Kastration

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Katzen aus Abrisshaus beschäftigen Politiker

Dreckig und abgemagert - so sahen viele der über 40 Katzen aus, die aus dem Malchower "Abrisshaus" gerettet wurden.
Dreckig und abgemagert – so sahen viele der über 40 Katzen aus, die aus dem Malchower „Abrisshaus” gerettet wurden.
Petra Konermann

Mit der Situation frei lebender Katzen beschäftigen sich am Mittwoch Mitglieder des Kreistags in Waren. Anlass ist die Rettung von über 40 Katzen aus einem Haus.

Die Rettungsaktion von mehr als 40 Katzen aus einem Malchower Wohnhaus ist in der Politik angekommen und wird am Mittwoch Thema auf der Sitzung des Umweltausschusses des Kreistages in Waren sein. Die Linken-Fraktion im Kreistag der Seenplatte hatte in dieser Sache bereits vor einiger Zeit einen Antrag gestellt. Die Linken wollten, dass geprüft wird, ob Halter von frei lebenden Katzen dazu verpflichtet werden können, für die Registrierung, die Einbringung eines Chips sowie für die Kastration ihrer Tiere zu sorgen.

Wie Elke-Annette Schmidt, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Kreistag und Malchows Stadtpräsidentin, jetzt gegenüber dem Nordkurier erklärte, sei dieser Prüfantrag von der Verwaltung zurückgewiesen worden. Denn nicht der Kreistag entscheide über so eine Verordnung, sondern der Landrat selbst, machte sie deutlich. Auch ein Prüfauftrag, wie ihn die Linksfraktion eingereicht hatte, sei daher nicht zulässig.

Es gibt ein Beispiel im Landkreis Rostock

Die Malchowerin führt das Beispiel aus dem Amt Schwaan an, wo der Landrat des Landkreises Rostock eine Verordnung erlassen hatte, so dass die Katzenhalter im Amt und in Schwaan nun verpflichtet sind, ihre Freigänger-Katzen kastrieren zu lassen. „Das ist eine gute Lösung, die dort auch auf Bestreben der Tierschutzverbände zu Stande gekommen ist“, sagte Elke-Annette Schmidt, die sich nach der Katzenrettung in ihrer Heimatstadt intensiv mit der Problematik der Zwangskastration bei Katzen beschäftigt hat.

Auf der Sitzung im Kreisumweltausschuss steht am Mittwoch ab 17 Uhr im Haus am Amtsbrink auch das Thema Katzen auf der Tagesordnung. Der Leiter des Kreis-Veterinäramtes wird dabei einen Bericht zur Situation der freilebenden Katzen im Landkreis geben.

Rettungsaktion immer noch nicht beendet

Margret Kuhlmann, Leiterin des Malchower Tierheimes und stellvertretende Landesvorsitzende des Tierschutzbundes MV, hofft sehr, dass eine Verordnung, die Katzenhalter zur Kastration ihrer freilebenden Tiere verpflichtet, auch in der Seenplatte greifen könnte. „Wir hätten dann eine Grundlage, um Katzenhalter darauf hinzuweisen, welche Pflichten sie haben, und wir könnten auf Grundlage dieser Verordnung helfend eingreifen“, erklärte Margret Kuhlmann.

Unterdessen ist die Rettungsaktion in Malchow auch nach knapp einem Monat noch immer nicht zu einem Ende gekommen. Zwei, möglicherweise auch drei Katzen befinden sich noch in dem Malchower Haus, aus dem bereits 41 Katzen geholt wurden. Die geretteten Tiere haben sich zum Teil gut entwickelt und seien zutraulicher geworden. „Aber Freud und Leid liegen auch hier dicht beisammen. Gerade die kleineren Katzen tragen noch schwer an der Situation, aus der sie gerettet wurden. Einige leiden noch unter Durchfall und Augenentzündungen“, berichtete die Tierheimleiterin.