So könnte das Kurhotel am Kurpark in Malchow aussehen.
So könnte das Kurhotel am Kurpark in Malchow aussehen. Mauro Ota Delfino Architekt und Stadtplaner
Der Architekt Jens-Olaf Nuckel stellte den Malchowern den Entwurf ausführlich vor.
Der Architekt Jens-Olaf Nuckel stellte den Malchowern den Entwurf ausführlich vor. Ingmar Nehls
Tourismuspläne

Pläne für ein Kurhotel bekommen viel Applaus

Mit Leidenschaft hat Malchows Bürgermeister René Putzar für das neue Hotel geworben. Doch was sagen die Anwohner selbst zu dem 35-Millionen-Projekt?
Malchow

Die Malchower Werleburg ist traditionell ein Schauplatz für leidenschaftliche Debatten und großes Theater. Mehr als 100 Anwohner, interessierte Bürger und viele Stadtvertreter waren zu der Informationsveranstaltung am Samstagnachmittag gekommen. „Das hat mich überrascht. Mit so viel Resonanz hätte ich nicht gerechnet“, sagte Investor Bruno Jablonski, der sich bescheiden im Hintergrund hielt und zwei anderen Männern die Bühne überließ.

Damit sich das Kurhotel zu einer Erfolgsgeschichte und keinem weiteren Trauerspiel entwickelt, hatte sich Malchows Bürgermeister René Putzar akribisch vorbereitet, um den Kritikern des 35 Millionen schweren Großprojekts gleich Wind aus den Segeln zu nehmen. Und so arbeitete sich Putzar Punkt für Punkt an den Einwänden und Sorgen ab, die ihm zugetragen worden sind, noch bevor der Architekt Jens-Olaf Nuckel den Entwurf ausführlich präsentierte.

190 Betten und 200 Restaurantplätze

René Putzar sieht das geplante Kurhotel mit seinen 190 Betten, 200 Restaurantplätzen, 1100 Quadratmetern Tagungsfläche und einem Sport-, Gesundheits- und Wellnessbereich als entscheidenden Baustein, um aus dem eher mickrigen Kurpark ein attraktives Kurgebiet mit neuer Promenade, neuem Strandbad und einem Kurwald zu entwickeln. „So hätten wir neben dem attraktiven Hafen einen zweiten Hotspot, der für mehr Publikum sorgt. Wir schaffen Arbeitsplätze, sorgen für Zuzug, verjüngen die Stadt, stärken die Kaufkraft und den Einzelhandel. Und wenn diese Fläche aufgewertet wird, ziehen andere vielleicht nach und weitere Schandflecke verschwinden“, warb Putzar bei den Besuchern.

„Nach Waren brauchen wir nicht zu schauen“

Derzeit habe Malchow laut Angaben der Touristeninformation 1150 Fremdenverkehrsbetten. „Und nicht 2000, wie von einigen Stadtpolitikern behauptet“, sagte Putzar. Davon seien 335 Hotelbetten, 150 Betten in der Jugendherberge und der Rest falle auf Ferienwohnungen. „Nach Waren brauchen wir nicht zu schauen. Ich orientiere mich aber gern an Plau und dort haben sie schon etwa 1200 Hotelbetten und planen noch weitere. Auch Malchow hält 1000 Betten aus“, sagte Putzar und bekam viel Applaus für seine Ausführungen.

„Der Entwurf hat mir gut gefallen. Das Hotel ist auch nicht zu groß, denn man muss die Häuser im Umfeld beachten. Mir gefällt, dass der Wellnessbereich und das Restaurant öffentlich zugänglich sein sollen“, sagte Evelyn Wulsten, die in der August-Bebel-Straße und damit in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt. René Putzar hofft nach der positiven Stimmung für das Kurhotel nun, dass der Bürgerwille auch von der Stadtpolitik berücksichtigt wird. Die Stadtvertreter stimmen im April darüber ab, wie es mit dem Projekt weitergeht.

 

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