FEHLENDE KITA-PLÄTZE

Penzlins Not wird größer

Im Amt Penzliner Land müssen dringend 62 Betreuungsplätze mehr für Kinder her. Statt die Probleme zu lösen, kommen aber neue hinzu.
Mit einer Zwischenlösung können knapp 20 Hortplätze trotz fehlender Betriebserlaubnis gehalten werden.
Mit einer Zwischenlösung können knapp 20 Hortplätze trotz fehlender Betriebserlaubnis gehalten werden. Arne Dedert
Penzlin.

Der Kita „Simon unterm Regenbogen” in Penzlin brechen Hortplätze weg. Insgesamt 18 Plätze sollen ab Sommer 2019 wegfallen. Der Grund: Es hapert am Brandschutz. Ein zweiter Rettungsweg fehlt, sagt Sven Flechner (WPL), Bürgermeister der Stadt Penzlin. Die Betriebserlaubnis, die Kinder in der Einrichtung noch länger betreuen zu dürfen, stehe aus.

Angesichts der ohnehin schon knappen Betreuungskapazitäten eine Katastrophe. Der Träger, die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Penzlin-Mölln, setzte sich bereits mit Stadt und dem Jugendamt ins Benehmen. Eine Notlösung steht inzwischen: Sollte es keine Verlängerung der Ausnahmegenehmigung zur Betreuung geben, können die Hortkinder der evangelischen Kita in Räumlichkeiten der Penzliner Regionalen Schule mit Grundschule betreut werden, so Flechner.

Wartezeiten bis zu anderthalb Jahre

Die Kirchenkita wollte noch 2018 mehr Betreuungsplätze anbieten. Der Kreis ermittelte für das Penzliner Land einen Bedarf an insgesamt zwölf Krippen-, 30 Kita- und 20 Hortplätzen. Diesen Bedarf wollte die Kirchgemeinde „stopfen” und erarbeitete ein Konzept, bis sie sich im Frühjahr 2018 dafür entschied, Abstand vom Aufbau und Betreiben einer weiteren Kita in Penzlin zu nehmen. Als Grund wurden damals die nicht stemmbaren Eigenmittel in Höhe von rund 60.000 Euro genannt.

Das Jugendamt des Kreises ist verantwortlich dafür, den Bedarf an diesen Plätzen abzudecken. Insgesamt zwölf Krippen-, 30 Kita- und 20 Hortplätze müssen dringend im Amt Penzliner Land geschaffen werden, um etwa Wartezeiten von einem bis anderthalb Jahren entgegen zu wirken. Als potenzielle „Kita-Mauern” hatte sich die Kirche für den Getränkemarkt im alten Netto nahe des Penzliner Busbahnhofes entschieden. „Kirchgemeinde und Eigentümer konnten sich damals nicht einigen, sodass es der Eigentümer nun selbst versucht”, sagt der Penzliner Bürgermeister Flechner.

Jener Markteigentümer ohne jegliche Vorerfahrung in Sachen Kitabau hatte sich nun um den Zuschlag für die 700.000 Euro zum Schaffen der Kita-Plätze beworben. Mehrfach wurden ihm vom Jugendamt Fristverlängerungen zum Einreichen und Vervollständigen seiner Unterlagen gegeben. Die letzte endete am 1. März. Inzwischen soll sich das Projekt laut Kreis-Sprecherin Haidrun Pergande „im Prüfverfahren” befinden.

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