BAUMÄNGEL

Penzlins Hort ist bedroht

Wenn die Ferien beginnen, stehen Penzlins Hortkinder vielleicht auf der Straße. Wo sie jetzt betreut werden, geht es nicht mehr. Die Zeit für eine Lösung ist knapp.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Derzeit sind die Hortkinder in der Evangelischen Kita „Simon unter‘m Regenbogen“ untergebracht. Doch das geht nicht länger.
Derzeit sind die Hortkinder in der Evangelischen Kita „Simon unter‘m Regenbogen“ untergebracht. Doch das geht nicht länger. Monika Jacobs
Penzlin.

Bernd Neuendorf schlägt Alarm. „Es ist bereits fünf nach zwölf“, sagte der Leiter der Penzliner „Johann Heinrich Voß“-Schule am Dienstagabend in der Stadtvertretersitzung. Wenn nichts unternommen wird, dann stehen pünktlich zum Ferienstart mehrere Penzliner Hortkinder auf der Straße. Denn in die jetzigen Horträume in der Evangelischen Kindertageseinrichtung „Simon unter‘m Regenbogen“ dürfen sie nicht mehr.

Das Kita-Gebäude mit Hort ist Bestandteil eines Hauses mit 43 Wohneinheiten an der Stelle des einstigen Kurhotels „Seehof“ am Penzliner Stadtsee. Nach Einschätzung des Landkreises ist das Objekt aber für den Hortbetrieb nicht geeignet. Die Genehmigung wird darum zum 1. Juli auslaufen. Es müsste eine Rettungstreppe an das Haus angebaut werden, was etwa 100.000 Euro kostet.

Der Eigentümer der Immobilie, Stadtvertreter Bernd Ebert und der Träger, die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Penzlin-Mölln, vertreten durch den Pastor und Stadtvertreter Hartmuth Reincke, konnten sich über die Finanzierung dieser Treppe nicht einigen.

Stadtverwaltung wusste bisher nichts von Notlage

Schlecht für die Kinder und ihre Eltern, die jetzt Sturm laufen und bei Schulleiter Bernd Neuendorf Hilfe suchen. „Wenn wir keine Lösung für den Hort finden, dann werden wohl 20 Kinder an eine andere Schule wechseln, wo es einen Hort gibt. Das ist schlecht für Penzlin. Das spricht sich herum und das will keiner von uns“, sagte Bernd Neuendorf. Kurzfristig könne er in Zusammenarbeit mit den Eltern vielleicht eine Überbrückung in den Ferien organisieren. Doch was passiert dann? Eine langfristige Lösung müsse auf den Tisch.

Laut Bürgermeister Sven Flechner ist der Stadtverwaltung die Notlage erst seit Montag bekannt. Obwohl die Hortbetreuung Sache des Trägers und des Landkreises sei, habe man sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt und die zuständigen Ämter informiert. „Lösungen sind greifbar“, sagte Sven Flechner. Man wolle mit dem Jugendamt klären, ob Räume in der Grundschule kurzfristig für den Hort genutzt werden könnten. Die Kirchgemeinde habe signalisiert, dass sie auch weiterhin als Träger für den Hortbetrieb bereit stehe.

Eltern und Schule brauchen konkrete Aussage

Flechner könnte sich vorstellen, dass die schnelle Lösung auch eine langfristige Variante ist. Denn die Alternativlösung, Horträume in der Neuen Burg zu schaffen, sei sehr kostspielig und aufwendig. „Da greift das Kitabaurecht und wir müssten andere Türen, Fenster und Toiletten einbauen“, sagte Flechner.

An die Landesregierung habe man ein Signal geschickt, die Kirchgemeinde vielleicht bei der Finanzierung der Außentreppe zu unterstützen, um den Hort dort zu lassen, wo er jetzt ist. Wie auch immer die Lösung lautet, sie müsse sehr schnell kommen. „Die Eltern und auch wir als Schule brauchen eine Aussage“, forderte Schulleiter Bernd Neuendorf.

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