Nun strahlt der Himmel über dem Nebelsee. Der Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt (SPD), die Rechtsanwälte Dr. Achim
Nun strahlt der Himmel über dem Nebelsee. Der Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt (SPD), die Rechtsanwälte Dr. Achim Ahrendt und Werner Dorß sowie die Landtagsabgeordnete Nadine Julitz (SPD) saßen an einem Tisch, um eine geeignete Lösung zu finden. Miriam Brümmer
Datschen

Pacht-Streit geschlichtet – Wieder Ruhe am Nebelsee

Forderungen, Missverständnisse und Emotionen zwischen Pächtern und Waldbesitzern haben die Kommunikation erschwert. Doch nun gab es eine Einigung.
Buchholz

Die Fronten seien verhärtet gewesen, dabei hätten beide Seiten durchaus ähnliche Vorstellungen gehabt, hieß es von den Vermittlern, die in diesem Fall der Bundestagsabgeordnete Johannes Arlt (SPD) und die Landtagsabgeordnete Nadine Julitz (SPD) gewesen waren. Beide waren auf den Streit zwischen Waldbesitzern und Pächtern, die zu Zeiten der DDR am Nebelsee in der Nähe von Buchholz ihre Feriendomizile errichtet hatten, aufmerksam geworden.

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Vorkaufsrecht sollte auch geregelt werden

Die Politiker hatten sich am Freitag mit Vertretern beider Seiten an einen Tisch gesetzt. Dabei ging es im Wesentlichen darum, die Interessen der Waldbesitzer und der Pächter anzugleichen und das Vorkaufsrecht zu regeln. Außerdem hatte ein Hotelbesitzer, dessen Haus direkt am See liegt, Sorge, ob er auch weiterhin mit seinen Gästen Wanderungen um den See durchführen kann.

Alle drei Punkte konnten nach Aussage von Johannes Arlt gelöst werden: „Wir haben eine langfristige Lösung gefunden“, um die Anlage auf eine sichere Grundlage zu stellen. Dazu seien allerdings noch einige Arbeiten notwendig, die kurzfristig gemeinschaftlich abgearbeitet werden sollen. Die Grundstücke werden vermessen, um bis zum 30. Juni dieses Jahres einen unterschriftenreifen Vertrag vorzulegen, der rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten soll. In der Vereinbarung soll es auch eine Möglichkeit geben, mit der „einzelne soziale Härten“ ausgeglichen werden, damit alle derzeitigen Pächter, unabhängig von ihrer finanziellen Situation, dort bis an ihr Lebensende bleiben können, informierte Johannes Arlt.

Interessen beider Seiten bedacht

In einem Zeitraum von fünf Jahren werde in einem Stufenmodell die Pacht angehoben – beginnend mit dem Angebot der Pächtergemeinschaft, abschließend mit dem Angebot der Waldgemeinschaft, teilte Dr. Achim Ahrendt im Anschluss des Treffens als Vertreter der Waldgemeinschaft dem Nordkurier mit. Ab dem sechsten Jahr wäre eine Steigerung um drei Prozent pro Jahr möglich. Das Vorkaufsrecht wird zu den üblichen Konditionen dem jeweiligen Grundstückseigentümer eingeräumt, wenn ein Wechsel ansteht, um das Grundstück dann in einer Hand zu haben, „weil es Grundstücke gibt, da geht die Grenze durchs Haus“, aus diesem Grunde verhalte es sich bei der Steggemeinschaft, jedoch ohne Bauten an Land, in der Nachtbarbucht genauso, erläuterte Werner Dorß. Er vertritt die Interessen der Pächter. Außerdem konnte ein Einverständnis erzielt werden, dass Wandergruppen des Hotels den Weg zu Fuß weiterhin kostenlos nutzen können.

„Mithilfe der Abgeordneten haben wir, denke ich, eine faire Lösung gefunden, die beiden Seiten hilft“, sagte Werner Dorß abschließend. „Ich glaube, wir haben jetzt einen Weg gefunden, wie wir uns annähern können“, sagte Dr. Achim Ahrendt erfreut. Es sei eine langfristige Lösung für die Bootshäuser und die Bungalows gefunden worden, die eben nicht nur die Interessen der Nutzer, sondern auch die der Waldbesitzer berücksichtige. Er hoffe, dass „für die nächsten 15 Jahre eine sehr einvernehmliche und gute Lösung gefunden“ worden sei.

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