Anders als in Panschenhagen, wo die Anlage verhindert werden konnte, zeigte der Protest in Warenshof offenbar keine Wirkung.
Anders als in Panschenhagen, wo die Anlage verhindert werden konnte, zeigte der Protest in Warenshof offenbar keine Wirkung. Ingmar Nehls
Landwirtschaft

Protest umsonst? Waren gibt grünes Licht für Hühnerfarm

Die umstrittene Hühnerfarm im Warener Ortsteil Warenshof ist wohl kaum noch zu stoppen. Die Warener Verwaltung segnete das Bauvorhaben ab. Nun hängt es allein am Landkreis.
Waren

Der Protest der Bürger war offenbar wirkungslos. Die Genehmigung für die geplante 12 000-Tiere-Legehennenanlage im Warener Ortsteil Warenshof befindet sich auf den letzten Metern. Wie Warens Stadtsprecherin Stefanie Schabbel auf Nachfrage informierte, hat die Stadtverwaltung bereits Ende Oktober 2021 ihr Einvernehmen für das umstrittene Bauprojekt erteilt. Für das weitere Verfahren sei die Untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zuständig.

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Prüfung läuft noch

Auf Nachfrage beim Landkreis hieß es vom neuen Kreis-Sprecher Nils Henke, dass die bauaufsichtliche Prüfung des Bauantrages bisher noch nicht abgeschlossen werden konnte. Zu den Gründen sagte Henke nichts, weil das Bauamt sich nicht zu einem laufenden Prüfungsverfahren äußern könne. Allerdings befinde sich die Dauer des Vorgangs noch in einem dem Projekt angemessenen Zeitrahmen, sagte Henke. „Der Bauherr darf mit der Ausführung des geplanten Bauvorhabens erst beginnen, wenn ihm die dafür notwendige Genehmigung vorliegt. Aussagen zum Baubeginn kann der Landkreis nicht treffen“, sagte Nils Henke.

Laut Manfred Manthey von der Abteilung Agrarstruktur der landeseigenen Landgesellschaft MV, die das Projekt begleitet, würden der Genehmigungsbehörde in Waren alle notwendigen Fachgutachten zur Stellungnahme vorliegen.

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Unterschriften gesammelt

Als im vergangenen Sommer bekannt wurde, dass die Biohennenanlage auf dem brachliegenden Grundstück, das im Volksmund als „Eierfarm“ bezeichnet wird, entstehen soll, sammelten Einwohner in kürzester Zeit 713 Unterschriften von Warener Bürgern und 188 weitere von Menschen aus umliegenden Gemeinden gegen die Anlage des Investors Fritz Horst Melsheimer. Daraufhin wurde Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) von den Stadtvertretern beauftragt, zu prüfen, ob es unter Berücksichtigung der absehbaren Überarbeitung des Flächennutzungsplanes städtebauliche Hindernisse für eine Bebauung der entsprechenden Bereiche in Warenshof mit einer Legehennenanlage gibt oder geben könnte. Die Verwaltung kam zu dem Ergebnis, dass es keine guten Gründe gebe, das vom Kreis geforderte städtische Einvernehmen zu versagen.

Schutzgebiet nicht aufgehoben

Ursprünglich sollte die Anlage in der Nähe von Panschenhagen entstehen. Ein Umweltbüro hatte sechs mögliche Standorte ermittelt, von denen der bei Panschenhagen der günstigste gewesen sei, wie Manfred Manthey informierte. Allerdings habe die Umweltbehörde den Status des dortigen Landschaftsschutzgebietes nicht aufgehoben.

Warener Fachgruppe sieht Vogelwelt in Gefahr

Kritik an den Plänen für den Standort Warenshof gab es auch von der Fachgruppe Ornithologie Waren, für die Massentierhaltung vor den Toren eines Heilbads absurd sei, selbst wenn diese als Bio-Anlage ausgewiesen werde. Denn riesige Areale seien nicht ohne Einfluss auf die umgebene Natur, und die sei ein idealer Lebensraum für Greifvögel. So brüten nach Aussage der Ornithologen in Sichtweite des geplanten Komplexes zwei Fischadlerpaare. Auch der naheliegende Buchenwald sei ein Horstrevier für den Rot- und Schwarz-Milan sowie für Mäuse- und Wespen-Bussard. In dem Waldgebiet brüten demnach zudem sieben Kranichpaare sowie alle in Norddeutschland vorkommenden Spechtarten. Und ein Kiefernfeldgehölz nahe dem Planungsgebiet ist Brutplatz des seltenen Baumfalken. „Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die geplante Großanlage in vielfältiger Weise auch Einfluss auf die Vogelwelt nehmen würde und weitere naturnahe Landschaftselemente gestört würden. Das ist nicht mehr zeitgemäß“, lautete das Urteil von Klaus Kremp.

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Kommentare (1)

so ein Quatsch mit mit dem Horstrevier für Rot-und Schwarzmilan. Da hat er doch gleich Futter vor der Haustür. Lasst mal die Kirche im Dorf. Alle wollen gesunde Eier und Hühner, aber bauen soll und darf man nirgendwo. Dann holt euch doch Eier aus Holland, die bringen ja auch gleich die Gülle mit