AUTOBAHN

A19: Petersdorfer Brücke wird später fertig 

In die Straßen und Brücken in MV fließen derzeit Millionensummen. Das ist auch dringend nötig, vor allem, wenn man die Nadelöhre der A19 bei Malchow und der A20 bei Tribsees betrachtet.
dpa
Seit Juli 2018 der Verkehr über die westliche Teilbrücke, während an den Fundamenten für die Fahrbahn der Gegenrichtung ge
Seit Juli 2018 der Verkehr über die westliche Teilbrücke, während an den Fundamenten für die Fahrbahn der Gegenrichtung gearbeitet wird. Bernd Wüstneck
Die Petersdorfer Brücke als Nadelöhr: Die A19 gilt als Hauptzufahrt aus Berlin, Ostdeutschland und Bayern zur MV-Ostseeküst
Die Petersdorfer Brücke als Nadelöhr: Die A19 gilt als Hauptzufahrt aus Berlin, Ostdeutschland und Bayern zur MV-Ostseeküste. Bernd Wüstneck
Christian Pegel (SPD), Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, ist bei seinem Besuch der Baustelle der Petersdorfer Brüc
Christian Pegel (SPD), Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, ist bei seinem Besuch der Baustelle der Petersdorfer Brücke der A19 in ein Stahlträger-Segment geklettert. Bernd Wüstneck
Von 2015 bis 2018 hatte es an der Baustelle am Petersdorfer See jahrelang vermehrt Staus und Unfälle gegeben, da nur eine Spu
Von 2015 bis 2018 hatte es an der Baustelle am Petersdorfer See jahrelang vermehrt Staus und Unfälle gegeben, da nur eine Spur pro Fahrtrichtung zur Verfügung stand und es wegen Platzmangel keine Abgrenzung gab. Bernd Wüstneck
Die östliche Teilbrücke soll nach derzeitigem Stand im Spätsommer 2020 fertig werden.
Die östliche Teilbrücke soll nach derzeitigem Stand im Spätsommer 2020 fertig werden. Bernd Wüstneck
Die gesamte Sanierung der Anschlussstelle Waren, zu der die maroden Brücken gehörten, dauert bereits ein Jahr länger als ge
Die gesamte Sanierung der Anschlussstelle Waren, zu der die maroden Brücken gehörten, dauert bereits ein Jahr länger als geplant und wird rund 62 Millionen Euro kosten. Petra Konermann
Malchow.

Der millionenschwere Neubau der zweiten Autobahn-19-Brücke bei Malchow (Mecklenburgische Seenplatte) – eines der größten Straßenbauprojekte im Nordosten – dauert noch länger als geplant.

Wie Michael Zarth als Sprecher der Planungsgesellschaft Deges am Dienstag erklärte, wird die östliche Petersdorfer Brücke nicht im Juli 2020, wie zuletzt avisiert, sondern nach der Hauptsaison „im Spätsommer 2020” fertig werden. „Das ist aber unkritisch, weil der Verkehr über die erste Teilbrücke ja vierspurig läuft”, sagte der Deges-Sprecher anlässlich des Besuchs von LandesVerkehrsminister Christian Pegel (SPD) auf der Baustelle.

Staus und Unfälle

Die westliche Teilbrücke war nach drei Jahren Bauzeit im Juli 2018 fertiggestellt worden. Die A19 gilt als Hauptzufahrt aus Berlin, Ostdeutschland und Bayern zur MV-Ostseeküste. Von 2015 bis 2018 hatte es an der Baustelle am Petersdorfer See jahrelang vermehrt Staus und Unfälle gegeben, da nur eine Spur pro Fahrtrichtung zur Verfügung stand und es wegen Platzmangel keine Abgrenzung gab. Die gesamte Sanierung der Anschlussstelle Waren, zu der die maroden Brücken gehörten, dauert bereits ein Jahr länger als geplant und wird rund 62 Millionen Euro kosten.

„Die ersten Stahlteile für die neue östliche Brücke sind bereits da”, sagte Zarth. Sie würden an Land verschweißt und 2020 als Großsegmente „eingeschwommen”. „Das soll aus Sicherheitsgründen aber nicht im Winter, sondern erst im zweiten Quartal 2020 passieren”, erläuterte Zarth das spätere Bauende. Mit Fundamenten und dem Bau der Stützen im sandigen Untergrund des Sees sei man diesmal gut zurechtgekommen. Beim Bau der ersten Teilbrücke hatte es große Probleme bei den bis zu 50 Meter tiefen Bohrungen gegeben.

Mehr als 250 Millionen Euro

Insgesamt investieren Bund und Land 2019 mehr als 250 Millionen Euro in Bau und Erhaltung von Straßen und Radwegen im Nordosten. Den Löwenanteil steuert dabei der Bund bei, der laut Pegel rund 194 Millionen Euro bereitstellt, 10 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Das Land setze 60 Millionen Euro für den Straßenbau ein und damit knapp 7 Millionen mehr als 2018. Kritiker halten die Summen angesichts bestehender Defizite im Straßennetz und wachsender Baukosten trotz der jüngsten Zuwächse für zu gering.

A20-Loch bei Tribsees

Neben der A19-Brücke gilt die Instandsetzung des abgesackten A20-Abschnitts bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) zu den größten Herausforderungen. Bedeutsame Projekte seien zudem der Weiterbau der Ortsumgehung bei Neubrandenburg und die Verbreiterung der südöstlichen Ausfallstraße B321 in Schwerin, die auch als wichtiger Autobahnzubringer zur A14 fungiert.

Pegel zeigte sich nach Besuchen auf der A19 und in Neubrandenburg mit dem Bauverlauf zufrieden. Geld fließt auch in Radwege entlang von Landesstraßen, wie etwa zwischen Trent und Schaprode auf Rügen.

Milliarden für den Straßenbau

Seit 1990 wurden nach Angaben des Verkehrsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern etwa 30 Umgehungsstraßen sowie neue Ortsanbindungen und Tangenten gebaut. Die Kosten allein dafür beliefen sich auf rund 800 Millionen Euro. Der Neubau der beiden Autobahnen A20 und A14 ging in die Milliarden.

Gut 20 Ortsumgehungen wurden in den neuen Bundesverkehrswegeplan als vordringlich aufgenommen, darunter für Wolgast, Parchim und Mirow, wo auf die Baustarts gewartet wird. Die Investitionskosten sind mit 316 Millionen Euro beziffert worden. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hatte zu Jahresbeginn eine Expertengruppe eingesetzt, mit deren Hilfe die Planungen für Großprojekte beschleunigt werden sollen.

StadtLandKlassik - Konzert in Malchow

zur Homepage