Rücktritt nach Gemeindevertretersitzung
Peenehagens Bürgermeister gibt wegen Kita-Streit auf

Henryk Mogck hat sein Bürgermeister-Amt aufgegegebn.
Henryk Mogck hat sein Bürgermeister-Amt aufgegegebn.
NK-Archiv

Mit einem großzügigen Angebot wollte Jost Reinhold den Dorffrieden in Groß Gievitz herstellen. Doch stattdessen ist der Streit über die Kita nun eskaliert.

Paukenschlag in der Gemeinde Peenehagen: Henryk Mogck ist von seinem Amt als Bürgermeister zurückgetreten. Dabei wollte er eigentlich bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Mai wieder antreten und eine zweite Amtszeit ranhängen.

Der Streit über den Standort der Kita in Groß Gievitz sei bei der Gemeindevertretersitzung eskaliert und der Bürgermeister zog seine Konsequenzen. „Ich kann das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren“, sagt Henryk Mogck. Er wirft den Gemeindevertretern Engstirnigkeit vor.

Konstruktives Arbeiten sei kaum noch möglich

Schon länger habe nach seiner Ansicht kein konstruktives Zusammenarbeiten zwischen ihm und den Gemeindevertretern mehr stattgefunden. Viele Themen seien zerredet worden. Die Haltung der Gemeindevertreter zum Thema Kita habe nun das Fass zum Überlaufen gebracht.

Im Juni hatten diese beschlossen, eine neue Kita in Groß Gievitz zu bauen. Dafür müssten aber Kleingärten weichen, was zu Protesten der Gärtner führte. Jost Reinhold aus der Schweiz schaltete sich ein, mit dem Vorschlag, das alte Kitagebäude zu modernisieren, damit die Kleingärtner ihre Flächen behalten können. Dafür stellte er auch Geld in Aussicht.

Ein Architekturbüro stellte bei der Gemeindevertretersitzung die Varianten Neubau und Modernisierung am alten Standort vor. „Dabei stellte sich heraus, dass einerseits ein moderner Zweigeschossbau an alter Stelle möglich wäre. Andererseits stellte der Architekt dar, dass am anderen Standort die Baugrundverhältnisse schwierig seien und man wahrscheinlich mit Bohrpfählen arbeiten müsste“, sagt Mogck.

Zeichen stehen auf Neubau

Zwar habe es noch keinen Beschluss gegeben, die Mehrheit der Gemeindevertreter habe sich laut Mogck aber dafür ausgesprochen, eine Baugrunduntersuchung für den neuen Standort in Auftrag zu geben. Das bedeutet wohl aber auch, dass die Gemeinde auf das Geld von Jost Reinhold verzichtet. Für Henryk Mogck ist das nicht nachvollziehbar. Er wisse auch nicht, wie die klamme Gemeinde die Mittel aufbringen will.

Nach Auskunft des zuständigen Amtes Seenlandschaft Waren ist die bisherige Stellvertreterin, Christiane Haack (CDU), nun vorübergehend Bürgermeisterin. Bei der Sitzung am 27. November werden die Gemeindevertreter darüber abstimmen, ob sie bis zur Kommunalwahl im Mai als amtierende Bürgermeisterin ehrenamtlich weiterarbeitet.