Finanznot
Produktionsschule Waren muss eine Werkstatt schließen

Die Produktionsschüler lernen vor allem mit engem Praxisbezug, wie hier beim Imkern.
Die Produktionsschüler lernen vor allem mit engem Praxisbezug, wie hier beim Imkern.
Produktionsschule

Die Schule, die Jugendliche ohne Abschluss auffängt, bleibt mit Landes-Hilfe erhalten. Doch für eine Werkstatt gilt das nicht. Ein neues Konzept muss her.

Eine von sechs Werkstätten der CJD-Produktionsschule Waren musste geschlossen werden. Statt wie bisher 60 Jugendliche werden in der Einrichtung künftig nur noch 50 aufgenommen. „Es ging nicht anders, wir mussten diesen Schritt machen und die Plätze reduzieren, um künftig eine auskömmliche Finanzierung für die Produktionsschule zu erreichen“, sagte Kornelia Hennek, Gesamtleiterin des CJD Nord.

In der Produktionsschule Waren werden Jugendliche ohne Schulabschluss oder ohne Berufsabschluss aufgenommen und auf dem Weg zu einem Abschluss begleitet. Die Jugendlichen erhalten dort Unterricht in sehr enger Verbindung zu Produktionsprozessen. Sie arbeiten in den Bereichen Forst und Fischerei, Landwirtschaft und Garten, Handel und Versorgung, in der Holz- und in der Musischen Werkstatt.

Agentur für Arbeit setzt lieber auf Betriebspraktika

Die sechste Werkstatt für Büro und Medien hat nun dicht gemacht. „Kein Jugendlicher, der in der Medien-Werkstatt tätig war, muss befürchten, die Produktionsschule verlassen zu müssen“, betonte Kornelia Hennek. Vielmehr wurden die Jugendlichen auf die verbliebenen Werkstätten aufgeteilt. Die Zahl der Schüler werde reduziert, indem künftig weniger aufgenommen werden.

Notwendig war dieser Schritt, weil die Finanzierung der Schule in Schieflage geraten war – ohne eigenes Verschulden. Vielmehr klaffte nach dem Rückzug der Bundesagentur für Arbeit (BfA) eine Finanzierungslücke. Die BfA hatte angekündigt, 2019 nur noch fünf Plätze finanzieren zu wollen und danach keine mehr. Dort will man stärker auf Betriebspraktika und die Zusammenarbeit mit Firmen setzen.

Zahl der jugendlichen Langzeitarbeitslosen steigt

„Den Fehlbetrag für 2018 konnten wir ausgleichen, aus eigener Kraft gelang uns das aber für 2019 nicht“, hatte die CJD-Leiterin erklärt. Für 2019 drohte ein Fehlbetrag von rund 36.000 Euro, der in den Folgejahren steigen würde. Das CJD trat daher bereits 2018 auf die Notbremse und wandet sich an die Politik. Von 2019 bis 2021 kann das CJD nun Mittel bei der Landesregierung beantragen. Jeweils 40 000 Euro sollen so in den kommenden drei Jahren jährlich in die Schule fließen.

„Wir überarbeiten jetzt unsere Konzeption für die nächsten Jahre, damit unsere Einrichtung auch über 2021 hinaus bestand hat“, so Kornelia Hennek. Sie betonte, wie wichtig die Produktionsschule sei. Denn gerade die jüngste Arbeitslosenstatistik hatte gezeigt, dass die Zahl der jugendlichen Langzeitarbeitslosen steigt.