SCHULDISKUSSION IN WAREN

Planungsbüro wehrt sich gegen Vorwürfe

Verrechnet? Von wegen! Ein Warener Planungsbüro wehrt sich gegen die Vorwürfe der Verwaltung.
Ingmar Nehls Ingmar Nehls
Die Studie sollte eigentlich eine Diskussionsgrundlage sein. Doch richtig frei und nach vorne gerichtet, wurde nie disku
Die Studie sollte eigentlich eine Diskussionsgrundlage sein. Doch richtig frei und nach vorne gerichtet, wurde nie diskutiert. Foto: Ingmar Nehls Ingmar Nehls
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Waren.

Das kann André Melzer nicht so auf sich sitzen lassen. Der Chef des Warener Planungsbüros ign waren GbR will sich bei der Container-Panne nicht den schwarzen Peter von der Stadtverwaltung zuschieben lassen. Die hatte nämlich mehrfach behauptet, das Büro hätte sich bei den Kosten für eine mögliche Anmietung von Containern als Zwischenlösung während der geplanten Bauarbeiten an den zwei Schulstandorten verrechnet. Und zwar so sehr, dass nun der schon gefasste Stadtvertreterbeschluss vom April wahrscheinlich gekippt wird. Das Warener Bauamt habe recherchiert, dass Container für beide Schulen etwa 6,5 Millionen Euro kosten würden und nicht wie angenommen 1 Million. Das beauftragte Planungsbüro habe sich geirrt und falsche Zahlen geliefert, die man nicht überprüft habe. So lautet die Version von Bauamtsleiter Ingo Dann.

Jetzt meldet sich André Melzer zu Wort, um Dinge gerade zu rücken und den guten Ruf des Unternehmens nicht weiter beschädigen zu lassen. „Wir haben uns in dieser Sache rechtlich beraten lassen”, sagte Melzer dem Nordkurier am Freitag. Anfang August 2018 wurde das Büro mit der Erarbeitung eines Schulentwicklungskonzeptes beauftragt.

Die Studie sollte die Anregung zu einem qualifizierten Diskurs geben und die Kostenschätzungen sollten lediglich der Orientierung dienen und explizit nicht als reale Kosten gewertet werden. „Aus Verpflichtung unserem Auftraggeber gegenüber haben wir an der bisherigen Diskussion nicht teilgenommen. Da uns dieser aber nun Fehlinformationen unterstellt,sehen wir uns genötigt, eine Gegendarstellung zu verfassen und unsererseits einen Beitrag zu der Diskussion zur Schulentwicklung Waren West zu leisten”, teilt Melzer mit.

Bestandteil der Studie sollte zunächst die Bestandsanalyse mit darauf aufbauenden Entwicklungsbedarf und das Aufzeigen von Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten sein. „Die möglichen Kosten einer Schulentwicklung waren dabei zu keinem Zeitpunkt Gegenstand der Beauftragung”, sagt Melzer. Bereits bei der Beauftragung sei dem Büro vermittelt worden, dass die gesamte Studie schnellstens zu erstellen sei, da dies für die Beantragung von Fördermitteln relevant sei. Im September wurden der Stadtverwaltung erste Ergebnisse der Grundlagenermittlung und der mögliche Entwicklungsbedarf präsentiert. Dann seien weitere Abstimmungsgespräche gefolgt mit der Bitte um Kostenschätzungen. „Dieser Bitte sind wir gefolgt, auch wenn diese Leistung nicht Bestandteil des Auftrages war, da wir im Interesse der Schulentwicklung eine solide Entwicklungsperspektive geben wollten”, sagte Melzer.

Die Studie mit fünf Entwicklungsvarianten wurde in einer ersten Fassung Mitte Oktober 2018 an die Stadtverwaltung übergeben mit dem Hinweis, dass es sich bei den Kosten lediglich um qualifizierte Schätzungen zur Orientierung handelt. Dann wurde die Studie bis Mitte November 2018 nochmals in einzelnen Details überarbeitet mit Ergänzungen bei der Kostenschätzung. Aus eigenem Antrieb habe das Büro eine zusätzliche Variante für die Regionale Schule Waren West entwickel, die unter anderem auch eine temporäre Containerlösung zur Beschulung vorsah, deren Kosten das Büro aufgeführt hat. Grundlage dieser Betrachtung war eine voraussichtliche Bauzeit von 18 Monaten, sowie die aktuellen Schülerzahlen einer Schule. Nach einer ersten Angebotsanfrage sei das Büro auf monatliche Kosten von etwa 35000 Euro gekommen, die entsprechend ausgewiesen wurden. „Ein Angebot dazu liegt uns vor. Dass die Kostenermittlung für die Containerschule niemals Bestandteil der vereinbarten Leistungen war, die Berechnung explizit für eine Schule mit einer konkreten Schülerzahl und dazu noch begrenzt auf einen bestimmten Zeitraum erfolgte, ist offensichtlich in den weiteren Betrachtungen des Auftraggebers nicht berücksichtigt worden”, sagt Melzer.

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