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NPD-Abgeordnete von der Polizei abgeführt

In der Sitzung ist die NPD-Abgeordnete Doris Zutt von vier Polizisten aus dem Saal geführt worden.
Die NPD-Abgeordnete Doris Zutt wurde von vier Polizisten aus dem Saal geführt.
Andreas Becker

Das geht gut los: Die Stadtvertretersitzung in Waren hatte noch nicht einmal angefangen, da musste die Polizei schon eingreifen und Plakate mit rechten Sprüchen aus dem Hausflur entfernen. In der Sitzung selbst ist die NPD-Abgeordnete Doris Zutt von vier Polizisten aus dem Saal geführt worden.

Die Sitzung hatte noch gar nicht begonnen, da musste schon die Polizei einschreiten. Unmittelbar vor Beginn der Zusammenkunft der Stadtvertreter hatten rechtsradikale Schergen am Mittwochabend im Treppenhaus des Bürgersaales ein Plakat mit ihren Parolen aufgehängt. Warens Ordnungsamtsleiter Dietmar Henkel als Hausherr des städtischen Gebäudes rief daraufhin die Polizei. Wenige Minuten später tauchten zwei Beamte auf, nahmen die Personalien der NPD-Sympathisanten auf und verwiesen die jungen Erwachsenen samt ihres Plakates des Hauses. Kaum hatten die Polizisten den Einsatzort verlassen, wurden sie erneut alarmiert – und rückten diesmal mit Verstärkung an.

Zutt widersetzt sich drei Ordnungsrufen

Der Grund: Die einzige NPD-Vertreterin in der Stadtvertretung hatte sich beim Tagesordnungspunkt „Neuwahl des Hauptausschusses“ drei Ordnungsrufen von Stadtpräsident René Drühl widersetzt. Drühl hatte dreimal darauf hingewiesen, dass die NPD-Frau Doris Zutt nicht während einer laufenden Abstimmung eine Stellungnahme verlesen könne. Zutt aber ließ sich nicht beirren, palaverte einfach weiter. Drühl entzog ihr das Wort, forderte die rechtsradikale Politikerin auf, den Bürgersaal zu verlassen. Ohne Erfolg. Drühl reagierte, unterbrach die Sitzung, verständigte die Polizei. Die war kurz danach erneut vor Ort. Drei Polizisten und eine Polizistin redeten kurz und energisch auf Zutt ein, die fügte sich schließlich, verließ in Begleitung der vier Beamten den Saal.

Aufatmen im Parlament, unter den Blicken von vielen Warener Bürgern im Zuschauerraum setzten die Volksvertreter ihre Zusammenkunft fort – und siehe da: Bei der durch den Rücktritt der Einzelbewerberin Antje Rußbüldt-Gest ausgelösten Neuwahl sämtlicher Ausschüsse sowie der notwendigen Neubestellung der Aufsichtsräte bewies die Politik seltene Eintracht. Eine im Vorfeld der Sitzung ausgearbeitete gemeinsame Wahlliste hatte für Harmonie gesorgt. Zumindest bei diesem Tagesordnungspunkt.

 

 

 

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Kommentare (1)

zur demokratischen Märchenstunde. Was daran rechtsradikal sein soll, weiß nur der Nordkurier. Ich finde den Spruch lustig und kreativ, egal ob er nun von links oder rechts kam.