahl wesentlich höher sein als die gemeldete, weil viele Halter ihre Hunde entweder gar nicht anmelden oder falsche Angaben machen.

Wer nämlich Halter eines Hundes ist, der als gefährlich eingestuft wird, muss 500 Euro Hundesteuer pro Jahr zahlen. Ein Labrador beispielsweise kostet in Waren hingegen nur 37 Euro jährlich, ein zweiter Hund 60 Euro. Das ist im Städtevergleich eher moderat. In Neubrandenburg sind diese Kosten mehr als doppelt so hoch. Auch in Neustrelitz oder Malchow zahlen Hundehalter mehr. In der Inselstadt wurde die Hundesteuer im vergangenen Jahr erhöht. Ein „normaler“ Hund kostet dort nun 40 Euro, für „gefährliche“ Hunde zahlt man 400 Euro.

In Waren weiß man: zählen zahlt sich aus

Darum hatte die Stadtverwaltung bereits im Januar 2018 angekündigt, eine große Haushaltsbefragung durchführen zu lassen, um Hundehalter aufzuspüren, die für ihre Vierbeiner keine Hundesteuer entrichten. Mit den Kontrollen sollte eine externe Firma betraut werden. Begründet wird die Zählung mit dem Argument der Steuergerechtigkeit und mit einer möglichen Erhöhung des Steueraufkommens. Ein erwischter Steuersünder müsste die Steuern für vier Jahre nachzahlen, informierte die Stadtverwaltung. Hinzu kann ein Bußgeld kommen, das drei- oder vierstellig ausfallen könnte.

Zur Zeit sind in Waren etwa 1200 Hunde steuerlich gemeldet. 2017 hat die Verwaltung knapp 47 000 Euro Hundesteuern eingenommen. Für 2018 waren schon rund 58 500 Euro eingeplant, weil man sich durch die Zählung deutliche Mehreinnahmen versprach.

Doch den Worten sind bisher noch keine Taten gefolgt. „Leider musste die Hundebestandsaufnahme aus personellen und organisatorischen Gründen in das Jahr 2019 verschoben werden. Wir gehen davon aus, dass wir mit der Bestandsaufnahme im April oder Mai beginnen werden. Die Vorbereitungen laufen derzeit“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Zeit ist Geld und so kamen statt der erhofften 58 500 Euro im vergangenen Jahr eben nur 48 479,62 Euro durch die Hundesteuer in die Kasse.

 

Hundesteuer im Vergleich für den 1. Hund: Waren (37€), Neustrelitz (46€) und Neubrandenburg (96€)