DIEBSTAHL IN DER KIRCHE

Opferstock geklaut

Manchen ist nichts heilig. Sie nutzen einfach das Vertrauen "Offener Kirchen" aus und nehmen die Spendenbüchsen mit. Dieses Mal wurde sogar eine ganze Kirche gestohlen.
Liebevoll arrangiert Gerhild Meßner einen großen Gartenstrauß für die Specker Kirche. Sie hat auch die Spendenbüchse kreiert, eine Miniaturausgabe der Kirche aus Ton. Kirchbesucher honorieren, da gibt sich jemand Mühe.
Liebevoll arrangiert Gerhild Meßner einen großen Gartenstrauß für die Specker Kirche. Sie hat auch die Spendenbüchse kreiert, eine Miniaturausgabe der Kirche aus Ton. Kirchbesucher honorieren, da gibt sich jemand Mühe.
Speck.

Als Gerhild Meßner wie jeden Morgen den großen Schlüssel zu "ihrer" Specker Kirche im Schloss umdreht  und die Tür zum kühlen Innenraum öffnet, dreht sich ihr der Magen um: Etwas fehlt. Es ist die zwei Kilo schwere und 30 Zentimeter lange Miniaturausgabe der Specker Kirche, die sie mal eigenhändig und liebevoll getöpfert hat. Als originelle Spendenbüchse. "Mein Entsetzen war groß. Ich habe mich gefragt, wer macht sowas?"

Der Schaden ist eher ideell

Glück im Unglück: Die "Kirche" war kurz zuvor, gleich nach dem Konzert am Wochenende, geleert worden. Was Gerhild Meßner eher traurig macht, ist, dass ein individuelles Stück fehlt. "Die Menschen haben gern etwas hineingetan, einfach weil sie gesehen haben, da hat sich jemand Mühe gegeben." Und der Vertrauensmißbrauch ist es, der sie außerdem entsetzt. Aber gerade deshalb will sie sich nicht entmutigen lassen. "Es ist wichtig, weiter ein Zeichen zu setzen, offen aufeinander zuzugehen. Gerade Kirchen bedeuten für Menschen ein Signal, das Vertrauen verbreitet. Es gibt in der Region viel zu wenig offene Kirchen, und die Besucher, die hier Stille finden, freuen sich jedes mal über diese offene Kirche."

Kirche bleibt trotzdem offen

"Wie schön, dass diese Kirche offen ist", steht etwa im Besucherbuch. Also bleibt die Specker Kirche, in der noch Sommerkonzerte gegeben werden und drei Mal jährlich Gottesdienst,  weiterhin geöffnet. Auch wenn es kaum noch jemanden gibt, der tatsächlich von 10 bis 20 Uhr immer darauf aufpassen kann. Doch so, wie sich manche Dinge wie etwa die Originalwappen wieder angefunden haben, hofft Gerhild Meßner, dass eines Tages auch die kleine Kirche wieder vor der Tür steht, wenn sie aufschließen geht.

Auch anderorts versuchen es Langfinger scheinbar immer wieder, auf solch unheilige Weise an Geld zu kommen. In St. Georgen Waren ist es beim Versuch geblieben.

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