SO KLAPPT DIE VERSORGUNG

Online kaufen bei regionalen Anbietern

Das Online-Shoppen ist in der Corona-Krise eine Chance für den Handel. Denn auch im Netz kann man regional einkaufen.
Ingolf Schubert (2.v.l.) ist Geschäftsführer von vier Edeka-Märkten in Waren und zwei in Rostock. Derzeit m&uum
Ingolf Schubert (2.v.l.) ist Geschäftsführer von vier Edeka-Märkten in Waren und zwei in Rostock. Derzeit müssen seine 300 Mitarbeiter einen starken Andrang bewältigen. Archiv
Seenplatte.

„Wer will, dass es uns auch nach dem 19. April noch gibt, kann uns auf diesem Weg unterstützen“, sagt der Buchhändler Stefan Dahlmann. Auch wenn er wegen der Corona-Krise seinen Laden müritz.buch in der Langen Straße in Waren jetzt vorübergehend schließen musste, kann Stefan Dahlmann die Kunden weiter mit spannender Literatur versorgen. Die haben nun viel Zeit zum Lesen. Online bestellen und regional kaufen, ist ein Appell des Handels, der zumindest für einige Läden Geld in die Kassen spülen kann.

Urlauber bleiben aus

„Seit unserer Eröffnung vor knapp zehn Jahren haben wir auch einen Online-Shop“, sagt Stefan Dahlmann. Ein paar seiner Kunden würden den schon regelmäßig nutzen und über das Internet Bücher bestellen. Bisher kamen dann viele Kunden trotzdem noch zum Laden, um sich das Buch dort persönlich abzuholen. Das geht nun nicht. Macht aber nichts, denn die Bücher kommen portofrei und innerhalb kürzester Zeit zum Kunden nach Hause. Was bisher ein Zusatzgeschäft war, ist nun der einzige Weg, Geld zu verdienen. Reichen wird es aber nicht, denn das Fachgeschäft ist zu stark auf die Touristen angewiesen, die nun ausbleiben. „Es ist eine Katastrophe. Unsere Fixkosten bleiben ja. Am Wochenende ist eine Krisensitzung angesagt. Wir werden wohl Kurzarbeit anmelden müssen“, sagt Stefan Dahlmann.

50 Anbieter machen mit

Auch das Netzwerk Seenplatte hat das Thema auf dem Schirm und macht auf der Plattform www.seenswert-mv.de über 50 regionale Geschäfte mit besonderem Liefer-Service und regionale Online-Shops sichtbar. Mit dabei sind unter anderem das Käsekaufhaus von der Käsemanufaktur Müritz in Bollewick, das Fischkaufhaus der Müritzfischer, die Parfümerie Bernhardi aus Malchow oder Steffen Rotner alias Holz Maxe Mecklenburg aus Röbel.

Liefertouren haben sich bereits verdoppelt

Online bestellen und bezahlen, können die Müritzer auch in den vier Märkten in Waren von „Edeka Märkte eK Ingolf Schubert“. Für das Unternehmen sind in Waren und Umgebung elf Leute im Lieferservice unterwegs. „Wir liefern das Doppelte an Lebensmitteln aus als sonst üblich“, sagt der 41-Jährige. Absolvierten sie vor der Corona-Krise täglich 30 Fahrten, sind es nun 60 Touren. Seit vergangener Woche Donnerstag seien die Online-Bestellungen so stark in die Höhe geschnellt. Um das Pensum zu bewältigen, hat er zwei neue Leute eingestellt und drei Mitarbeiter aus dem Markt herangezogen.

Auch online nur übliche Mengen

Schubert hat jedoch nicht das Problem, dass zu wenig, sondern eher, dass sehr viel gekauft wird. „Es besteht ein starker Abkauf im stationären Handel“, so Schubert. Dadurch könne man keine befriedigende Lieferquote für die Online-Kunden anbieten. Deshalb versuchen sie nun, im operativen Geschäft die Waren-Verfügbarkeit auf 98 bis 99 Prozent zu erhöhen. Andererseits mussten sie bei Online-Bestellungen auch darauf achten, dass nur die übliche Menge bestellt wird, sodass auch für die anderen Kunden noch Waren zur Verfügung stehen. Allerdings reagiere der Kunde derzeit jeden Tag anders, sodass sie die Lage immer wieder neu analysieren müssen, erklärte er.

Sonntagsöffnung nicht geplant

Obwohl derzeit eine sehr starke Kaufkraft bei den Leuten besteht, plant Ingolf Schubert nicht, sonntags seine Märkte zu öffnen. „Wir müssen im Lebensmittelhandel unsere Kräfte bündeln, sodass wir den Herausforderungen gerecht werden und auch weiterhin Frische, Service und Qualität anbieten können“, sagte Schubert mit Blick auf die Arbeitstage Montag bis Sonnabend. Zudem hat er auch die Sicherheitsbestimmungen nach oben geschraubt, beispielsweise die Handschuh-Verordnung eingeführt. Zudem werde ab Montag ein Nies- und Spuckschutz aus Plexiglas an allen Kassen eingebaut. Darüber hinaus gebe es an den Kassen auch Bodenaufkleber, um auf den Sicherheitsabstand hinzuweisen.

Einer möglichen Ausgangssperre hat Ingolf Schubert auch schon vorgebeugt. „Wir haben unseren Mitarbeitern einen Passierschein ausgestellt, sodass sie auch über die Landes- und Kreisgrenze fahren dürfen“, sagte Schubert.

Auch die Nordkurier Logistik bemüht sich in diesen Tagen nach Kräften, Firmen und Privatpersonen zu unterstützen, die kurzfristig Pakete versenden müssen, denn der Brief- und Paketversand funktioniert bislang ohne Einschränkungen. Weitere Informationen über den Service der Nordkurier Logistik gibt es unter Telefon 0800-4575055.

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