KINDESMISSBRAUCH

Prozess gegen Kinderschänder aus Malchow beginnt bald

2018 soll ein Malchower die beiden kleinen Kinder seiner Freundin vergewaltigt haben. Ob den Mädchen eine Aussage vor Gericht erspart wird, ist unklar.
Susann Salzmann Susann Salzmann
Zunächst wurden für die Verhandlung gegen den Kinderschänder vier Prozesstage veranschlagt.
Zunächst wurden für die Verhandlung gegen den Kinderschänder vier Prozesstage veranschlagt. Uli Deck
Malchow.

Einen Monat nach der Anklageerhebung sitzt ein 34-jähriger Malchower immer noch in Untersuchungshaft in Dresden. Ihm wird in sieben Fällen schwerer sexueller Missbrauch mit Körperverletzung zweier zum Tatzeitpunkt vier- und einjährigen Mädchen vorgeworfen. Nun steht der Termin fest, wann er sich für seine Gräueltaten vor dem Dresdner Landgericht verantworten muss: Der erste Prozesstag findet am 23. April statt.

An diesem Tag werde ausschließlich die Anklageschrift verlesen, teilt die Richterin am Landgericht, Corinna Michaelis, mit. Knappe acht Stunden sind außerdem für den zweiten Prozesstag am 30. April angesetzt. Neben diesen Verhandlungstagen sind zudem der 17. sowie der 29. Mai für den Prozess gegen den vermeintlichen Kinderschänder angesetzt.

Strafe von bis zu 15 Jahren möglich

Ob den betroffenen Kindern eine Aussage vor Gericht erspart bleibt, hängt von einem „umfassenden, glaubwürdigen Geständnis“ des Mannes ab, sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt. Das habe er bisher verweigert. Ausgepackt hatte dagegen die 31-jährige Freundin des Angeklagten und zugleich Mutter der missbrauchten Kinder. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie von den Taten wusste beziehungsweise dabei gewesen ist.

Der Malchower muss mit einer Strafe von bis zu 15 Jahren Freiheitsentzug mit anschließender Sicherheitsverwahrung rechnen. Neben einer Handvoll Zeugen, die in den nächsten Tagen geladen werden sollen, wird auch ein in Auftrag gegebenes forensisch-psychiatrisches Gutachten vor Gericht eine Rolle spielen. Dabei geht es um die Frage, wie notwendig eine Sicherheitsverwahrung des Mannes nach Verbüßen einer Haftstrafe sein wird.

In der Vergangenheit stand der Malchower bereits mehrfach wegen sexuellen Übergriffen vor Gericht. Auch seine eigene Tochter soll er missbraucht haben. Ob die Verhandlungen öffentlich sind, stand am Mittwoch noch nicht fest.

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