Der Panoramablick ist eine Sackgasse. Bleibt das über Jahre so?
Der Panoramablick ist eine Sackgasse. Bleibt das über Jahre so? Ingmar Nehls
Warens beliebter Stadtführer Klaus Lambrecht wollte ein Zeichen für den Uferwanderweg setzen. Doch Rüdiger Preh
Warens beliebter Stadtführer Klaus Lambrecht wollte ein Zeichen für den Uferwanderweg setzen. Doch Rüdiger Prehn wies ihn an, das Schild rauszubringen. Ingmar Nehls
Weder den Stadtvertretern noch den Bürgern gefiel die Sitzordnung. Mit dem Rücken zu den Bürgern wurde diskutie
Weder den Stadtvertretern noch den Bürgern gefiel die Sitzordnung. Mit dem Rücken zu den Bürgern wurde diskutiert und abgestimmt. Ingmar Nehls
Stefan Dahlmann (links) und Toralf Schnur lieferten sich einen Schlagabtausch.
Stefan Dahlmann (links) und Toralf Schnur lieferten sich einen Schlagabtausch. Ingmar Nehls
Der öffentliche Weg über das Firmengelände wird in diesem Jahr noch umgesetzt.
Der öffentliche Weg über das Firmengelände wird in diesem Jahr noch umgesetzt. Ingmar Nehls
Kommt nun der Bürgerentscheid?

Politiker schmettern Uferwanderweg an der Müritz ab

Es war die hitzige Debatte mit einer kalten Dusche für die Grünen, die für den Lückenschluss warben. Besteht noch eine Chance für die Ufermeile zwischen Hafen und Kuhtränke?
Waren

Der Antrag der Grünen, noch in diesem Jahr mit der Planung für den lückenlosen Uferwanderweg zwischen der Kuhtränke und dem Warener Stadthafen zu beginnen, wurde mehrheitlich abgelehnt. Bei der Stadtvertretersitzung am Mittwochabend unterstützen nur Heiko Seifert, Rainer Espig und Christine Stridde (alle Linksfraktion) das Ansinnen der drei Grünen-Politiker. Volker Seemann und Roland Krimmling (beide SPD) enthielten sich. Der Rest stimmte gegen den Vorschlag, wobei Nadine Julitz (SPD) und Ralf Spohr (CDU) nicht rechtzeitig zur Abstimmung kamen und die beiden CDU-Stadtvertreter Tom Nierste und Sebastian Paetsch aufgrund von Befangenheit nicht mitdiskutieren und abstimmen durften.

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Anlieger sollen Uferbereich pachten können

Stattdessen wurde mehrheitlich beschlossen, dass die Grundstückseigentümer Am Seeufer nicht Unterpächter der Stadt Waren sein sollen, sondern den Uferbereich direkt beim Wasserschifffahrtsamt pachten können. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den gesamten Uferbereich zu pachten und an die Anlieger dann Unterpachtverträge mit einer Laufzeit von zunächst fünf Jahren zu vergeben. Somit hätte die Stadt zumindest auf Sicht die sichere Option, die restlichen Lücken des Weges öffentlich begehbar zu machen. Wie lange das Wasserschifffahrtsamt nun die Pachten gestalten wird, könne man nicht sagen, meinte Warens BürgermeisterNorbert Möller (SPD).

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Antrag zurückgezogen

Der Antrag der FDP/MUG, den Weg, der vom Stadthafen am Appartementgebäude herum in Richtung Müritzfischer führt und als Sackgasse vor dem Betriebsgelände der Marina endet, rückzubauen und die städtischen Grundstücke vom Bereich des Hafens in Höhe der Einfahrt des zuletzt errichteten Appartementgebäudes bis zur Hafenanlage des Angelsportvereins „Bleiche-Waren“ e.V. den betroffenen Anliegern zum Kauf anzubieten, zog der Fraktionsvorsitzende Toralf Schnur zurück. Damit konnte die FDP/MUG das Thema Uferwanderweg nicht endgültig beenden, wie es sich Schnur gewünscht hätte.

Der Weg zu den Müritzfischern kommt

Was noch in diesem Jahr kommt, ist der Weg vom Stadthafen über das Betriebsgelände zu den Müritzfischern. Das Geld dafür ist im Haushalt eingestellt und die Vermessungsarbeiten seien bereits erfolgt. Der Uferwanderweg wird also verlängert. Von dort können die Warener und ihre Gäste aber nicht weiterschlendern zum Panoramablick, sondern müssen zunächst wieder über den Parkplatz zur Straße Am Seeufer. Der Panoramablick bleibt weiter eine Sackgasse. Damit wird kurzfristig auch nicht das von der Verwaltung beschriebene Verkehrsproblem zwischen Fußgängern und Radfahrern gelöst.

Gefährliche Strecke?

Dies hatte Grünen-Chef Stefan Dahlmann bei seiner Argumentation für den Uferwanderweg erneut ins Feld geführt. Dass es dort gefährlich sei, zweifeln andere Stadtpolitiker an. „Ich fahre dort täglich mit dem Auto lang und habe noch keinen Unfall gesehen“, sagte René Drühl (CDU). Man habe bisher nur Glück gehabt, meinte hingegen Volker Seemann. Weil es dort so eng sei, fahre er lieber mit dem Auto auf der Straße als mit dem Rad dort lang. Hitzig wurde es an vielen Stellen. So meinte René Drühl, dass die namentliche Abstimmung, die von den Grünen beantragt wurde, dazu diene, Ängste zu schüren und die Stadtvertreter in die Enge zu treiben.

„Niemand braucht den Weg”

Toralf Schnur gab zu, dass er sich bei dem Thema für die Anwohner und die Mitglieder des Angelvereins einsetzen wolle. „Das ist unser Auftrag“, sagte Schnur. Nachdem Bauamtsleiter Ingo Dann im Stadtentwicklungsausschuss die Frage aufwarf, ob man die Interessen weniger Bürger über die Interessen von 21 000 Warenern stellen sollte, hatten auch die Grünen öffentlich Zweifel formuliert, ob die Gegner des Weges das Gemeinwohl der Stadt im Blick hätten. „Was öffentliches Interesse ist, legt die Mehrheit der Stadtvertreter fest. Niemand, mit dem ich gesprochen habe, will den Weg, niemand braucht den Weg“, sagte Toralf Schnur.

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