Betrüger wollten Kasse mit Urlaubsträumen: Nachdem die erste Fake-Hausbootseite im Sommer von der Polizei abgeschalt
Betrüger wollten Kasse mit Urlaubsträumen: Nachdem die erste Fake-Hausbootseite im Sommer von der Polizei abgeschaltet wurde, tauchte wenig später eine neue Internetseite auf. Der Firmensitz sollte sich angeblich in Malchow befinden. Susann Salzmann
Ermittler erfolgreich

Polizei fasst einen mutmaßlichen Hausboot-Betrüger

Betrüger lockten mit romantischen Hausboot-Urlauben in der Seenplatte. Doch nichts auf der Internetseite stimmte. Nun konnte ein potenzieller Hintermann dingfest gemacht werden.
Seenplatte

Ermittlungserfolg für die Polizei: Am Dienstag wurde ein 42-jähriger Mann in Köln festgenommen, der im Verdacht steht, an den gefälschten Hausboot-Seiten im Internet beteiligt gewesen zu sein. Im Spätsommer und im November tauchten zwei ominöse Internetseiten auf, auf denen Betrüger mit zu vermietenden Hausbooten an der Müritz Kasse machen wollten. Die Betrüger gaben dabei das erste Mal einen Firmensitz in Waren an, bei dem die Adresse gar nicht existierte. Beim zweiten Mal wurde eine Malchower Adresse als offizieller Firmensitz genannt. Dort befand sich allerdings nur ein abrissreifes Haus.

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Cybercrime-Einheit der Kripo ermittelte

Durch wochenlange intensive Ermittlungen ist es dem Cybercrime-Bereich der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg gelungen, dem Deutschen auf die Schliche zu kommen. Der Zugriff erfolgte, als der Tatverdächtige von Portugal nach Köln reiste. Die Beamten der Kölner Polizei unterstützten den Einsatz und fingen den 42-Jährigen ab.

Nahezu parallel dazu wurde in Neubrandenburg der Haftbefehlsantrag durch den zuständigen Staatsanwalt geschrieben und dem Haftrichter vorgelegt. Der Haftbefehl wurde erlassen und die Kölner Polizisten konnten den mutmaßlichen Täter hinter Gitter bringen.

Tatverdächtiger einschlägig vorbestraft

Wie Claudia Tupeit aus dem Neubrandenburger Polizeipräsidium am Mittwoch mitteilte, ist der Tatverdächtige bereits einschlägig vorbestraft. Ihm wird nun zusätzlich gewerbsmäßiger Betrug in einer Vielzahl von Fällen vorgeworfen. Allein durch die betrügerische Hausbootseite www.dein-hausbooturlaub.de gab es laut Tupeit Dutzende Geschädigte deutschlandweit. Der bekannte Schaden beläuft sich auf rund 48 000 Euro. Durch die Fake-Seite www.top-hausboot24.de im November sind den Beamten bisher keine Geschädigten bekannt, die auch Geld verloren haben.

Neue Betrugsmasche mit Schneehütten lief schon

Nach ersten Erkenntnissen sollte das Betrügen weitergehen. Die nächste falsche Homepage war schon in Arbeit – passend zugeschnitten auf die winterlichen Monate. Von wassernahen Fake-Angeboten schwenkte der Tatverdächtige ersten Ermittlungen zufolge auf winterliche Fake-Schneehüttenangebote um. Laut Polizei soll er sich dazu auch an Betrugstaten durch die Seite www.berghuettenerlebnis.de beteiligt haben.

Bis vor wenigen Tagen war außerdem noch die gefälschte Internetseite www.dein-berghuettenurlaub.de aktiv. Ob der Beschuldigte bei dieser sowie bei weiteren vergleichbaren Plattformen seine Finger im Spiel hatte, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Polizei bittet darum, dass sich Betrugsopfer melden

Die Polizei verschweigt aus ermittlungstaktischen Gründen, wie sie dem Tatverdächtigen auf die Spur kam. Allerdings laufen inzwischen Ermittlungen zu weiteren möglichen Geschädigten und weiteren Fake-Seiten weiter.

Die Polizei bittet Betroffene, die ebenfalls eine Leistung auf den genannten Fake-Plattformen gebucht oder es versucht haben, sich bei ihrer Polizei vor Ort zu melden und Anzeige zu erstatten. Zusätzliche Hinweise nimmt im Übrigen auch die Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg entgegen. Sie ist telefonisch unter der 0395 55 82 35 12 oder per E-Mail unter [email protected] zu erreichen.

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